Postraub mit Machete: Lange Haftstrafe für spielsüchtigen Serientäter

Veröffentlicht am: 13. Oktober 2021, 02:05 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 13. Oktober 2021, 02:05 Uhr.

Der Crown Court im englischen Birmingham hat gestern einen 37-jährigen Mann wegen Raubes, Betrugs und illegalen Waffenbesitzes zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. Christopher Conrad hatte im Januar dieses Jahres Bargeld und Wertgegenstände in Höhe von über 130.000 GBP (rund 153.000 EUR) aus einer Postfiliale erbeutet, indem er unter anderen einem Angestellten eine Machete an die Kehle gehalten hatte. Zuvor hatte der schwer spielsüchtige Mann bereits eine 80-jährige Seniorin um ihre Ersparnisse gebracht.

Machete
Der Räuber hatte gedroht, die Postmitarbeiter mit einer Machete zu töten. (Symbolbild: flickr.com/Tiago Pereira, licensed under CC BY-ND 2.0)

Gut gekleideter Posträuber

Mitte Januar veröffentlichte die West Midlands Police einen launig anmutenden Fahndungsaufruf. So suchte sie [Seite auf Englisch] mit drei Bildern einer Überwachungskamera nach einem „gut gekleideten Mann“. Man wolle mit ihm über einen bewaffneten Raubüberfall auf eine Postfiliale sprechen, bei dem ein „signifikanter Betrag“ erbeutet worden sei.

Drei Tage später ging Christopher Conrad der Polizei bei einer Straßenkontrolle ins Netz. So habe zunächst lediglich der Verdacht bestanden, dass der heute 37-Jährige unter Drogeneinfluss gefahren sei. Bei der Durchsuchung seines Wagens seien die Beamten jedoch auf rund 30.000 GBP in bar gestoßen. Daraufhin war er mit dem Raub in Verbindung gebracht und festgenommen worden.

Im nun zu Ende gegangenen Prozess hatte sich Conrad geständig gezeigt. Die Verteidigung hatte auf die schwere Spielsucht des Mannes hingewiesen. So sei hieran zunächst seine Beziehung zerbrochen. Daraufhin sei er komplett abgestürzt, sei depressiv geworden und habe begonnen, Drogen zu nehmen.

Die Staatsanwaltschaft hatte Christopher Conrad vorgeworfen, am Tattag mit einer Machete bewaffnet hinter den Tresen der Poststelle gesprungen zu sein. Diese habe er dem männlichen Angestellten an die Kehle gehalten und ihn so Richtung der Bargeldbestände gedrängt. Der Mann habe sich jedoch gewehrt und beide seien im Zuge der Rangelei zu Boden gegangen. Eine ebenfalls anwesende Mitarbeiterin habe versucht dazwischenzugehen, woraufhin Conrad gedroht habe, sie zu töten. Letztlich sei es ihm gelungen, mit seiner Beute im Wert von über 130.000 GBP zu fliehen.

Spielsüchtiger Serientäter

Nur zwei Tage vorher hatte Conrad bereits eine Werkstatt überfallen und dort unter Androhung von Waffengewalt rund 500 GBP erbeutet.

Zuvor hatte er über Monate sukzessive eine Rentnerin um ihre Ersparnisse gebracht. Die 80-Jährige hatte in der Vergangenheit eine Firma mit Arbeiten an ihrem Haus beauftragt, bei der Conrad zeitweise angestellt, dann jedoch entlassen worden war.

Angeblich noch immer dort beschäftigt, hatte er ihr weitere Angebote unterbreitet, auf die sie zunächst freiwillig eingegangen war. Im Laufe der Zeit hatte der Mann jedoch immer mehr Geld für vermeintliches Material und Arbeitskräfte gefordert und die alte Frau massiv unter Druck gesetzt. Letztlich erbeutete er so rund 32.000 GBP.

In seiner Urteilsbegründung erkannte der Richter am Crown Court von Birmingham an, dass die Spielsucht Conrads eine Rolle bei dessen Taten gespielt habe. Nichtsdestotrotz seien diese, insbesondere mit Blick auf die Seniorin, zutiefst verwerflich gewesen:

Diese Serie von schweren Straftaten wurde durch Ihre Spielsucht ausgelöst. (…) Es war eine gemeine, böse und feige Tat über einen Zeitraum von drei Monaten. Sie haben den Rest ihres Lebens ruiniert.

Christopher Conrad muss nun für 14 Jahre und vier Monate ins Gefängnis. Seinem Anwalt zufolge bereue er sein Handeln und schäme sich sehr.