Ronaldo, Messi, oder einer der Jungstars aus Belgien und Frankreich? Zum Kreis der mit Spannung erwarteten Nominierten zum Weltfußballer des Jahres 2018 gehören auch in diesem Jahr wieder die Stars der großen europäischen Ligen. Auf der Kandidatenliste der Fifa fehlt mit dem 26-jährigen Brasilianer Neymar jedoch ein äußerst prominenter Name.

Modric, Ronaldo, Mbappe

Modric, Ronaldo und Mbappe gehören zu den Nominierten (Bild: ran.de)

Die Nichtberücksichtigung von dem in Paris spielenden Superstar Neymar kommt sicherlich für viele überraschend. Jedoch hat sich der Ausnahmespieler aufgrund seiner vielen theatralischen Showeinlagen nach echten oder vermeintlichen Fouls während der Fußballweltmeisterschaft in Russland nicht nur Freunde gemacht. Selbst in Brasilien kritisierten Fans und Experten die übertriebenen Aktionen, die seine Kunststücke mit dem Ball viel zu oft überdeckten.

Die Auszeichnung zum Weltfußballer des Jahres mit dem Pokal Ballon d’Or ist für Fußballprofis die begehrteste Einzeltrophäe, die es für einen einzelnen Spieler zu gewinnen gibt. Weltmeister- und Europameistertitel, nationale Meisterschaften oder der Champions League-Sieg: Sie alle küren Teams zu Gewinnern, wohingegen der Ballon d’Or die herausragende Leistung eines Einzelnen über eine gesamte Saison würdigt.

Viele WM-Stars nominiert

Statt der Brasilianer um Neymar dominieren die Spieler der bei der Weltmeisterschaft erfolgreich aufspielenden Nationen wie Frankreich (drei Nominierte), Belgien (zwei), Kroatien und England (je einer). Mit ihnen bekommen die Seriensieger der letzten Jahre, der fünffache Gewinner Lionel Messi sowie der Vorjahressieger und dreifache Weltfußballer Cristiano Ronaldo, ernsthafte Konkurrenz bei der diesjährigen Wahl.

Die Nominierten für die Wahl zum “Weltfußballer 2018”
Cristiano Ronaldo (Portugal)
Kevin De Bruyne (Belgien)
Antoine Griezmann (Frankreich)
Eden Hazard (Belgien)
Harry Kane (England)
Kylian Mbappe (Frankreich)
Lionel Messi (Argentinien)
Luka Modric (Kroatien)
Mohamed Salah (Ägypten)
Raphael Varane (Frankreich)

Auch Fußballfans können abstimmen

Teilnahmeberechtigt für die Stimmabgabe sind zu jeweils 25 Prozent die Kapitäne und Trainer sämtlicher der Fifa zugehörigen Nationalmannschaften, über 200 Medienvertreter sowie Fußballfans auf der ganzen Welt. Diese können bis zum 10. August über eine Fifa-Webseite für ihren Favoriten stimmen und das Ergebnis so ebenfalls beeinflussen.

Die drei Spieler mit den meisten Stimmen werden anschließend bekannt gegeben. Am 24. September wird im Rahmen der festlichen Fifa-“The Best”-Gala, aus ihrem Kreis der Sieger und Weltfußballer 2018 gekürt und mit dem begehrten Ballon d’Or ausgezeichnet.

Keine deutschen Spieler berücksichtigt

Deutsche Spieler wurden nicht für den Ballon d’Or nominiert, was für Beobachter aus dem In- und Ausland nach dem enttäuschenden Abschneiden der deutschen Fußballnationalmannschaft nicht überraschend kommt.

Querelen rund um das deutsche Team und den DFB

Die Nichtberücksichtigung einheimischer Profis trifft den deutschen Fußball in einer Zeit, die von Problemen und Zerwürfnissen geprägt ist. Nach dem unrühmlichen Vorrunden-Aus der Nationalmannschaft bei der WM und der für viele Experten unverständlichen vorzeitigen Vertragsverlängerung mit Bundestrainer Löw kam es am Wochenende zum Eklat, als Mesut Özil seinen Austritt aus der Nationalmannschaft erklärte. Damit erreichte die seit Monaten köchelnde Debatte um die Fotos der mit dem türkischen Präsidenten Erdogan posierenden Nationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan einen Höhepunkt. Neben Kritik und Zustimmung für die Entscheidung des Spielers rückte die zweifelhafte Rolle des DFB und der Umgang des Verbands mit der Affäre in den Fokus. Dabei steht insbesondere DFP-Präsident Reinhard Grindel in der Kritik, der sich bereits mit ersten Rücktrittsforderungen konfrontiert sieht.

Aus der Bundesliga wurde bis auf den ehemaligen Wolfsburger Kevin De Bruyne kein gegenwärtig aktiver Spieler für die Wahl vorgeschlagen. Stattdessen dominieren bei den Nominierten die Profis aus der englischen Premier League und der spanischen Primera Division.

 

Wird Jürgen Klopp Trainer des Jahres?

Jürgen Klopp

Auch Jürgen Klopp wurde nominiert (Bild: Sport1)

Bei dem Event, das zum zweiten Mal in London veranstaltet wird, werden jedoch nicht nur Fußballspieler geehrt. Auch die beste Fußballspielerin und der beste Trainer der Jahres werden gewählt und vor Ort bekannt gegeben. Im Gegensatz zu den männlichen Spielern sind in diesen beiden Kategorien auch deutsche Aktive vertreten.

So darf sich mit Dzsenifer Marozsán die Kapitänin der Frauen-Nationalmannschaft Hoffnungen auf die Auszeichnung zur Weltfußballerin machen. Zudem stehen mit Stephan Lerch vom VfL Wolfsburg und der künftigen Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg zwei deutsche Trainer von weiblichen Teams zur Auswahl.

Für die Abstimmung zum Welttrainer des Jahres wurde Jürgen Klopp nominiert. Er hatte in der vergangenen Saison den FC Liverpool in das Champions-League-Finale und am Ende der Saison auf den vierten Tabellenrang geführt. Damit besteht für deutsche Fans zumindest die Hoffnung, dass es ein deutscher Vertreter auf dem Treppchen nach ganz oben schafft.