Neuseeländischer Rapper stürmt Charts mit Song über Glücksspielsucht

Veröffentlicht am: 21. Juni 2020, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 19. Juni 2020, 05:10 Uhr.

Mit seinem neuesten Rapsong hat der neuseeländische Rapper Diggy Dupé die Aufmerksamkeit der Medien auf sich gezogen. In seinem Titel CT&T thematisiert er die Spielsuchterkrankungen seiner Mutter und Großmutter, die seine Kindheit maßgeblich geprägt haben sollen.

Rapper Diggy Dupé in Musikvideo
Rapper Diggy Dupé rappt über die Spielsucht seiner Mutter und Großmutter. (Bild: YouTube/DiggyDupé)

CT&T stehe dabei für „cup of tea & toast“ (eine Tasse Tee und ein Toast), nach Aussage des Rappers das Einzige, was während finanzieller Engpässe auf den Tisch gekommen sei.

Das Lied sei jedoch keineswegs als Schuldzuspruch gegen seine Familie zu verstehen. Vielmehr wolle er auf das Problem der Spielsucht in Neuseeland hinweisen und darlegen, dass insbesondere die Kinder der Erkrankten Leidtragende seien.

Dennoch wolle er nicht beschönigen, wie er das Spielverhalten seiner engsten Verwandten als Kind miterlebt habe. Das Lied beginnt mit den Worten [Originalsong auf Englisch]:

Meine Oma zockte jeden Morgen, auf zum Casino, yeah, die ganze Rente in den Automaten, eine Wette beim Bingo, ich beschreib es euch allen, sie kaufte Rubbellose mit dem Traum vom reichen Leben und sie spielte Keno.

Gegenüber den Medien sagte Dupé, dass seine Mutter als Angestellte in einem Casino gearbeitet hätte. Sie habe im Sky Casino die Karten gedealt. Ebenso wie seine Großmutter habe auch sie eine Spielsucht entwickelt. Daher sei kaum Geld für Essen und ein sicheres Zuhause geblieben.

Der Raum, in dem ich zu Hause geschlafen habe, war wie ein Kühlschrank und ich bin mit schwarzem Schimmel aufgewachsen, daher weiß ich auch, wie es sein muss, auf der Straße zu schlafen. Seid clever mit eurem Geld. Oder auch nicht. Eure Entscheidung. Aber kauft erstmal Essen, bevor ihr die Automaten füttert.

Laut Spielsuchthilfe eine „traurige Realität“

Wie das neuseeländische Nachrichtenportal RNZ am Donnerstag berichtet hat, sei auch eine der Spielsuchtorganisationen des Landes auf den Song aufmerksam geworden. Laut der Pasifika Problem Gambling Agency spiegle der Songtext auch heute noch die Realität vieler Kinder wider.

Die Vorsitzende der Organisation, Mapu Maia, erklärte, dass das Problem der Spielsucht in der indigenen Bevölkerung des Landes, zu der Diggy Dupé gehöre, besonders groß sei.

Umfragen der Organisation hätten ergeben, dass 40 % der Pasifika-Bevölkerung bereits im Kindesalter mit dem Glücksspiel ihrer Eltern in Berührung gekommen sei. Oft sei dies mit Alkohol, Drogen und Gewalt einhergegangen. Das Lied dürfte daher bei vielen Menschen Anklang finden.