Betfred stürmt US-Markt: Immer mehr britische Buchmacher „wandern aus“

Veröffentlicht am: 18. Juli 2021, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 16. Juli 2021, 02:50 Uhr.

Der britische Buchmacher Betfred hat angekündigt, seine US-Geschäfte in den nächsten Monaten deutlich ausweiten zu wollen. Wie das US-Medien-Unternehmen Bloomberg am Freitag berichtet hat [Seite auf Englisch], sollen bereits Anfang 2022 weitere Standorte eröffnet werden. Ein Sprecher des Glücksspielkonzerns habe bestätigt, dass die Lizenzverhandlungen bereits liefen.

Betfred Wettbüro Großbritannien
Der britische Buchmacher Betfred plant Expansion in weitere US-Bundesstaaten. (Bild: Casino.org)

Erst letztes Jahr habe die Betfred Group zehn neue Standorte im US-Bundesstaat Nevada eröffnet. Auch in Colorado, Pennsylvania und Iowa halte der Buchmacher bereits mehrere Lizenzen. Nun visiere das Unternehmen insbesondere die Staaten Louisiana, Ohio und South Dakota an, wo Sportwetten frisch legalisiert worden seien.

Der heute international operierende Sportwetten-Anbieter Betfred wurde 1967 von den Brüdern Fred und Peter Done gegründet. Ihr Startkapital zur Eröffnung ihres ersten eigenen Wettbüros erhielten sie aus einer erfolgreichen Wette auf WM-Sieger England im Jahr 1966. Nachdem die Brüder in den Jahren darauf wenige weitere Standorte eröffneten, gelang 1997 die erste große Expansion. Sie übernahmen die Buchmacher-Kette Robert Walker und betrieben damit erstmals 100 Wettbüros. Danach wuchs die Zahl der Standorte stetig an. Heute betreibt Betfred in Großbritannien 1.550 Wettbüros. Bereits seit 2004 ist das Unternehmen auch im Online-Glücksspiel aktiv.

Wie Betfred erklärt, wolle der Konzern nach und nach in all jene US-Bundesstaaten expandieren, die den Weg für legale Sportwetten ebneten. In 22 Staaten würden Sportwetten bereits legal angeboten. In weiteren neun Staaten sei die Legalisierung bereits fest beschlossen. 17 Staaten zeigten sich einer Legalisierung zugeneigt und lediglich drei Staaten zeigten keinerlei Interesse.

Der junge US-Sportwettenmarkt biete unzählige Chancen für erfahrene Buchmacher aus Großbritannien. Bereits 2019 hieß es in einem Statement des Buchmachers:

Betfred strebt danach, den sich neu öffnenden US-Sportwettenmarkt zu erschließen und zu bestärken […] Betfred bringt eine große Bandbreite von Expertise in Bezug auf gehobenen Kundenservice im Einzelhandel, Marktautomatisierung und Live-Sport-Wettangebote auf den US-Markt. […] Wir arbeiten als Team unermüdlich daran, flexible, verständliche Lösungen für die US-Sportwetten-Industrie bereitzustellen.

Großbritannien auch weiterhin wichtiger Markt

Anders als Konkurrent William Hill scheint Betfred seinem Heimatmarkt dennoch treu bleiben zu wollen. Tatsächlich gab es im Herbst letzten Jahres Spekulationen darüber, dass Betfred die britischen William-Hill-Wettbüros aufkaufen könnte. Anlass war, dass William Hill begonnen hatte, seine britischen Wurzeln im Zuge seiner eigenen US-Expansion abzustoßen.

Betfred war schon vor der Verkaufsansage der zweitwichtigste Investor von William Hill. Laut Bloomberg habe der Buchmacher allein dank seiner Anteile an der Konkurrenz insgesamt 220 Mio. USD Gewinn machen können.

Im April dieses Jahres gab jedoch schließlich der US-Glücksspiel-Riese Caesars Entertainment bekannt, sich mit William Hill über den Kauf der britischen Standorte geeinigt zu haben.