China: Social Media Netzwerk geht gegen illegales Glücksspiel vor

Veröffentlicht am: 15. Januar 2020, 02:42 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 15. Januar 2020, 02:42 Uhr.

Das chinesische soziale Netzwerk Sina Weibo hat am Dienstag härteres Vorgehen gegen illegales Glücksspiel angekündigt und unterstützt damit die Behörden bei ihren Maßnahmen, unerlaubte Inhalte aus dem Land zu verbannen. Unterstützung erfährt das Reich der Mitte auch aus den Nachbarländern.

Sina Weibo Logo, chinesische Schriftzeichen
China: Social Network Sina Weibo kämpft gegen illegales Glücksspiel. (Bild: flickr.com, Autor: bfishadow)

Nach Angaben von Sina Weibo seien in der zweiten Jahreshälfte von 2019 über 6,4 Millionen nicht legitimierte Glücksspielaktionen identifiziert und mehr als 3 Millionen illegale Glücksspielkonten deaktiviert worden. Allein in den letzten drei Monaten habe Weibo 360.000 Links entfernt, die zu Seiten mit verbotenen Glücksspielen und „vulgärer Unterhaltung“ führten.

Härtere Gangart beim Kampf gegen illegales Glücksspiel

Laut Weibo seien nun die Systeme und Strategien zur Identifizierung und Beseitigung nicht autorisierter Inhalte aktualisiert worden. Das Unternehmen wolle seine Bemühungen verdoppeln und Informationen über potenziell kriminelle Aktivitäten an Beamte der öffentlichen Sicherheit weiterleiten.

Diese Nachricht des chinesischen Social Media Betreibers kam 24 Stunden nach der Veröffentlichung eines Statements des Ministeriums für öffentliche Sicherheit, in dem angekündigt wurde, die Maßnahmen gegen illegales Glücksspiel verschärfen zu wollen.

Sina Weibo wurde 2009 gegründet und ist eine der wichtigsten Social Media Plattformen in China, die auch für ihre Systemtreue bekannt ist. Anfang 2020 verzeichnete die Plattform bereits 446 Milliarden aktive Nutzer und könnte daher möglicherweise einen gewissen Einfluss auf die Meinungsbildung innerhalb der Bevölkerung ausüben.

Laut einer Erklärung des stellvertretenden Ministers für öffentliche Sicherheit, Sun Lijun, legten die chinesischen Behörden [Seite auf Englisch] großen Wert darauf, das illegale Online-Glücksspiel im Jahr 2020 einzudämmen.

Unterstützung aus den Nachbarländern

2019 forderten die chinesischen Behörden andere Staaten in ganz Südostasien auf, Online-Glücksspiele zu verbieten und strengere Maßnahmen gegen illegale Aktivitäten zu ergreifen. Kambodscha kam der Aufforderung Chinas nach und erwirkte zum 1. Januar 2020 die Einstellung aller Online Glücksspiel-Aktivitäten.

Die Philippinen führten trotz Aufforderung Chinas kein Online-Glücksspielverbot ein. Vielmehr sei vorgesehen, Online-Glücksspielanbieter, sogenannte POGOs (Philippine Offshore Gaming Operators), in der Region weiterhin legal zu lizenzieren.

Die chinesischen und philippinischen Behörden kündigten jedoch an, gemeinsam gegen illegales Glücksspiel auf den Philippinen vorzugehen. Präsident Rodrigo Duterte betonte, es werde keine Einmischung chinesischer Beamter in die Gesetze des Landes geben. Er fügte hinzu, dass chinesische Einwohner, die illegal im Glücksspielsektor des Landes arbeiten, abgeschoben würden.