Britischer Lotto-Veranstalter Camelot hebt Mindestalter auf 18 Jahre an

Veröffentlicht am: 15. April 2021, 11:58 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 15. April 2021, 12:15 Uhr.

In Großbritannien will Lotto-Veranstalter Camelot das Mindestalter für die Angebote der National Lottery früher als geplant anheben. Statt im Oktober dieses Jahres soll das Alterslimit nach Angaben des Anbieters schon am 22. April von 16 auf 18 Jahre heraufgesetzt werden.

Rubbellos Hand
Das Mindestalter gilt auch für Rubbellose (Bild: Flickr/Lotto Sachsen)

Durch den Schritt wird es Minderjährigen bereits ab kommender Woche verwehrt, Camelot-Produkte wie die auch bei Jüngeren populären Rubbellose zu erwerben. Das Verkaufsverbot soll nach Auskunft des Betreibers sowohl für terrestrische Lottoannahmestellen als auch für das Online- und App-Geschäft der National Lottery gelten.

In einer Erklärung wandte sich Camelot direkt an die Spieler:

Bei allem, was wir tun, steht die Förderung eines gesunden Spiels im Mittelpunkt. Denken Sie daran, Sie können Limits für den Betrag festlegen, den Sie jede Woche einzahlen und ausgeben, Ihr Limit für Sofortgewinn-Spiele anpassen oder sogar eine Spielpause einlegen.

Camelot zufolge sorge die Verschärfung dafür, dass rund 3.300 Online-Kunden zwischen 16 und 18 Jahren künftig nicht mehr spielen könnten. Das Unternehmen schätze zudem, dass in den landbasierten Geschäften etwa 54.000 Spieler dieser Altersgruppe betroffen seien.

Von Behörde und Spielerschützern seit Langem gefordert

Das Ende des Angebots von Lotto & Co. für Minderjährige wurde von Spielerschützern seit Langem gefordert. Zuletzt hatte die bis Februar 2021 als Kinderschutzbeauftragte fungierende Anne Longfield kritisiert, dass Camelot seine Position missbrauche. So ermögliche das Unternehmen es Minderjährigen, wöchentlich bis zu 350 GBP zu verspielen.

Mit der Maßnahme kommt Camelot auch Forderungen des für das Glücksspiel zuständigen Ministeriums für Digitales, Kultur, Medien und Sport nach. Die Behörde hatte den Lotto-Betreiber aufgefordert, das Mindestalter für alle Lotterie-Angebote anzuheben. So sollten Jugendliche besser vor den negativen Folgen des Glücksspiels geschützt werden. Bereits vergangene Woche hatte das Unternehmen 10 GBP teure Sofortgewinn-Spiele aus seinem Angebot entfernt und war auch damit der Forderung nach verstärktem Spielerschutz nachgekommen.

Die zunehmenden Bemühungen Camelots um mehr Spielerschutz könnten mit seiner auslaufenden Lotto-Lizenz in Verbindung stehen. Die Genehmigung endet 2023, und der Betreiber muss sich im Kampf um eine Verlängerung gegen Mitbewerber aus dem europäischen Ausland durchsetzen.

Maßnahmen für ein faires Spiel könnten dabei helfen, im anstehenden Genehmigungsverfahren bei den Lizenzgebern wertvollen Boden gegenüber den Wettbewerbern gutzumachen.