William-Hill-Wettbüros wegen günstiger Snack-Angebote im Kreuzfeuer der Kritik

Veröffentlicht am: 27. Oktober 2021, 01:54 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 27. Oktober 2021, 01:54 Uhr.

Der britische Sportwetten-Anbieter William Hill steht derzeit in der Kritik, da in einigen seiner terrestrischen Wettbüros warme Speisen zu niedrigen Preisen angeboten würden. Dies sei eine Taktik, um die Menschen länger beim Glücksspiel zu halten, berichtete das britische Nachrichtenportal The Guardian [Seite auf Englisch] am Montag.

Brötchen, Tasse Kaffee
In einigen Wettbüros von William Hill können die Kunden günstig frühstücken. (Bild: pixabay.com)

Bei dem sogenannten „WH Café“ handle es sich nach Angaben des Unternehmens um einen Testlauf, der derzeit in fünf seiner Geschäfte durchgeführt werde. Es handle sich bei der Initiative um eine Reaktion auf Kundenanfragen und ziele darauf ab, das Kundenerlebnis zu optimieren.

Einige terrestrische Wettbüros in Großbritannien servieren kostenlosen Tee, Kaffee und kleine Snacks, zum Beispiel für Stammgäste. Eine Speisekarte mit warmen Speisen wie diese ist in der Branche ein Novum.

Günstige Preise verführen zum Glücksspiel

In einer Filiale des Buchmachers im Einkaufszentrum Arndale im Zentrum von Manchester sollen Schilder für ein „WH Café“ geworben haben, das verschiedene Snacks, Burger und Frühstück verkaufe.

Die Aktion beinhalte ein Sonderangebot für einen Wurst-Ei-Muffin für 2 GPB und den Big Al’s Chicken Burger für 2,50 GBP. Diese Preise seien niedriger als bei einem vergleichbaren Menü bei McDonald’s.

Glücksspielgegner, die sich für strengere Kontrollen der Branche einsetzen, kommentierten, dass die Angebote von Speisen zu sehr günstigen Preisen konzipiert seien, um die Kunden länger im Geschäft zu halten. Auf diese Weise würden sie mehr Geld in ihr Spiel investieren. Zudem würden auch mehr neue Kunden angezogen werden.

Die Labour-Abgeordnete Carolyn Harris, die eine parteiübergreifende Gruppe leitet, die sich mit glücksspielbedingten Schäden auseinandersetzt, bezeichnete die Aktion von William Hill als „zynischen Plan“. Es handle sich dabei um eine weitere Taktik einer Industriehölle, die darauf aus sei, jedes Pfund aus den Kunden herauszupressen, so Harris.

William Hill distanzierte sich von den Vorwürfen und betonte, dass es sich bei der Aktion um die Umsetzung von Kundenwünschen handele.

Ein Sprecher von William Hill sagte:

Wir testen derzeit WH Cafés in fünf unserer 1.408 Geschäfte in Großbritannien, und obwohl die ersten Rückmeldungen unserer Kunden positiv sind, gibt es keine Pläne für eine flächendeckende Einführung.

Die fünf Shops verfügten nach Unternehmensangaben über eine Lizenz zur Erbringung von Wettdienstleistungen und seien bei den zuständigen Behörden für den Verkauf von Lebensmitteln und alkoholfreien Getränken registriert.