Millionengewinn für Corona-Impfung: Glücksspiel-Anbieter startet Impflotterie

Veröffentlicht am: 25. August 2021, 11:19 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 25. August 2021, 11:19 Uhr.

Der Online-Lotterie-Anbieter Lotto24 startet am heutigen Mittwoch seine Impflotterie. Damit soll die Impfkampagne der Bundesregierung unterstützt werden. Unter dem Schlagwort #geimpftgewinnt verschenkt das Lotto-Portal 2 Millionen Lose an Geimpfte. Dies gab das Glücksspiel-Unternehmen heute in einer Pressemitteilung bekannt.

Mann auf Berg
Die Impflotterie von Lotto24 soll mehr Freiheit bringen. (Bild: freiheitplus.de)

Die Aktion soll bis zum 30. September 2021 laufen. Die zu vergebenden Tickets berechtigen zur Teilnahme an der Soziallotterie freiheit+. Dem Gewinner oder der Gewinnerin des Hauptpreises winken 250.000 Euro Sofortauszahlung sowie 5.000 Euro monatlich für 15 Jahre.

Zur Teilnahme berechtigt sind Personen, die

  • mindestens einmal geimpft sind
  • sich bis zum 30. September impfen lassen oder
  • nicht geimpft werden können.

Wer einen Gewinn erzielt, muss den entsprechenden Nachweis vorlegen.

Glücksspiel soll zur Impfung motivieren

Derzeit sei laut einer Umfrage von Infratest dimap, Gesellschaft für Trend- und Wahlforschung mbH, ein Viertel der Ungeimpften unentschlossen. Mit der Aktion solle ein weiterer Anreiz geschaffen werden, erklärt die Initiatorin der Kampagne von Lotto24, Marianna Herno.

Herno erklärte:

Wir alle in Deutschland wollen das Gleiche: Einen Winter ohne Einschränkungen und einen sicheren Alltag mit Freunden und Familie.

Zudem werde eine Vielzahl gemeinnütziger Projekte unterstützt, unter anderem die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung, die SOS Kinderdörfer sowie eine Reihe freier Träger.

Allerdings gab es auch Kritik. So äußerte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Daniela Ludwig gegenüber den Funke-Zeitungen:

Impfen ist unser Weg raus aus der Pandemie, gar keine Frage! Aber jetzt alles was geht als Anreiz für den Piks anzubieten halte ich für schwierig.

Wichtiger seien Überzeugungsarbeit und niedrigschwellige Impfangebote. Die Suchtexpertin der Landesfachstelle Glücksspielsucht NRW Verena Küpperbusch halte es für fragwürdig, wenn ein Angebot mit gewissem Suchtpotenzial mit der Impfung verbunden werde.

Der Bremer Suchtforscher Tobias Hayer hingegen schätze das Suchtrisiko durch die Vergabe eines einmaligen Freispiels bei einer Ziehung pro Woche als eher gering ein. Dadurch könne niemand impflotteriesüchtig werden, so Hayer.

Club-Party, Gratis-Joints und Bratwürste: Kuriose Impfaktionen

Die Infektionszahlen steigen derzeit wieder in vielen Ländern. Doch gleichzeitig macht sich eine Impfmüdigkeit breit. Mit teilweise kuriosen Aktionen sollen die Menschen zur Corona-Impfung motiviert werden.

In Berlin wurde am 9., 11. und 13. August die „Lange Nacht des Impfens“ veranstaltet. Nachdem sich die Gäste ihren Piks abgeholt hatten, konnten sie in der Eventhalle Arena an der Spree Club-Atmosphäre genießen.

Eine ähnliche Aktion wurde in Solingen gestartet. Beim „Late-Night-Impfen“ wurde zu alkoholfreien Cocktails geimpft. In Baden-Württemberg war ein mobiles Impf-Team auf Wochenmärkten, in Fußballstadien, im Freizeitpark oder im Freilichtmuseum unterwegs.

Eine Bratwurst für den Piks

Eine Impfaktion, die in den Medien viral ging, gelang in Sachsen und Thüringen. In den Städten Aue-Bad Schlema und Sonneberg wurde Anfang August erstmals das „Bratwurst-Impfen“ angeboten. Die Aktion war so erfolgreich, dass auch in anderen Bundesländern eine Bratwurst als Zugabe angeboten wurde.

In den USA versuchen die Bundesstaaten derweil, die Impfunwilligen mit verschiedenen Anreizen zu locken. Den Anfang machte die Impflotterie im Bundesstaat Ohio im Mai dieses Jahres, die auf große Resonanz stieß. Über 2,7 Millionen Menschen nahmen an der „Vax-a-Million“-Impfkampagne teil.

In anderen Bundesstaaten werden Einkaufsgutscheine, gratis Taxifahrten, Tickets für Sport-Events und Lostickets für Luxus-Kreuzfahrten und Freiflüge verteilt. In New York und Washington wurden von Aktivisten sogar Joints verschenkt.

Als lukrativ erweist sich die Impfkampagne für junge Menschen zwischen 18 und 25 in Griechenland. Wer sich seine Impfungen abholt, erhält 150 Euro. Die Niederlande hingegen setzen auf Romantik. Im Rahmen einer Aktion des Gesundheitsamtes in Haarlem bei Amsterdam wurden Singles zu einem „Blind-Date-Event“ eingeladen. Nach der Impfung konnten sich einsame Herzen bei arrangierten Dates näher kennenlernen.