Ein 13-jähriger Junge aus dem britischen Lancashire verspielte 91.000 Euro auf Sportwetten Webseiten mit der Kreditkarte seines Vaters, die er sich zuvor angeeignet hatte.

Teenager Sportwetten

Ein Teenager aus dem britischen Lancashire verspielt auf Sportwetten Webseiten 91.000 Euro. (Bildquelle: mirror.co.uk)

Der Teenager, dessen Identität nicht preisgegeben wurde, begann, sich für Sportwetten zu interessieren, nachdem er bei einem Fußballspiel im Wembley Stadion Anzeigen von Buchmachern auf Monitoren und Plakaten entdeckt hatte.

Er nahm sein Smartphone und machte Fotos von der Kreditkarte seines Vaters. Anschließend verwendete er dessen Identität, um ein Wettkonto zu erstellen.

Seinen Aussagen zufolge habe er dann begonnen, kleine Beträge von 5 bis 10 Euro auf Fußballspiele zu platzieren und sogar einige Gewinne generieren können, die recht hoch waren.

Er habe bedauert, keine größeren Beträge gesetzt zu haben, woraufhin er mehr Geld in sein Spiel investiert habe. Er habe dann Wetten von über 100 Euro getätigt, einige Wochen später beliefen sich die Beträge bereits auf 1.100 Euro täglich.

Er platzierte Hunderte von Wetten auf Pferderennen und Fußballspiele, wobei die Einsätze teilweise eine Höhe von 3.400 Euro erreichten.

Die Verluste stiegen auf mehrere tausend Euro an. Er habe nur daran denken können, das Geld wieder zurückzugewinnen und wettete noch mehr:

„Ich verbrachte rund sechs Stunden am Tag mit Wetten oder mit der Suche nach Wettangeboten. Ich bin nicht zum Fußballtraining gegangen und habe meine Hausaufgaben nicht gemacht. Wetten war das einzige, woran ich denken konnte.“

Die Wettleidenschaft des Teenagers blieb zunächst unbemerkt

Die Transaktionen mit der Kreditkarte bemerkte zunächst niemand. Das Unternehmen des Vaters lief gut und machte einen monatlichen Umsatz von rund 34.000 Euro.

Durch die zahlreichen Transaktionen auf den Konten blieben die Wettaktivitäten des Sohnes zunächst unbemerkt.

Erst als die Bank sich sechs Monate später telefonisch meldete, wurden die Eltern auf das problematische Spielverhalten ihres Sohnes aufmerksam. Zu diesem Zeitpunkt hatten dessen Ausgaben bereits eine Höhe von 22.800 Euro erreicht.

Sportwetten

Online Sportwetten werden immer populärer. (Bildquelle: abc.net.au)

Die Eltern arrangierten daraufhin Termine mit einem Psychotherapeuten und waren der Meinung, dass so etwas nicht noch einmal passieren könne. Der Junge spielte auch einige Monate lang nicht und schien das Problem überwunden zu haben.

Doch dann wandte er sich wieder den Sportwetten zu. In seinen Sitzungen auf den Buchmacher Webseiten verspielte er im Zeitraum von nur einer Woche 68.500 Euro. Dabei war es ihm möglich, dieselben Kartendetails zu verwenden.

Fatale Folgen für die Familie

Der Vater, ein 43 Jahre alter Manager eines Unternehmens, sagt dazu:

„Wir waren so unglaublich wütend, nicht auf unseren Sohn, sondern auf uns selbst, weil wir so naiv und vertrauensvoll waren.

Wir waren auch zu sehr mit unserem eigenen Leben beschäftigt, so dass wir es nicht bemerkten, dass seine Schulnoten sich verschlechterten.“

Heute ist der Junge 15 Jahre alt und erklärte, dass es ihm leid tue und dass er realisiert habe, dass sein Leben und das seiner Eltern nun nicht mehr so sein könne, wie es einmal war.

In einem Interview sagt der Junge:

„Ich hatte keine Ahnung, dass Glücksspiel eine Sucht wie Rauchen, Trinken oder Drogen sein könnte. Es machte Spaß und ich dachte, ich würde auch Geld verdienen.

Es war viel zu einfach, ein Konto zu erstellen. Ich musste nur den Namen, die Adresse, das Geburtsdatum und die Kartendetails von Papa eingeben und eine Schaltfläche anklicken, mit der ich bestätigen musste, dass ich 18 Jahre alt bin. Es dauerte nur wenige Augenblicke, mich zu registrieren und zu spielen.“

Die Eltern waren gezwungen, Kredite aufzunehmen, um den Schuldenberg, den ihr Sohn angehäuft hatte, abzutragen. Sie sagten, dass sie ihm nun nie wieder vertrauen könnten.

Die Familie beschloss, ihre Erfahrungen als Warnung für alle zu teilen und so auf die Gefahren der Online Sportwetten und des virtuellen Glücksspiels aufmerksam zu machen.

Parlamentsmitglieder verlangen strengere Regeln für Sportwetten Werbung

Kürzlich hat die britische Regierung in einem Bericht veröffentlicht, dass 25.000 Kinder zwischen 11 und 16 Jahren im Vereinigten Königreich an Spielsucht leiden. Wie die größte Glücksspielregulierungsbehörde des Landes, die UK Gambling Commission (UKGC), festgestellt hat, ist die Zahl der 16-jährigen Spielsüchtigen in den letzten drei Jahren um ein Drittel gestiegen.

Die wachsende Zahl problematischer Spieler, insbesondere unter Kindern, veranlasste die Parlamentsmitglieder, die örtlichen Behörden aufzufordern, strengere Regeln für Glücksspielregeln und -vorschriften zu erlassen, um einen besseren Schutz für Kinder zu gewährleisten.