Britische Glücksspiel­behörde erlässt härtere Spieler­schutz-Regeln

Veröffentlicht am: 15. April 2022, 05:22 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 15. April 2022, 08:48 Uhr.

In Großbritannien arbeitet die Regierung an einer Neuformulierung des Glücksspielgesetzes. Die britische Glücksspielbehörde schafft derweil Tatsachen. Am Donnerstag stellte sie strengere Regeln [Seite auf Englisch] für Online-Glücksspiel-Anbieter vor. Die auf einen besseren Spielerschutz ausgerichteten Maßnahmen sollen am 12. September in Kraft treten.

Andrew Rhodes
Andrew Rhodes, Chef der Glücksspielbehörde, stellte die Regeln vor (Bild: UK Gambling Commission)

Hauptbestandteil des Regelwerks sind neue Richtlinien bei der Kundenbetreuung. So müssen Online-Anbieter künftig anhand weiterer Kriterien prüfen, inwieweit bei ihren Kunden ein möglicherweise problematisches Spielverhalten vorliegt. Dazu zählten die genaue Beobachtung der Spielzeit und des Ausgabeverhaltens.

Sobald ein Problem identifiziert worden sei, müssten die Anbieter sicherstellen, dass mithilfe automatisierter Prozesse gegengesteuert werde. Dieses Vorgehen sei für alle lizenzierten Glücksspiel-Unternehmen verbindlich vorgeschrieben, so die Behörde.

UKGC-Direkter Andrew Rhodes warnte:

Wir erwarten von den Betreibern, dass sie Schäden durch Glücksspiele schnell, angemessen und wirksam erkennen und bekämpfen. Wir werden nicht zögern, gegen Betreiber, die dies nicht tun, hart vorzugehen.

Darüber hinaus betonte die Glücksspielbehörde die Bedeutung der Einhaltung der herrschenden Marketingregeln für den Spielerschutz . Anbieter dürften gefährdeten oder gesperrten Spielern keinesfalls Angebote digital zukommen lassen. Auch hier drohte sie bei Zuwiderhandlung mit empfindlichen Strafen.

Unterstützung für Anbieter

Um den Spielerschutz zu gewährleisten, werde die UKGC eng mit der zuständigen Behörde für Digitales, Kultur, Medien und Sport zusammenarbeiten. Zudem seien die Regeln unter Berücksichtigung der erwarteten strengeren Richtlinien des neuen Glücksspielgesetzes, an dem die Regierung derzeit arbeite, erstellt worden.

Den neuen Anforderungen vorausgegangen seien intensive Konsultationen mit Anbietern und Spielern. Insgesamt habe die Behörde 13.000 Antworten auf ihren im vergangenen Jahr gestarteten Aufruf über Online-Glücksspiel-Erfahrungen erhalten. Diese seien geprüft worden und nach Bewertung in die Festsetzung der neuen Regeln eingeflossen.

Die UKGC will es nicht bei der Erlassung der neuen Regeln belassen. Um Online-Anbieter bei deren Umsetzung zu unterstützen, plant die Behörde im Juni die Veröffentlichung von Handlungsempfehlungen, die Glücksspiel-Unternehmen bei Anpassungen an die Richtlinien zurate ziehen können.

Danach werde sich die UKGC intensiv mit den Anbietern austauschen. So solle sichergestellt werden, dass die neuen Vorgaben im Herbst umfassend eingehalten werden. Ob dies tatsächlich geschieht, wird sich ab Mitte September zeigen.

Mit dem Maßnahmenpaket sei der Weg zu mehr Spielerschutz jedoch noch nicht beendet. Die UKGC betonte, dass auch künftig aktiv geeignete Schritte eingeleitet würden, um gefährdete Spieler vor den negativen Folgen des Glücksspiels und zu hohen finanziellen Belastungen zu bewahren.