In dem Fall einer Lottogewinnerin aus den USA hat das zuständige Gericht eine erste Entscheidung getroffen und der Frau ihren Gewinn in Höhe von 560 Millionen US-Dollar ausgezahlt. Ob ihr Anspruch auf Anonymität gegen das Lotteriegesetz Bestand hat, wird derzeit noch geprüft.

Ticket der Powerball Lotterie

Eine Lottogewinnerin USA hat bei der Powerball-Lotterie 560 Millionen gewonnen. (Bild: whotv.com)

Privatsphäre-Verfahren läuft noch

Die Frau aus New Hampshire hatte am 6. Januar bei der amerikanischen Powerball Lotterie unglaubliche 560 Millionen US-Dollar (umgerechnet rund 450 Millionen Euro) gewonnen. Mit dem Erhalt des Geldes ist in den USA allerdings die Bekanntgabe von Name und Anschrift verbunden. Dies lehnte die Frau ab. Obwohl ihr Fall noch vor dem Zivilgericht verhandelt wird, haben übergeordnete Richter die Auszahlung der Gewinnsumme nun autorisiert.

Der Gewinn der Frau war bis zuletzt eingefroren gewesen und sollte bis zum endgültigen Urteil im Privatsphäre-Fall nicht ausgezahlt werden. Über ihren Anwalt William Shaheen durfte die Gewinnerin ihre Millionen nun doch schon in Empfang nehmen. Das Geld geht dabei in eine eigens für den Gewinn gegründete Stiftung.

Es handelt sich bei der Auszahlung um eine Pauschalsumme in Höhe von 352 Millionen Dollar. Davon bleiben nach Abzug von Steuern noch 264 Millionen übrig. Alternativ wäre auch eine jährliche Ratenzahlung über 30 Jahre möglich gewesen.

50 Millionen für den guten Zweck

Nach Erhalt des Geldes über ihren Anwalt an diesem Mittwoch, spendete die Gewinnerin einen Betrag in Höhe von 249.000 Dollar an gemeinnützige Organisationen. Bei den Bedachten handelt es sich um die beiden NGOs „Girls Inc.“ und „End 68 Hours of Hunger“. Anwalt William Shaheen kündigte im Namen der Gewinnerin an, insgesamt rund 50 Millionen US-Dollar dem guten Zweck zukommen lassen zu wollen. Dazu sagte er:

„Meine Mandantin will weder Dank noch Anerkennung. Sie will einfach nur Gutes tun.“

Die Frau ist nach eigenen Aussagen auch an ihrem Wohnort sehr engagiert und beteilige sich aktiv an der Gemeindearbeit. Dieses Leben wolle sie auch weiterhin führen, ohne dabei als millionenschwere Lottogewinnerin erkannt zu werden.

Lotteriegesetz verlangt Name und Anschrift

Um das Vertrauen in das amerikanische Lotteriesystem zu stärken und dem geltenden Offenlegungsgrundsatz gerecht zu werden, müssen in New Hampshire Name, Anschrift und Gewinnsumme im Lotto öffentlich gemacht werden, bevor der Betrag ausgezahlt werden kann. Davon wollen Staatsanwaltschaft und Lotteriebetreiber auch in diesem Fall nicht abweichen, wie eine Stellungnahme des Lottounternehmens zeigt:

„Auch wenn wir den Wunsch der Spielerin nach Anonymität respektieren, so geben das Gesetz und die Lottoregeln einen klaren Weg vor.“

Die Frau hatte vor Gericht die Einzahlung des Geldes in eine Stiftung beantragt. Sie gab an, durch das Eintragen ihres Namens auf der Rückseite des Gewinntickets einen großen Fehler gemacht zu haben. Um anonym zu bleiben, bietet das Gesetz über die Eintragung einer Stiftung ein Schlupfloch für Gewinner, die ihren Namen nicht preisgeben wollen.

Lottogewinnerin fürchtet Überfälle

Als Grund für ihren Wunsch nach Privatsphäre nannte die Gewinnerin außerdem die „lebensverändernden und lebensbedrohenden Folgen“ eines Jackpots, denn in der Vergangenheit seien schon viele Menschen ihres Reichtums wegen ausgenutzt worden. So gibt es in den USA mehrere Fälle, in denen Millionengewinner in Folge ihres Reichtums überfallen und sogar getötet wurden. Nicht selten werden sie außerdem von Menschen mit Betrugsabsicht kontaktiert. Auch Lottomillionäre, die später Selbstmord begangen haben, befinden sich auf dieser traurigen Liste.