Britischer Glücksspiel­verband setzt neuen Standard für Online-Spielautomaten

Veröffentlicht am: 28. September 2020, 02:22 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 1. Oktober 2020, 03:37 Uhr.

Der britische Glücksspielverband Betting and Gaming Council (BGC) hat einen neuen Kodex zum Design von Online-Casinospielen formuliert. Die darin enthaltenen neuen Vorgaben für Online-Spielautomaten sollen branchenweit die Spielerschutz-Standards erhöhen.

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Britischer Glücksspielverband schreibt neue Regeln für Online-Spielautomaten vor (Bild: Casino.org)

Wie der Verband am Freitag auf seiner Webseite berichtet hat [Seite auf Englisch], verpflichteten sich seine Mitglieder, innerhalb der nächsten Monate stufenweise neue Maßnahmen und Mechanismen in ihren Online-Casinos zu implementieren.

Die erste Phase habe bereits begonnen. Bis spätestens zum 30. September gälten für alle Online-Casinospiele die folgenden Mindestanforderungen:

  1. Jede Spielrunde muss mindestens 2,5 Sekunden lang dauern. Eine Spielrunde bezeichnet den Zeitraum zwischen dem Auslösen des Spiels (bspw. durch das Klicken auf Start) und der Bekanntgabe des Ergebnisses (Gewinn oder Niete).
  2. Casino-Spiele dürfen keine Turbo-Funktion mehr enthalten, mit der der Spieler die einzelnen Spielrunden beschleunigen kann.
  3. Sogenannte „Slam Stops“, mit denen Spieler beispielsweise die Walzen frühzeitig anhalten können, um ihr Spielergebnis früher zu erhalten, müssen aus allen Spielen entfernt werden.
  4. Online-Casinos dürfen ihren Kunden nicht mehr ermöglichen, zeitgleich an mehr als einem Automaten zu spielen.

Die anschließende zweite Phase beinhaltet Änderungen zu Gewinn- und Verlust-Benachrichtigungen. Die Online-Casinos sind aufgefordert, Gewinne die unterhalb des Einsatzes liegen, anders anzuzeigen als Gewinne, die darüber liegen.

Da Gewinne unterhalb des Einsatzes laut BGC insgesamt einen Verlust bedeuteten, dürften diese nicht so visuell dargestellt oder von Musik und Tönen begleitet werden, dass der Eindruck eines Gewinnes entstehe.

Eine weitere Änderung der zweiten Phase betrifft Bonusspiele. Diese dürfen nicht mehr automatisch gestartet werden, sondern müssen vom Spieler aktiv selbst aktiviert werden.

Mehr Spielerschutz noch vor neuem Glücksspielgesetz

Der Geschäftsführer des BGC, Michael Dugher, betont, wie wichtig derartige Maßnahmen für den Spielerschutz seien. Die vielen britischen Anbieter könnten so noch vor dem geplanten neuen Glücksspielgesetz die Spielerschutz-Standards heben.

Der neue Game-Design-Kodex ist ein weiteres Beispiel unserer Entschlossenheit, uns direkt mit den Sorgen [betreffend Spielerschutz; Anm. d. Verf] zu beschäftigen und unseren Verpflichtungen für sicheres Glücksspiel nachzukommen. Ich bin mir sicher, dass unsere Mitglieder diesen Ansatz befürworten und sich dessen Ziel des verbesserten Spielerschutzes verpflichten.

Langfristig sollen noch weitere Pflichtänderungen in die Online-Casinos integriert werden. So soll beispielsweise auch im Spielbereich der Online-Casinos auf bestehende Hilfsangebote für Problemspieler hingewiesen werden.

Darüber hinaus sollen Spieler alle 60 Minuten daran erinnert werden, wie lange sie bereits spielen, um dann erneut bestätigen zu müssen, weiterspielen zu wollen. Eine ähnliche Regelung ist auch im deutschen GlüNeuRStV vorgesehen.