250.000 Glücksspiel­sperren in Groß­britannien: GamStop meldet neuen Rekord

Veröffentlicht am: 1. Dezember 2021, 11:53 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 1. Dezember 2021, 05:33 Uhr.

In Großbritannien florierte das Online-Glücksspiel im vergangenen Jahr besonders stark. Dies zeigt sich nun auch bei der Anzahl der Problemspieler. Das Spielersperrsystem GamStop [Seite auf Englisch] vermeldete am Dienstag, dass erstmals mehr als 250.000 Personen für eine Glücksspielsperre registriert worden seien.

GamStop Webseite
Die Spielersperre GamStop sorgt für Spielerschutz. (Bild: GamStop)

GamStop zufolge sei der Großteil der Sperren auf eigenen Wunsch der Spieler erfolgt. So sei bei 91 % der Ausschlüsse die Initiative von den Betroffenen selbst ausgegangen. Die Überschreitung der Viertelmillion sei dabei bereits seit Längerem abzusehen gewesen, berichten die Organisatoren des Sperrsystems.

Neue Rekordzahlen

Die Zahl der freiwilligen und verordneten Spielersperren habe sich in diesem Jahr kontinuierlich erhöht. So seien bisher im Jahr 2021 schon über 67.000 Betroffene für das Online-Glücksspiel geblockt worden. Im gesamten vergangenen Jahr habe diese Zahl bei lediglich 51.000 Personen gelegen.

Im Vergleich zu GamStop steckt die deutsche Sperrdatei Oasis noch in den Kinderschuhen. Das seit Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrages im Juli 2021 bundesweit aktive System wurde nach Auskunft des derzeit noch zuständigen Regierungspräsidiums Darmstadt im Sommer lediglich von 13.989 Spielern genutzt. Damit ist das Spielersperrsystem hierzulande noch meilenweit von den Zahlen in Großbritannien entfernt. Angesicht der von Suchtberatungen geschätzt rund 450.000 Menschen mit problematischem oder pathologischem Spielverhalten in Deutschland dürften die Registrierungen bei Oasis künftig jedoch erheblich zunehmen.

Ein weiterer Grund für den Anstieg der Sperren liege in der wachsenden Bekanntheit des Systems. Dazu trage auch die Unterstützung durch viele Fußballclubs bei, die ihre Fans auf GamStop aufmerksam machten.

Zudem habe GamStop zahlreiche Verbesserungen vorgenommen, damit Betroffene leichter Hilfe fänden. GamStop-CEO Fiona Palmer erklärte dazu:

Wir haben das System weiterentwickelt, um die Registrierung zu erleichtern. Wir haben hart daran gearbeitet, unser Profil zu schärfen, um sicherzustellen, dass wir für diejenigen, die uns brauchen könnten, besser sichtbar sind.

Viele der Betroffenen hätten der Organisation in den vergangenen Monaten bestätigt, dass die eingeleiteten Maßnahmen die Bekämpfung ihres problematischen Spiels erleichtert hätten.

Angesichts der jüngst von der britischen Glücksspielbehörde UK Gambling Commission bekanntgegebenen neuen Rekordzahlen dürfte der Bedarf an Spielersperren in dem Land weiterhin hoch bleiben. Am Dienstag verkündeten die Kontrolleure, dass das Online-Glücksspiel im vergangenen Jahr mit Bruttoerträgen von 6,85 Mrd. GBP (8 Mrd. Euro) eine neue Höchstmarke erreicht habe.