Vorsitzender der australischen Football-Liga verteidigt Sponsoring von Wettanbieter

Veröffentlicht am: 2. März 2020, 12:46 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 2. März 2020, 01:19 Uhr.

Gillon McLachlan, Chef der Australian Football League (AFL), hat das Liga-Sponsoring durch den Wettanbieter BetEasy verteidigt. Zugleich verwahrte er sich gegen den Vorwurf der “Heuchelei“.

Football
Football ist in Australien sehr populär (Bild: Pixabay/Keith Johnston)

Der Vorsitzende von Australiens Football-Liga unterstützte am Wochenende der Tageszeitung The Age [Seite auf Englisch] gegenüber die Vereinbarung, die die AFL und BeatEasy im vergangenen Jahr unterzeichnet haben. Sie gibt dem Anbieter von Sportwetten für fünf Jahre das Recht, als Sponsor der Liga in Erscheinung zu treten.

Heuchlerischer Deal?

Seitdem hagelt es von Spielschutz-Organisationen Kritik. So warfen Vertreter der Australia’s Alliance for Gambling Reform (AFGR) der AFL vor, durch die Partnerschaft “scheinheilig“ zu handeln, da sie zum einen strenge Anti-Wett-Richtlinien eingeführt habe, auf der anderen Seite aber Geld von Glücksspielunternehmen annähme.

Das Sponsoring durch Glücksspielunternehmen wird nicht nur in Australien kritisiert. So erfahren insbesondere in England Anbieter von Sportwetten aufgrund ihrer umstrittenen Werbetätigkeit im Profifußball derzeit kräftigen Gegenwind. Dort werden 27 der 44 Top-Teams von Glücksspielunternehmen gesponsert.

Der Streit erhält durch den Fall des Footballspielers Jaidyn Stephenson besondere Brisanz. Dieser war im vergangenen Jahr dabei erwischt worden, wie er Wetten auf Spiele seines Teams Collingwood Football Club getätigt hatte.

Daraufhin war er von einem AFL-Gericht für zehn Spiele gesperrt und zur Zahlung von 20.000 Australischen Dollar (umgerechnet 11.800 Euro) verurteilt worden. Kritiker halten die harte Strafe für heuchlerisch, da die AFL zu der Zeit ihre Wettpartnerschaft mit BetEasy in die Wege geleitet habe.

Seinen Kritikern erwiderte McLachlan am Wochenende:

“Wir versuchen, eine Balance zwischen dem Schutz der Integrität des Spiels und (…) der Partnerschaft mit legalen Unternehmen zu finden, um zu wachsen und in das Spiel zu investieren, damit wir die Preise halten, in den lokalen Football investieren und die sozialen Erwartungen unserer Unterstützer erfüllen können.”

Der Verbandschef betonte, dass das Halten dieser Balance ein Prozess sei, der sich kontinuierlich entwickle. Zugleich verwahrte er sich gegen den Vorwurf der Heuchelei.

Dabei verteidigte McLachlan das Urteil gegen Stephenson, da es deutlich aufzeige, dass die Liga strikt gegen jede Art von Wettgeschäft im Umfeld der Aktiven vorgehe, um auf diese Weise die Gefahr von Spielmanipulationen auszuschließen.