Spielerschützer kritisieren Casinos Austria wegen Werbekampagne

Veröffentlicht am: 12. März 2020, 11:12 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 12. März 2020, 11:55 Uhr.

Der österreichische Casino-Betreiber Casinos Austria steht wegen einer geplanten Promotions-Tour in der Kritik. Wie der Welser Verein „Spielerhilfe“ auf seinem Blog berichtet, habe das Glücksspielunternehmen am 20. März, dem internationalen „Tag des Glücks“, österreichweit für sein Glücksspielangebot werben und dabei mit 12 mobilen Casinos auf Tour gehen wollen.

Eine Shopping-Mall von innen
Die Casinos Austria wollten auch in Einkaufszentren für ihr Angebot werben. (Quelle: Pixabay)

Obgleich die Aktion, die unter anderem in einem Shoppingcenter stattfinden sollte, wegen eines Erlasses des österreichischen Gesundheitsministeriums abgesagt worden ist, stößt das Konzept bei Spielerschützern auf Ablehnung.

Casinos Austria wappnen sich gegen das Coronavirus

Am Mittwoch teilte Casinos Austria auf seiner Webseite mit, seinen Spielbetrieb unter Einschränkungen fortführen zu wollen. Unterhaltungsprogramme und Promotions mit über 100 Personen würden auf Weisung des Gesundheitsministeriums abgesagt. Hierzu zählen auch Indoor-Veranstaltungen wie „der Tag des Glücks“.

Kommen Kinder in den Kontakt mit dem Glücksspiel?

Laut den Spielerschützern handle es sich bei dem Kampagnenkonzept um eine „bedenkliche Werbeaktion für den Jugendschutz“.

Wie es vom Verein „Spielerhilfe“ heißt, sei die Gefahr groß, dass in Einrichtungen wie Einkaufscentren Kinder und Jugendliche mit dem Glücksspiel in Berührung kämen:

„Dass in Shoppingcentern viele Familien, inklusive minderjährigen Kindern, unterwegs sind, ist bedenklich. Die Casinos weisen zwar auf ihrer Website aus, dass es sich beim Spielen am Roulette und Black Jack sowie Glücksrad ausschließlich um Sachpreise handelt, die es zu gewinnen gibt und eine Teilnahme erst ab 18 Jahren möglich ist. Dennoch werden etliche Minderjährige ihren Eltern und anderen Erwachsenen dabei zusehen, wie sie an einem Glücksspiel teilnehmen.“

Wird der Maßstab für verantwortungsvolle Werbung verletzt?

Laut dem Verein fordere das österreichische Glücksspielgesetz einen „verantwortungsvollen Maßstab“ für Glücksspielwerbung. Genau dieser sei bei der beabsichtigten Promotion-Tour „Tag des Glücks“ missachtet worden.

Die Idee, Familien in Einkaufszentren auf die Glücksspielangebote der 12 österreichischen Casinos aufmerksam zu machen, sei aus Sicht des Vereins vor allem deshalb unverständlich, weil das „österreichische Finanzamt (…) bei diesen Vorgängen“ zusehe.

Mit Hinblick auf die Absagen der Veranstaltungen merkte die „Spielerhilfe“ an, dass ihre Position zu der Werbekampagne auch im Falle einer Nachholung der Events Bestand habe.