Forderung nach Verbot von Windhundrennen in Schottland

Veröffentlicht am: 17. September 2019, 11:49 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 17. September 2019, 12:45 Uhr.

Neben Fußball, Pferderennen und Rugby zählen Windhundrennen in Schottland zu den beliebtesten Sportarten, auf die gewettet wird. Doch die Rennen sind aufgrund der hohen Belastungen für die Hunde nicht unumstritten. Schottische Tierschützer fordern deshalb ein Verbot der Rennen.

Winhundrennen
Winhundrennen sind in Schottland sehr umstritten (Bild: Pixabay/Herbert Aust)

Forderung: Die Rennen verbieten

Der Verband Scotland Against Greyhound Exploitation (SAGE) kritisiert die Wettkämpfe scharf. Um das Leid der Windhunde zu beenden, verlangt er ein Ende der Rennen und hat eine entsprechende Petition [Seite auf Englisch] im schottischen Parlament eingereicht. In dieser wird die Regierung aufgefordert, die existierenden Rennbahnen im Land zu schließen und die Wettkämpfe zu verbieten.

Die Organisatorin Gill Docherty begründet die Forderung mit dem Schutz des Tierwohls, welches nicht für “Entertainment und Glücksspielprofite” geopfert werden dürfe.

Gegenüber der Presse äußerte sich Gill Docherty:

“Schottland hat die Gelegenheit, eine Vorläuferrolle beim Verbot von Windhundrennen als reinen Unterhaltungszwecken zu übernehmen. Die Änderung der Gesetzgebung zum Tierwohl ist der Schlüssel zur Schließung der letzten Windhund-Rennbahnen des Landes und kann garantieren, dass in Zukunft keine neuen Bahnen eröffnet werden können.”

Das Anliegen von SAGE scheint in der Öffentlichkeit breiter Zustimmung zu finden: Nach Angaben von Gill Docherty erhielt die Petition innerhalb weniger Tage bereits über 5.000 Unterschriften.

Der Kampf der Tierschützer um das Wohl der Tiere

Nicht nur in Schottland weisen Tierschützer schon seit Jahren auf das Leid der Hunde hin. Diese werden oft im Alter von nur anderthalb Jahren auf die Strecke geschickt, wo bis zu vier Jahre lang an Rennen teilnehmen, ehe sie zu alt für den Wettkampf sind.

Board of Great Britain GBGB
Die Rennorganisatoren (Bild: http://greyhoundstar.co.uk)

Schätzungen der für die Windhundrennen zuständigen Organisation Greyhound Board of Great Britain (GBGB) zufolge starben allein im letzten Jahr über 1.000 Tiere, während sich 5.000 auf den Rennbahnen oder im Training verletzten.

Nach Beendigung ihrer “Karriere” bleibt es meist karitativen Organisationen überlassen, den Hunden ein neues Zuhause zu vermitteln, wobei ein Großteil der Tiere dieses Alter gar nicht erreicht, da sie zuvor an Verletzungen oder Infektionen sterben. Hinzu kommt, dass auch im Hunderennsport das Thema Doping eine unrühmliche Rolle spielt. So fielen 2018 10 Hunde bei offiziellen Proben mit Dopingspuren auf.

Eine Sprecherin der GBGB betonte, dass die Organisation gegenüber Tierquälerei und Doping eine „Null-Toleranz-Strategie“ verfolgen würde. Zugleich hob sie die Bedeutung der Rennen hervor.

“Windhundrennen bleiben ein florierender Sport in Großbritannien, der 7.000 Menschen beschäftigt und Besucher aus der ganzen Welt anzieht.”

Deshalb wandte sich der Verband gegen ein generelles Verbot der Veranstaltungen.

Britische Buchmacher spenden für Windhunde

Die problematische Gesundheitssituation der Windhunde ist inzwischen auch den Buchmachern bewusst. Aus diesem Grund erklärten sich Anfang des Jahres Anbieter wie Paddy Power, William Hill oder Betfred bereit, Geld für den Schutz von Windhunden zu spenden.

Schottland ist einer von weltweit nur noch acht Staaten, in denen Windhundrennen legal sind. Hier gibt es Hunde-Rennbahnen. Zum Vergleich: In ganz Großbritannien werden über zwei Dutzend Bahnen betrieben und es gibt rund 10.000 Hunde, die an den Wettkämpfen teilnehmen.

Obwohl der Boom der Hunderennen lange vorbei ist, ziehen die Veranstaltungen jährlich noch immer über zwei Millionen Wettbegeisterte an, die dort und im Internet für Umsätze im dreistelligen Millionenbereich sorgen. Die Buchmacher erzielen auf diese Weise Einnahmen in Höhe von rund 7 Millionen Pfund Sterling im Jahr.

Nach Anregung durch die britische Glücksspielaufsicht UK Gambling Commission unterzeichneten die Wettbüros eine Abmachung, nach der sie einen Teil ihrer Einnahmen aus Wetten auf Windhundrennen an den Greyhound Trust spenden. Insgesamt sollen auf diese Weise mehr als 3 Millionen Pfund Sterling zusammenkommen.

Der Greyhound Trust ist eine Wohltätigkeitsorganisation, die sich um die Vermittlung von ausgedienten Windhunden an Privatpersonen kümmert. Seit ihrer Gründung im Jahr 1975 wurden so bereits über 100.000 Hunde in private Hände abgegeben.

Obwohl der Greyhound Trust und viele andere Organisationen viel für das Wohl der Windhunde tun, wäre den Tierfreunden ein Verbot der Rennen sicherlich am liebsten, denn dann müssten für das Spektakel überhaupt keine Tiere mehr gezüchtet werden.