COVID-19: Frauen und schwarze Angestellte in Massachusetts Casinos besonders von Entlassungen betroffen

Veröffentlicht am: 18. April 2022, 11:28 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 19. April 2022, 11:41 Uhr.

Die Massachusetts Gaming Commission (MGC) hat letztes Jahr eine Studie über die wirtschaftlichen Auswirkungen von COVID-19 in Auftrag gegeben. Vertreter der Economic & Public Policy Research Group des UMass Donahue Institute stellten am Donnerstag ihre Ergebnisse [Seite auf Englisch] vor. Aus diesen gehe hervor, dass schwarze und weibliche Casino-Angestellte besonders von Entlassungen in der Casino-Branche betroffen gewesen seien.

Schwarze Frau
People of Color und Frauen wurden während der Corona-Pandemie häufiger entlassen. (Bild: unsplash.com, Clarke Sanders)

Casinos hätten zu den am stärksten betroffenen Unternehmen gehört, als die Pandemie vor mehr als zwei Jahren Einzug hielt. Doch die Auswirkungen ihrer Schließung hätten sich nicht gleichmäßig auf die Belegschaft verteilt, teilten Vertreter der MGC mit.

Mark Vander Linden, Kommissionsdirektor für Forschung und verantwortungsvolles Spielen, kommentierte:

Die schlechten Nachrichten zuerst: Es war von Anfang an verheerend, als die Casinos im März 2020 geschlossen wurden, und es war in der gesamten Casinobranche zu spüren, sicherlich in der gesamten Branche in Massachusetts, und der Welleneffekt war ziemlich groß.

Die gute Nachricht sei, dass die wirtschaftliche Erholung der Casinobranche nach der Wiedereröffnung besser sei als erwartet.

Massenentlassungen in der Casinobranche während der Corona-Pandemie

Im Januar 2020 waren 6.520 Mitarbeiter im Plainridge Park Casino, MGM Springfield und Encore Boston Harbor beschäftigt und verdienten insgesamt 36 Mio. USD an Monatslöhnen. Die Casinos hätten 80,25 Mio. USD an Bruttospieleinnahmen für den Monat eingenommen.

Mitte März wurden alle drei Glücksspielzentren geschlossen und sie kehrten für mehr als ein Jahr nicht zum Vollbetrieb zurück. Die Anzahl der Beschäftigten sei schnell zurückgegangen, als die Casinos einen großen Teil ihrer Mitarbeiter entlassen hätten.

So sei die Belegschaft des Encore von 4.206 Mitarbeitern auf 1.854 zurückgegangen, MGM Springfield habe von 1.909 Mitarbeitern nur 149 behalten und die Mitarbeiterzahl von Plainridge Park sei von 416 auf nur 18 Mitarbeiter gesunken, heißt es in dem Bericht.

Die Belegschaft, die während der Schließung ihre Arbeitsplätze behalten habe, „war weißer und männlicher als die Belegschaft vor der Pandemie“, erklärte die Kommission in einer Zusammenfassung der Ergebnisse des Berichts.

Thomas Peake, ein leitender Forschungsanalyst am UMass Donahue Institute, sagte:

Die Entlassungen trafen am stärksten People of Color, was einen breiteren Trend im gesamten Gemeinwesen des Staates widerspiegelte, dass Menschen bei einer Krise wie dieser, die aus verschiedenen sozioökonomischen Gründen etwas anfälliger sind, oft am stärksten betroffen sind.

Junge Menschen, Niedriglohnarbeiter, Frauen sowie Schwarze hätten die Hauptlast der Arbeitsplatzverluste und Arbeitszeitverkürzungen getragen, so Peake. Dies habe unter anderem auch an den Sektoren gelegen, in denen diese Personengruppen stark vertreten seien.

Die Lebensmittel- und Getränke-Branche, Glücksspiel, Freizeit und Hotellerie seien Bereiche mit einem hohen Anteil an schwarzen Arbeitern. Diese Branchen seien am stärksten von den Entlassungen betroffen gewesen.

Seit der ersten Schließung im März 2020 seien viele dieser Angestellten in die Casinos zurückgekehrt. Doch der Verlust von Arbeitsplätzen und Löhnen habe insbesondere diese Personengruppen einer stärkeren wirtschaftlichen Instabilität ausgesetzt, heißt es in dem Bericht.