Trotz Corona-Restriktionen: Illegales Glücksspiel blüht in Deutschland

Veröffentlicht am: 2. Dezember 2020, 02:02 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 2. Dezember 2020, 02:02 Uhr.

Während Spielhallen und Casinos aufgrund von Corona-Verordnungen bundesweit geschlossen haben, werden immer wieder Glücksspiele in illegalen Spielhallen und Hinterzimmern veranstaltet. Allein in den vergangenen Tagen kam es gleich in mehreren deutschen Städten, darunter Oberhausen und Hamburg, zu Durchsuchungen im Zusammenhang mit unerlaubten Karten- und Automatenspielen.

Polizeisignale auf Auto
Die Polizei hat während der Corona-Pandemie gegen illegales Glücksspiel durchgegriffen. (Quelle: Pixabay)

Glücksspiel-Razzia im Club 77

Erst am Wochenende habe die Hamburger Polizei im ehemaligen „Club 77“ eine illegale Pokerrunde auffliegen lassen und dabei 22.000 Euro Bargeld sichergestellt, meldete am Dienstag das Hamburger Abendblatt. Die Hamburger Morgenpost hatte das Lokal einst als „Hamburgs übelsten Club“ bezeichnet.

Laut Medienberichten kam es in den 1980er-Jahren in und vor dem ehemaligen Club 77 zu mehreren gewalttätigen Angriffen auf Personen und sogar zu Mordanschlägen. Außerdem soll der Club ein Hotspot für den Verkauf von Diebesgut und den Handel mit Waffen, Drogen und Zwangsprostituierten gewesen sein.

Nachdem die Polizei Hinweise auf die illegale Pokerrunde erhalten habe, hätten Beamte kurz vor Mitternacht die Einrichtung gestürmt und dabei 22 Personen angetroffen. Im Rahmen der Maßnahme seien nicht nur eine kleine Menge Drogen, sondern auch Spielchips sichergestellt worden.

Zwei Männer im Alter von 29 und 48 Jahren seien als Veranstalter der illegalen Pokerrunde identifiziert worden. Sie gingen im normalen Leben geordneten Berufen nach und hätten den Club 77 nur für den Abend angemietet.

Illegale Spielautomaten in Oberhausen

In Oberhausen sei die Polizei gestern in die Räumlichkeiten über einer Gaststätte eingerückt und habe mehrere Personen beim illegalen Glücksspiel erwischt. Die Veranstalter hätten dafür Spielautomaten bereitgestellt, heißt es im Polizeibericht:

An dem Lokal nahmen die Polizisten Lichtschein wahr, obwohl die Fenster fast vollständig mit Pappe abgedeckt und verdunkelt waren. Zudem drangen mehrere Männerstimmen deutlich hörbar nach draußen. In dem Lokal und in den darüber befindlichen Wohnungen, die teilweise noch im Rohbauzustand waren, fanden sie betriebsbereite Spielautomaten.

Die Polizei habe alle beweiserheblichen Gegenstände und Spielgeräte sichergestellt. Gegen fünf Personen seien Anzeigen erstattet worden.

Zu Verstößen sei es auch hinsichtlich der Corona-Kontaktbeschränkungen gekommen. Keiner der Beteiligten in Oberhausen habe in der Einrichtung einen Mund-Nasen-Schutz getragen oder die Mindestabstände eingehalten. Ähnliches spielte sich in Hamburg ab. Auch in der Hansestadt seien Ordnungswidrigkeitsanzeigen wegen Verstößen gegen die Corona-Regeln geschrieben worden.