Verlängert Schweden die Restriktionen für das Online-Glücksspiel bis 2021?

Veröffentlicht am: 10. November 2020, 12:18 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 10. November 2020, 01:18 Uhr.

In Schweden droht Anbietern von Online-Glücksspiel eine Verlängerung der bestehenden Restriktionen bis ins kommende Jahr. Am Montag wurden Überlegungen der Regierung bekannt, die während der Corona-Krise zum Spielerschutz eingeführten Einschränkungen erst im Juni 2021 zu beenden.

Schweden Fahne
In Schweden drohen dem Online-Glücksspiel verlängerte Einschränkungen (Bild: Pixabay/Unif)

Dabei dürfte die Glücksspielunternehmen insbesondere der Plan aufschrecken, das am 2. Juli des Jahres eingeführte wöchentliche Einzahlungslimit von 5.000 SEK (umgerechnet 490 Euro) über den 31. Dezember hinaus für ein weiteres halbes Jahr zu verlängern.

Im Juni beschloss die schwedische Regierung einschneidende Restriktionen für das Online-Glücksspiel. Grund war die Befürchtung, dass selbst die vergleichsweise lockeren Kontaktbeschränkungen, die Schweden im Kampf gegen die grassierende Corona-Pandemie erlassen hatte, zu einem Anstieg des Online-Glücksspiels und damit einer Gefährdung der Spieler führen könne. Die Maßnahmen konnten jedoch nicht verhindern, dass die Branche trotz der Beschränkungen das zweite Quartal 2020 im Vergleich zum Vorjahr mit einem Plus von 4,1 % abschloss.

Neben den Einsatzlimits dürfte die Verlängerung auch Zeitlimits und die Gestaltung von Bonusangeboten durch Online-Casinos betreffen. Somit ist anzunehmen, dass die Boni auch in der ersten Jahreshälfte 2021 100 SEK (9,80 Euro) nicht übersteigen dürfen.

Minister sieht Handlungsbedarf

Initiator der angedachten Verlängerung ist Schwedens Sozialminister Ardalan Shekarabi, dem die Kontrolle über das Glücksspiel obliegt. Er betrachte die Entwicklung von Corona in einigen Landesteilen mit großer Sorge. Der Trend gehe momentan in die falsche Richtung, was Auswirkungen auf das Glücksspiel habe:

Infolge der Pandemie sehen wir anhaltende Risiken im Bereich des Glücksspiels, was bedeutet, dass wir handeln müssen, um die Risiken für schutzbedürftige Verbraucher zu verringern.

Der Minister schloss sein Statement mit der Aussage, dass die Situation sehr ernst sei.

Wegen der Einschränkungen sieht sich Shekarabi jedoch heftiger Kritik vonseiten der Glücksspielbranche ausgesetzt, die die Maßnahmen als zu hart einstuft. Gleichzeitig moniert auch Schwedens Glücksspielkommission Spelinspektionen das Regelwerk.

Im Unterschied zu den Anbietern stößt sie sich jedoch nicht an der etwaigen Härte der Maßnahmen, sondern dass diese branchenweit in der Praxis kaum zu kontrollieren seien. Sollte sich der Minister mit seinem Vorhaben durchsetzen, dürfte die Kritik vorerst nicht verstummen.