Dopingvorwurf: Sergio Ramos kämpft um seinen Ruf, Rivale Mo Salah schadenfroh

Veröffentlicht am: 26. November 2018, 01:22 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 26. November 2018, 01:22 Uhr.

Im Rahmen der Football Leaks Enthüllungen geriet am Wochenende auch Real Madrid Verteidiger Sergio Ramos (31) unter Beschuss. Vorgeworfen werden dem Fußballprofi zwei konkrete Fälle von Dopingverstößen. Während der Spanier sich gegen die Anschuldigungen wehrte und der Zeitung Spiegel mit rechtlichen Schritten drohte, wirkte Erzrivale Mo Salah (26) schadenfroh.

Sergio Ramos
Sergio Ramos weist Dopingvorwürfe von sich (Bild: Wikimedia)

Viel Lärm um nichts?

Wenn Superstar Sergio Ramos für Real auf dem Platz steht, kommt es manchmal zu Reibungen, Konflikten und unschönen Szenen. Die aktuellen Dopingvorwürfe, die sich von der Zeitung Spiegel aus wie ein Lauffeuer über die Medienwelt verbreiteten, werfen ebenfalls kein gutes Licht auf den Top Fußballer.

Die jüngere der beiden fraglichen Doping-Angelegenheiten bezieht sich auf einen Vorfall vom 15. April dieses Jahres. Die Königlichen spielten im Auswärtsspiel gegen Málaga und gewannen mit 2:1. Sergio Ramos spielte, wie gewohnt, auf seiner Position des linken Innenverteidigers.

Nach dem Spiel sollte sich der 31-Jährige einer Dopingkontrolle per Urinprobe unterziehen. Die offiziellen Anti-Doping-Regeln in Spanien sehen vor, dass eine Probe unmittelbar erfolgen muss, damit ein Verfälschen nicht möglich ist.

Ramos hingegen habe darauf bestanden, zunächst duschen zu gehen und diskutierte darüber mit dem zuständigen Dopingkontrolleur. Dieser habe Ramos gewarnt, da das Duschen vor dem Test nicht zulässig sei. Der Fußballer jedoch insistierte weiterhin auf seine Dusche, da seine Mannschaft vor dem eiligen Abflug nach Madrid auf ihn warten würde.

In seinem aktuellen Statement auf seiner Website schilderte Ramos seine Sicht auf den Vorfall:

Nachdem die Partie vorbei war, wurde ich gebeten, einen Doping-Test zu machen. Wegen des Zeitdrucks aufgrund der bevorstehenden Rückreise der Mannschaft erlaubte mir der Kontrolleur, in seiner Anwesenheit zu duschen. Danach führte er den Test durch, den ich wie in allen anderen Fällen zuvor bestand.

Der Kontrolleur erzählte, dass auch der Arzt von Real Madrid gegen den sofortigen Dopingtest gewesen sei. Das Duschen fand letztendlich im Beisein des Kontrolleurs statt.

Die Zeitung Spiegel trat im Zuge der Vorwürfe mit der spanischen Anti-Doping Behörde (AEPSAD) in Kontakt, um auch dort ein Statement einzuholen. Die AEPSAD habe jedoch erwidert, dass keinerlei Regeln verletzt worden seien. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) sei zu derselben Schlussfolgerung gekommen und daher dem Fall nicht weiter nachgegangen.

Nicht dokumentierte Medikamente im Champions League Finale

Seinen Titel in der spanischen Primera División konnte Real Madrid 2017/18 nicht verteidigen und belegte nach Saisonende nur den dritten Tabellenplatz. Bei der Champions League läuft es dagegen seit 2015/16 mit derzeit drei Titeln in Folge deutlich besser für den Club.

Aktuell ist Real Madrid in der Champions League Gruppenphase punktemäßig auf dem ersten Platz der Gruppe G, deren weitere Teilnehmer AS Rom, ZSKA Moskau und Viktoria Pilsen sind. Mit neun Punkten liegt Real jedoch hinter anderen Gruppenführern wie FC Barcelona, FC Porto und Bayern München.

Bei Buchmachern hat das Team bezüglich des Pokalsieges derzeit sehr ähnliche Wettquoten wie Bayern München, Paris Saint-Germain, Liverpool und Real Madrid. Im Schnitt liegen diese aktuell bei 9/1 bis 12/1. Einig sind sich die Buchmacher jedoch, dass Real Madrid Gruppensieger der Gruppe G wird, hier sind die Quoten daher relativ niedrig

Die Wettquoten auf Real Madrid in der spanischen La Liga weisen derzeit daraufhin, dass man den Titelsieg nicht für sehr wahrscheinlich hält, denn die Quoten liegen immer hin zwischen 6/1 und 7/1.

Doch im Champions League Finalspiel 2017 gegen Juventus, welches am 3. Juni des Jahres in der walisischen Hauptstadt Cardiff ausgetragen wurde, soll Ramos ein „unzulässiges“ Medikament eingenommen haben, ohne dass dies offiziell angemeldet wurde.

Bei dem Medikament handelt es sich um das kortisonhaltige Präparat Dexametason, welches entzündungshemmend wirkt und in der Medizin sehr breit zum Einsatz kommt. Das Medikament sei dem Spanier zu jenem Zeitpunkt in Knie und Schultern injiziert worden, um dort lokal zu wirken. Ein Blick in die medizinischen Anwendungsbereiche und mögliche Nebenwirkungen spricht klar gegen eine klassische Einnahme zu Doping-Zwecken, i. e. zur Leistungssteigerung.

Decadron Dexamethason
Ramos erhielt den Entzündungshemmer Dexamethason ein (Bild: Wikimedia)

Vielmehr geht es in den Vorwürfen aber auch darum, dass die Einnahme schlicht nicht dokumentiert worden sei, was ein klarer Verstoß gegen die Vorgaben sei. An sich darf das Medikament nämlich auf ärztliche Verordnung hin auch vor einem Wettkampf eingenommen werde, sofern dies offiziell angemeldet wird.

Die Schuld für den fehlenden schriftlichen Vermerk habe der Mannschaftsarzt gänzlich auf sich genommen, wie Der Spiegel berichtete. Daher sei es auch nicht zu einem Disziplinarverfahren durch die UEFA gekommen, wie es eigentlich hätte geschehen müssen. Zu den aktuellen Vorwürfen habe sich die UEFA insofern geäußert, als sie die „unbegründete[n] Behauptungen entschieden und kategorisch“ zurückweise.

Ramos selbst kündigte in seinem Statement nun an, rechtliche Schritte gegen die Vorwürfe der Zeitung Spiegel und anderer Medien einzuleiten. Dabei sprach er von der Beschmutzung seines Rufes und der Verletzung seiner Rechte:

Auch wenn ich das Recht auf Informationsfreiheit respektiere, muss ich nun von dem Recht Gebrauch machen, meine Ehre zu wahren. Mein Rechtsteam wird sich mit den entsprechenden Medien auseinandersetzen, deren Berichte die Wahrheit vermissen lassen und meinen Ruf und meine persönlichen Rechte verletzen.

Während der Fall in den Medien also für großen Wirbel sorgt, scheinen weder die UEFA noch die WADA weitere Schritte für erforderlich zu halten. Ramos hat also derzeit nicht mit disziplinarischen Konsequenzen zu rechnen und kann sich auf den Kampf um sein Ansehen in der Fußballwelt konzentrieren.

Schadenfreue aus Liverpool

Auch Mo Salah, der Top Stürmer des FC Liverpools, brachte sich am Wochenende nach dem klaren 3:0 Sieg gegen Watford durch seinen ungewöhnlichen Torjubel in die Medien.

Mo Salah
Liverpool Star Mo Salah schien spöttisch (Bild: Wikimedia)

Dieser glich nämlich in seiner Geste sehr dem typischen Jubel von Ramos und wurde von Salah nie zuvor als Ausdruck der Freude verwendet. Aufmerksame Zuschauer posteten entsprechende Bilder auf verschiedenen Social Media Plattformen und auch die Presse ließ sich einen Kommentar nicht entgehen.

Salahs Jubel wurde als Stichelei gegen Ramos gedeutet. Dazu hätte der Ägypter allen Grund, denn dieser erlitt im Champions League Finale 2018 ein böses Foul von Ramos, woraufhin er mit einer Schulterverletzung zur Halbzeit unter Tränen den Platz verlassen musste.

Dem Spanier wurde zu der Zeit böse Absicht unterstellt, wogegen dieser sich natürlich wehrte. Er habe Salah nie verletzen wollen und habe daher ein reines Gewissen. Auch Liverpools Torwart Karius (25) musste in dem besagten Finalspiel aufgrund eines Ramos-Fouls ausgewechselt werden. Das Spiel gewann Real Madrid schließlich mit 3:1.

Die Deutung von Salahs Torjubel ist daher nicht abwegig. Trainer Jürgen Klopp (51) äußerte sich nur knapp zum Thema, als er darauf angesprochen wurde. Dieser sei ohnehin zu beschäftigt mit seinem eigenen Jubeln gewesen, um den Jubel von Salah zu beobachten.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich die beiden Top Teams auch in der aktuellen Champions League wieder begegnen werden. Sofern keine neuen schockierenden Enthüllungen im Fall Ramos ans Tageslicht kommen, sollte dieser Begegnung nichts im Wege stehen.