Irlands störrischer Lotto-Jackpot: Lotterie plant Ausschüttung bei fünf Richtigen

Veröffentlicht am: 17. Dezember 2021, 02:28 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 17. Dezember 2021, 02:28 Uhr.

Der Jackpot der irischen National Lottery ist seit dem 6. Juni nicht mehr geknackt worden. Wie die Zeitung The Irish Independent [Seite auf Englisch] am Donnerstag berichtete, planten die Lotto-Chefs, nun erstmals eine Zwangsausschüttung einzuführen.

Irischer Lottoschein National Lottery Ireland
Auch in Irland könnte es künftig erstmals eine Zwangsausschüttung beim Lotto geben (Bild: Shutterstock)

Konkret werde darüber diskutiert, den Jackpot bereits bei fünf Richtigen oder fünf Richtigen mit Zusatzzahl auszuschütten. Diese Maßnahme solle zum Tragen kommen, wenn der Jackpot seine Höchstsumme von 19 Mio. Euro erreicht habe und es nach bestimmter Zeit niemandem gelinge, ihn mit sechs Richtigen zu knacken.

Die National Lottery veranstaltet zwei Ziehungen pro Woche, jeweils mittwochs und samstags. Am Mittwoch, dem 15. Dezember, gelang es drei Spielern, fünf Richtige mit Zusatzzahl zu tippen. Sie erhielten jeweils 283.017 Euro. 41 Personen gewannen mit fünf Richtigen je 1.294 Euro. Auch in den drei Ziehungen davor war es mehreren Spielern gelungen, fünf Richtige mit Zusatzzahl zu tippen. Sollte Irland somit eine Zwangsausschüttung einführen, dürfte der Jackpot der Wahrscheinlichkeit nach schon bald ausgezahlt werden.

Eine Zwangsausschüttung sei in anderen Ländern Europas bereits seit langem üblich, erklärt der CEO der Lotterie Andrew Algeo. Ob diese jedoch auch Irland eingeführt werden könne, hänge von der Zustimmung der Regulierungsbehörde ab.

Zuspruch dürfte die Lotterie bei ihrem Vorhaben aus der Politik erhalten. So hatten bereits im November einige irische Politiker erklärt, dass es Zeit sei „einzuschreiten“, um dem ungewinnbaren Jackpot ein Ende zu bereiten.

Lotterie betont sauberen Ablauf der Ziehungen

In der Geschichte der irischen Lotterie sei es zuvor noch nie vorgekommen, dass sich ein Jackpot derart störrisch gezeigt habe. Dies habe zuletzt auch unter den Spielern für Argwohn gesorgt, so die Zeitung. So seien Mutmaßungen laut geworden, ob es ein technisches Problem gebe oder gar etwas nicht mit rechten Dingen zugehe.

Wie Algeo nun gegenüber den Medien betonte, könne er den Spielern jedoch versichern, dass am Lotto-Set alles in Ordnung sei. Es sei schlichtweg eine ungewöhnliche Pechsträhne. Rein mathematisch sei der aktuelle Stadt derzeit so, als würfele man 37-mal, ohne dass die Zahl sechs falle.

Die Ziehungen liefen jedoch stets entsprechend der Regularien und unter Beobachtung externer Prüfungen ab.

Die Lotto-Ziehungen erfolgen gemäß Vorschrift und werden von der KPMG [einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft] beobachtet. Die gezogenen Zahlen werden rückblickend geprüft, um sicherzugehen, dass es keine Anomalien gibt. Die Zulieferer des zentralen Lotto-IT-Systems beliefern 35 weitere Lotterien und dieses System ist durch mehrere Schutzmechanismen geschützt, damit böswilligem Zugriff vorgebeugt wird.

Die Befürchtung, dass die Iren das Interesse am Lotto verlieren könnten, wenn der Jackpot so lange unbeansprucht bleibe, habe sich indes nicht bestätigt. Ganz im Gegenteil, die Kaufzahlen seien in den letzten Wochen sogar angestiegen, erklärte Algeo. Vielleicht gelingt es daher am morgigen Samstag einem Spieler, sich die 19 Mio. Euro zu sichern.