Landing Resort: Polizei findet verschwundene Millionen in Casino-Safe

Veröffentlicht am: 13. Januar 2021, 02:02 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 13. Januar 2021, 02:02 Uhr.

Neue Wendung im Fall der verschwundenen Millionen von Casinobetreiber Landing. In der vergangenen Woche hatte das Unternehmen aus Hongkong mitgeteilt, umgerechnet rund 11 Mio. Euro aus seinem südkoreanischen Casinoresort Jeju Shinhwa World zu vermissen. Nun soll knapp die Hälfte hiervon wieder aufgetaucht sein. Die ermittelnden Behörden erklärten, in einem Safe im Landing Casino auf umgerechnet rund 5,8 Mio. Euro in bar gestoßen zu sein.

Tresortuer
Die Ermittler fanden eine siebenstellige Summe in einem Safe des Landing Casinos. (Quelle:pixabay.com/Reimund Bertrams)

Herkunft des Geldes noch nicht geklärt

Wie die zuständige Jeju Provincial Police Agency heute Medienvertretern gegenüber erklärte, sei die Herkunft der gefundenen Millionen noch nicht restlos geklärt. Derzeit seien die Ermittler mit der Analyse der Banknoten beschäftigt. Es deute jedoch vieles darauf hin, dass es sich bei dem Bargeld um einen Teil der insgesamt verschwundenen 14,56 Mrd. Südkoreanischer Won von Casinobetreiber Landing handele.

Die börsennotierte Landing International Development Limited hatte den Vorfall am Montag vergangener Woche öffentlich gemacht und bekanntgegeben:

Das Management der Gruppe stellte fest, dass bestimmte Mittel in Höhe von ca. 14,56 Mrd. KRW (…) der Gruppe aus Jeju, Südkorea fehlten (…). Derzeit kann das Management der Gruppe die für die Fonds verantwortliche Mitarbeiterin nicht erreichen.

Die koreanische Nachrichtenagentur Yonhap News Agency berichtet, dass es sich hierbei um eine malaysische Angestellte des Unternehmens handeln soll. Die Frau, die mit der Verwaltung der Bargeldvorräte betraut gewesen sei, sei nach einem Urlaub Ende Dezember nicht an ihren Arbeitsplatz zurückgekehrt. Kurz darauf seien die Fehlbeträge bei einer internen Prüfung aufgefallen.

Erste Versuche der Polizei, den Verbleib des Geldes anhand der Videoüberwachung nachzuvollziehen, hätten nur wenig Aufklärung gebracht. So seien die Aufnahmen der Zeiträume, in denen der mutmaßliche Diebstahl stattgefunden haben muss, offenbar im Vorfeld von den Bändern gelöscht worden.

280 kg Bargeld

Dass die Fahnder nun sogar im Casino [Seite auf Englisch] auf einen Teil der mutmaßlichen Beute stießen, so Yonhap News, sei weniger überraschend als auf den ersten Blick anzunehmen. So belaufe sich das Gewicht des fehlenden Geldes auf rund 280 kg. Dies sei deutlich mehr als eine Person im betreffenden Zeitraum aus dem Casino, geschweige denn von der Insel hätte transportieren können.

Die Insel Jeju liegt rund 85 km vor der Südküste der koreanischen Halbinsel zwischen der Koreastraße und dem Ostchinesischen Meer. Neben dem Vergnügungs- und Glücksspielresort Jeju Shinhwa World der Landing Limited im westlichen Teil locken insbesondere vielfältige Wassersport-Angebote jährlich viele Tausend Touristen auf die größte Insel Südkoreas.

Weitere Bargeldbeträge im fünfstelligen Bereich seien zudem im Wohnhaus der verschwundenen Frau sichergestellt worden. Inwieweit diese mit dem mutmaßlichen Verschwinden der Landing-Millionen im Zusammenhang stehen könnten, ist derzeit nicht klar.

Der Casinobetreiber hat sich bislang nicht öffentlich zu der Identität der Hauptverdächtigen oder den aktuellen Entwicklungen geäußert. Zuletzt hatte der Vorstand lediglich mitgeteilt, weitere Informationen sammeln und Untersuchungen anstellen zu wollen.