Kampf zwischen Epic Games und Apple: Etappensieg für den Spiele­entwickler?

Veröffentlicht am: 13. September 2021, 01:55 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 13. September 2021, 01:56 Uhr.

Der Spieleentwickler Epic Games hat im Rechtsstreit gegen den Tech-Giganten Apple einen Etappensieg vor Gericht errungen. Entwicklern sei es nun erlaubt, auf alternative Zahlungsmethoden außerhalb des App-Stores hinzuweisen, urteilte US-Bundesrichterin Yvonne Gonzalez Rogers am Freitag.

Apple Logo, Epic Games Logo, Justizia
Epic Games erringt Etappensieg beim Rechtsstreit gegen Apple. (Bild: epicgames.com, apple.com, pixabay.com, casino.org)

Das Urteil ermögliche es, die Zahlung der 30%-igen Provision an Apple zu umgehen. Die Folgen für den Konzern könnten weitreichend sein, denn der App Store habe laut dem Handelsblatt allein 2020 über 72 Mrd. USD umgesetzt.

In dem Urteil heißt es:

Apple […] wird hiermit dauerhaft untersagt, Entwicklern zu verbieten, in ihre Apps und deren Schaltflächen externe Links oder andere Handlungsaufforderungen aufzunehmen, die Kunden zu Kaufmechanismen zusätzlich zum In-App-Kauf führen.

Die Richterin begründete ihr Urteil damit, dass Apple mit seinen Geschäftspraktiken den freien Wettbewerb behindere, da den Kunden verwehrt werde, sich nach günstigeren Alternativen umzuschauen.

Allerdings dürfe der Konzern weiterhin auf die App-Store-Exklusivität beharren. Laut dem Urteil sei Apple nicht dazu verpflichtet, iOS auch für andere Online-Stores freizugeben.

Rechtsstreit geht in die nächste Runde

Der CEO von Epic Games, Tim Sweeney, sei jedoch noch nicht zufrieden mit dem Urteil. Wie das Handelsblatt heute berichtete, habe der Fortnite-Entwickler am Sonntag ein Gerichtsdokument veröffentlicht, das die Ankündigung beinhalte, das Urteil vom Freitag anzufechten.

Der Streit zwischen Epic Games und Apple begann im August 2020, als der Spieleentwickler für sein Spiel Fortnite ein alternatives Zahlungssystem anbot. Apple verbannte das Spiel daraufhin aus dem App Store. Epic Games reichte Klage ein.

Ein wirklicher Sieg sei das Urteil nicht, denn weitere Ziele der Klage seien nicht erreicht worden. So habe Epic Games die Reduzierung der Provision, die sich derzeit noch auf 30 % beläuft, sowie die Zulassung externer Shops gefordert.

In einem Twitter-Post kündigte Sweeney an:

Das heutige Urteil ist weder für Entwickler noch für Verbraucher ein Gewinn. Epic kämpft für einen fairen Wettbewerb zwischen In-App-Zahlungsmethoden und App-Stores für eine Milliarde Verbraucher.

An der Börse zeigten sich nach dem Urteil erste Reaktionen. Die Apple-Anteile hätten am Freitag innerhalb weniger Minuten bis zu 4 % verloren, berichtete das Manager Magazin. Später hätten sie sich auf ein Minus von 2,5 % eingependelt.