Wie die FIFA gestern mitteilte, ist der Einsatz des deutschen Schiedsrichters Felix Brych bei der WM 2018 in Russland beendet. Er wird noch heute die Heimreise antreten.

Felix Brych

Der deutsche Schiedsrichter Felix Brych wird kein Spiel mehr bei der WM 2018 leiten. (Bildquelle: spiegel.de)

Die Teilnahme an einer Fußball WM ist nicht nur für die Spieler das Highlight ihrer Karriere. Auch für den deutschen Schiedsrichter Felix Brych sollte die Fußball Weltmeisterschaft in Russland zum Höhepunkt seiner Laufbahn werden.

Allerdings musste der Unparteiische bereits vorzeitig seine Koffer packen und die Heimreise antreten, nachdem er nur für eine Spielleitung bei der Begegnung Serbien gegen die Schweiz nominiert worden war.

Nachdem die deutsche Nationalelf vorzeitig aus der WM ausgeschieden war, standen die Chancen für den Schiedsrichter Felix Brych recht gut, bei weiteren Spielen eingesetzt zu werden. Es hätten sogar die Chancen bestanden, ein Finalspiel zu leiten, da das deutsche Team mit Sicherheit nicht dabei sein wird.

Allerdings hat die FIFA bekanntgegeben, dass nicht nur für Brych, sondern für mehrere Schiedsrichter der Einsatz beendet sei, unter anderem auch für Joel Aguilar (El Salvador), Szymon Marciniak (Polen), Ravshan Irmatov (Usbekistan) und Clement Turpin (Frankreich). Wenn das Viertelfinale beendet ist, werden weitere Schiedsrichter nach Hause geschickt.

Lutz Michael Fröhlich, der Vorsitzende der Schiedsrichterkommission Elite, sagte dazu:

“Natürlich ist es für Felix Brych persönlich und generell das deutsche Schiedsrichterwesen ein Stück weit enttäuschend, dass unser Topschiedsrichter bei der WM nur einmal zum Einsatz gekommen ist. Vor allem auch, weil sich durch das frühe Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft eine seltene Perspektive für Felix ergeben hat. Ich bin überzeugt, dass Felix professionell mit dieser Entscheidung umgehen und auch in der neuen Saison überzeugende Leistungen bei nationalen und internationalen Spielen zeigen wird. Er ist weiterhin einer der besten Schiedsrichter der Welt, immerhin Welt-Schiedsrichter des Jahres, und hatte eine sehr erfolgreiche Saison, insbesondere auch in der Champions League.”

Auch Brych äußerte sich zu dieser Entscheidung und sagte, dass der Verlauf der WM für ihn und sein Team eine herbe Enttäuschung sei. Dennoch gehe das Leben weiter und sie würden wiederkommen.

Mögliche Gründe für Brychs frühes Ausscheiden

Mladen Krstajic

Der serbische Trainer Mladen Krstajic sorgte für Eklat. (Bildquelle: focus.de)

Offiziell wurden die Gründe für die Entscheidung der FIFA nicht bekanntgegeben. Allerdings kursieren Spekulationen darüber, dass der Eklat, den der serbische Trainer Mladen Krstajic entfachte, zu den Ursachen gehören könne.

Als Serbien gegen die Schweiz spielte, verweigerte Brych dem serbischen Team einen Foul-Elfmeter, ohne den Video-Assistenten zur Bestätigung zu verwenden. Daraufhin gab es heftige Kritik seitens des serbischen Trainers.

Unter anderem äußerte Krstajic, dass er Brych am liebsten nach Den Haag schicken würde und spielte damit auf das Kriegsverbrechertribunal für das ehemalige Jugoslawien an.

Dort solle ihm der Prozess gemacht werden, so wie er den Serben beim Spiel den Prozess gemacht habe. Für diese beleidigende Äußerung kassierte der serbische Trainer vom Fußball-Weltverband FIFA eine Geldstrafe in Höhe von 4.340 Euro.

Serbien hat nun offiziell Beschwerde bei der FIFA dagegen eingelegt, dass ausgerechnet ein deutscher Schiedsrichter das Spiel geleitet hat. In dem Protest des serbischen Teams heißt es:

“Uns ist unklar, wie ein deutscher Schiedsrichter überhaupt für ein Spiel zwischen der Schweiz und Serbien ausgesucht werden kann, wenn es allgemein bekannt ist, dass einer der föderalen Schweizer Kantone ein deutscher Kanton ist.“

Doch Brych erntete nicht nur Kritik. Vom Bayrischen Fußball-Verband kam großes Lob. So äußerte sich Bernd Heynemann, der frühere Fifa-Referee, ähnlich wie Fröhlich:

„Ich fand ihn gut. Er hat ein schwieriges Spiel sehr souverän gepfiffen.“

Wie geht es weiter? – Prognosen der Buchmacher für das Viertelfinale

32 Nationen waren zur Fußball WM angetreten, nur 8 Länder sind aktuell noch dabei und werden am Freitag und Samstag, den 6. und 7. Juli, zum Viertelfinale antreten, das darüber entscheiden soll, welche vier Mannschaften ins Halbfinale einziehen.

Es werden folgende Begegnungen erwartet:

Uruguay – Frankreich

Brasilien – Belgien

Schweden – England

Russland – Kroatien

Bereits beim Achtelfinale gab es einige Überraschungen. Die erfolgreichsten europäischen Teams Deutschland, Argentinien, Portugal und auch Spanien, die als Favoriten zur WM 2018 antraten, sind inzwischen wieder in ihrer Heimat.

Pokal WM 2018

Wer gewinnt die WM 2018? (Bildquelle: zvw.de)

Uruguay – Frankreich

Bei dieser Begegnung treffen zwei ehemalige Weltmeister aufeinander. Als Achillesferse für die französische Mannschaft könnte sich die wenig erfahrene Abwehr erweisen.

Der erfahrene Blaise Matuidi wird nicht dabei sein, da er bereits zwei gelbe Karten gesehen hat. Auf der anderen Seite sind die Franzosen sehr stark im Sturm.

Uruguay hat bei allen Begegnungen mit Frankreich bisher nur einmal verloren. Die sichere Defensive wird sich wahrscheinlich als nützlich gegen den starken Sturm der Franzosen erweisen.

Für die Buchmacher ist Frankreich der Favorit bei dieser Begegnung:

Tipp 1 (Uruguay): 2,75

Tipp 2 (Frankreich): 1,44

Brasilien – Belgien

Es verspricht, ein spannendes Spiel zu werden, denn hier treffen zwei Spitzenmannschaften aufeinander. Dennoch gilt Brasilien als Favorit für die Buchmacher, weil Belgien gegen den Außenseiter Japan hart kämpfen musste und erst ein Last-Minute-Tor der Belgier zur endgültigen Entscheidung führte.

Die Buchmacher haben die Quoten wie folgt festgelegt:

Tipp 1 (Brasilien): 1,53

Tipp 2 (Belgien): 2,50

Schweden – England

Unter anderem ist Schweden daran beteiligt, dass die deutsche Nationalelf sich so früh verabschieden musste. Auch für die Heimreise der italienischen Mannschaft ist Schweden mitverantwortlich.

Das englische Team indes hat Fußball-Geschichte geschrieben, denn zum ersten Mal konnte England bei einem Elfmeterschießen bei einer WM gewinnen. Die Niederlage gegen Belgien könnte sich nun für die Engländer als vorteilhaft erweisen, denn sie müssen nicht gegen Brasilien antreten, sondern gegen Schweden, was ihnen weniger Probleme bereiten dürfte.

Das englische Team hat sich unter der Führung des Trainers Gareth Southgate zu einer starken Einheit entwickelt. Wird es England gelingen, gegen die Schweden zu bestehen? Die Buchmacher sehen England als klaren Favoriten:

Tipp 1 (Schweden): 3,00

Tipp 2 (England): 1,40

Russland – Kroatien

Für viele Fans gehören seit Beginn der WM die Kroaten zu den geheimen Favoriten. Dennoch ist es eine Überraschung, dass die kroatische Mannschaft sogar als Favorit ins Viertelfinale einzieht, denn seit 1998, als das Team bei der WM in Frankreich den dritten Platz belegte, konnten die Kroaten keine nennenswerten Erfolge verbuchen.

Die Russen auf der anderen Seite haben bereits neun Tore in vier Spielen geschossen. Doch wird es ausreichen?

Die Buchmacher sehen Kroatien als Favoriten mit folgenden Quoten:

Tipp 1 (Russland): 2,37

Tipp 2 (Kroatien): 1,57

Wer ins Finale einziehen wird und letztendlich zum Weltmeister gekrönt wird, ist noch offen. Es hat sich gezeigt, dass es bei dieser WM überraschende Ergebnisse gibt und einige Underdogs noch immer dabei sind. Wetten auf ein Außenseiter-Team haben sich als lukrativ erwiesen.