Glücksspiel­behörde holt sich Verstärkung im Kampf gegen illegales Glücks­spiel

Veröffentlicht am: 28. June 2022, 10:49 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 28. June 2022, 11:14 Uhr.

Ab Anfang kommenden Jahres soll die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) den länderübergreifenden Glücksspielmarkt in Deutschland regulieren. Um diese Aufgabe wahrzunehmen, sucht sie derzeit nach personeller Verstärkung. Wie die Behörde am Montag bekanntgab, holt sie mit der Juristin Nadja Wierzejewski nun eine „anerkannte Expertin für Glücksspielrecht an Bord“.

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Die GGL verstärkt sich beim Kampf gegen das illegale Spiel (Bild: Glücksspielbehörde)

Wierzejewski solle bei der Glücksspielbehörde bereits Ende der Woche ihr Amt antreten. Als Abteilungsleitern sei sie ab dem 1. Juli zuständig für die Bekämpfung des illegalen Online-Glücksspiels und der dafür geschalteten Werbung.

Seit 2008 in dem Bereich tätig

Für die kommende Abteilungsleitern dürfte das Aufgabengebiet nicht neu sein. Bereits seit dem Jahr 2008 fungiert Wierzejewski als Leiterin der Glücksspiel-Aufsicht bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) des Landes Rheinland-Pfalz. Von daher betont die GGL die langjährige Erfahrung, die die Juristin im Bereich des Vollzugs gegen illegale Glücksspielangebote mitbringe.

Das Hauptaufgabengebiet umschreibt die Glücksspielbehörde:

Im Fokus bei der Zurückdrängung des illegalen Glücksspiels stehen neben regelmäßigen Kontrollen vor allem die Umsetzung der Vollzugsinstrumente IP Blocking und Payment Blocking.

Darüber hinaus werde Wierzejewski in ihrer neuen Rolle künftig das länderübergreifende Glücksspielaufsichtssystem LUGAS verantworten. Über das Auswertesystem müssen alle lizenzierten Anbieter Daten über das Verhalten ihrer Spieler bereitstellen, damit diese von der Glücksspielbehörde analysiert werden können. Dies soll die Einhaltung des Spielerschutzes gewährleisten.

Nach derzeitigem Planungsstand wird die GGL am 1. Januar 2023 ihre Aufgaben vollumfänglich wahrnehmen. Die Übernahme erster operativer Tätigkeiten ist jedoch schon für Anfang Juli dieses Jahres geplant. Dazu zählen die Koordination der Bekämpfung des illegalen Glücksspiels samt Einleitung entsprechender Maßnahmen wie IP-Blocking und Unterbindung illegaler Zahlungsströme.

Die Einstellung der neuen Abteilungsleiterin kommt gerade rechtzeitig, denn zum 1. Juli werden die Kompetenzen und entsprechenden Vollzuginstrumente für die Bekämpfung des illegalen Glücksspiels erstmalig länderübergreifend in der GGL gebündelt. Dies ist laut Behörde neben der Schaffung eines legalen Marktes ein wesentlicher Baustein für die erfolgreiche Regulierung des Glücksspielmarktes.

Angesichts des schnell nahenden Stichtags 1. Juli scheint die Zeit knapp. An diesem Tag will die GGL neue Informationen zum aktuellen Stand beim Aufbau der Behörde bekanntgeben. Die Suche nach weiteren geeigneten Kandidaten zur wirksamen Regulierung des deutschen Glücksspiel-Markts dürfte jedenfalls noch etwas länger andauern.