Unter der GroKo soll eSports in Deutschland künftig stärker gefördert und vor allem als offizielle Sportart anerkannt werden. Die Große Koalition aus CDU und SPD nimmt nach den Bundestagswahlen vergangenen September langsam aber sicher Gestalt an und die beiden Parteien haben sich in ihrem Koalitionsvertrag auf diese wichtigen Neuerung geeinig. Sollte die GroKo tatsächlich zustande kommen, kann sich die deutsche Gamesbranche über einen wichtigen Verbündeten freuen.

Angela Merkel und Martin Schulz beim TV-Duell

Angela Merkel und Martin Schulz wollen im Falle einer GroKo eSports fördern. (Bild: tagesschau.de)

CDU und SPD nehmen eSports in Koalitionsvertrag auf

In Deutschland stehen die Zeichen für eSports auf Erfolg. Nachdem am 24. September 2017 der neue deutsche Bundestag gewählt wurde und die CDU unter Kanzlerin Angela Merkel als stärkste Kraft aus den Wahlen hervorging, zeichnet sich nach langen Verhandlungen nun die Große Koalition aus CDU/CSU und SDP ab.

In Berlin konnte die Arbeitsgruppe „Digitales“ nun ebenfalls erste Erfolge verzeichnen. Die Unterhändler von CDU, CSU und SPD haben sich darauf geeinigt, Deutschland als Standort für eSports zu stärken und in diesem Rahmen verschiedene Projekte und Maßnahmen ins Auge gefasst, die unter anderem die offizielle Anerkennung von eSports als Sportart beinhalten. Seitens der CSU heißt es dazu:

„Wir wollen den Bekanntheitsgrad von eSports steigern. Computerspiele sollen endlich den Stellenwert bekommen, den sie längst haben sollten.“

Die Beratungen konnten dieses Wochenende erfolgreich abgeschlossen werden. Als Interessenvertreter der Parteien saßen Helge Braun und Dorothee Bär für CDU und CSU gemeinsam mit SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil am Verhandlungstisch. Insgesamt sind sechs CDU-Mitglieder, vier CSUler und sieben SPD-Politiker Teil der Arbeitsgruppe.

Diese Projekte sollen konkret gefördert werden

Die GroKo plant folgende Investitionen zu Gunsten der digitalen Welt und Videospiellandschaft in Deutschland:

Verbesserung der Wettbewerbsbedingungen für digitale Unternehmen im Vergleich zu anderen europäischen Ländern

Weiterentwicklung des Deutschen Computerspielpreises (Initiative der Wirtschaft und des Deutschen Bundestags mit Preisgeldern von über 500.000 € jährlich)

Milliardenschwerer Ausbau von Glasfaser- und Mobilfunknetzen (schnellerer Internetzugang und das Stopfen von Mobilfunklöchern)

Anerkennung von wettbewerbsorientiertem Computerspielen im Vereins- und Verbandsrecht

Die offizielle Anerkennung im Vereins- und Verbandsrecht zielt laut Redeführern Braun, Bär und Klingbeil darauf ab, eine olympische Perspektive für eSports zu erreichen und schürt damit weltweite Hoffnungen, dass die Disziplin schon bald als offizielle Medaillensportart bei den Olympischen Spielen vertreten sein könnte.

Steuererleichterungen dank Sportstatus

Sollten Computer- und Videospiele tatsächlich den Status einer anerkannten Sportart bekommen, so würden sich den Akteuren völlig neue Möglichkeiten eröffnen, darunter unter anderem die Einstufung als NGO. Damit einhergehen würden Steuererleichterungen sowie eine vereinfachte Annahme von Spendengeldern.

In Leipzig hat der Verein Leipzig eSports e.V. bereits eine solche Einstufung erreichen können. Den Status als NGO bekam der Verein allerdings nicht in der Kategorie Sport verliehen, sondern als Jugendorganisation.

NRW und Schleswig-Holstein Vorreiter in Sachen eSports

Die CDU hatte sich bereits in der Vergangenheit in einigen Bundesländern für die Unterstützung von eAthleten stark gemacht. Treibende Kraft war jedoch stets die FDP. Diese drängt übrigens auch darauf, endlich eine flächendeckende Glücksspielregulierung für die Bundesrepublik einzuführen und die Bedingungen für Anbieter zu verbessern sowie Hürden zu beseitigen.

In Nordrhein-Westfalen (schwarz-gelb) und Schleswig-Holstein (schwarz-gelb-grün) ist das Thema eSports bereits Teil der Koalitionsverträge und wird von den beiden amtierenden CDU-Ministerpräsidenten gefördert. Weniger angetan vom Thema Glücksspiel und eSports ist hingegen die SPD. Dennoch hat die neue GroKo der Gamesbranche ihre Unterstützung zugesagt.