Europäische Lotterien für mehr Einsatz von künstlicher Intelligenz im Glücksspiel

Veröffentlicht am: 28. März 2021, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 26. März 2021, 12:18 Uhr.

Die Vereinigung europäischer Lotterien (EL) befürwortet einen stärkeren Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) innerhalb der Glücksspielbranche. Wie der Verband am Mittwoch auf seiner Webseite erklärt hat [Seite auf Englisch], seien sich die Vertreter der verschiedenen Mitgliedslotterien darüber einig, dass KI sowohl Vorteile für die Kunden als auch für die Unternehmen bringen könne.

Daten Kopf Künstliche Intelligenz
Europäische Lotterien befürworten verstärkten Einsatz künstlicher Intelligenz (Bild: Pixabay)

KI-Technologien könnten auf allen Ebenen des Glücksspiels vermehrt implementiert werden, sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene. Vor allem aber in der Welt des Online-Glücksspiels könne KI vieles vereinfachen und Prozesse beschleunigen, für die menschliches Personal einen größeren Zeit- und Arbeitsaufwand erbringen müsse.

Davon würden letztendlich vor allem die Kunden profitieren. Hierzu erklärt die EL:

Da die Kundenerfahrung immer wichtiger wird, vor allem in der dynamischen Online-Umgebung, sollten sich Lotterien darauf konzentrieren, das Online-Erlebnis ihrer Kunden unterhaltsamer, einfacher, reibungsloser und gleichzeitig sichererer zu gestalten.

Im Rahmen des jüngsten EL-Meetings zum Thema hätten KI-Experten mehrerer Länder demonstriert, wie sich die Glücksspielbranche KI-Tools bereits zu Nutze mache. In Ungarn beispielsweise erleichtere die künstliche Intelligenz insbesondere Online-Registrierungen von Neukunden.

Laut Christopher Conroy vom britischen Glücksspieldaten-Unternehmen Future Anthem komme KI im Bereich des personalisierten Glücksspiel bereits erfolgreich zum Einsatz. Die Computer analysierten dazu minutiös das Glücksspielverhalten der Kunden, um diesen unmittelbar die individuell geeignetsten Glückspielprodukte und Features anzubieten.

Künstliche Intelligenz für den Spielerschutz

Doch auch im Spielerschutz könne die künstliche Intelligenz viele Aspekte vereinfachen und gleichzeitig verbessern. Simo Dragicevic, Leiter der Abteilungen Spielerschutz und künstliche Intelligenz beim Softwarehersteller Playtech, erklärte, dass die KI individuelle Lösungen bieten und damit bisher geläufige Universalmethoden im Spielerschutz ablösen könne.

In Großbritannien kommt die KI im Glücksspiel bereits seit einigen Jahren flächendeckend zum Einsatz. 2019 erklärte der britische Glücksspielverband BGC, dass die KI-Software „Anonymous Player Awareness System“ bereits in 1.600 Wettbüros von Betfred und 3.600 Wettbüros von Ladbrokes und Coral installiert sei. Seit letztem Jahr nutzt der britische Glücksspielkonzern Entain zudem die Software Mindway AI, um auch im Online-Sektor für KI-basierten Spielerschutz zu sorgen.

Ebenso wie im Beispiel der personalisierten Kunden-Erfahrung könnten die Computer auch zum Zwecke des Spielerschutzes das Spielverhalten genau analysieren. Die KI könne beispielsweise Spielmuster entdecken, die eindeutig auf problematisches Glücksspiel hinwiesen.

Auf diesem Wege könne schon bei ersten Anzeichen einer Spielsucht eingegriffen und der Spieler vor gravierenden Schäden geschützt werden. Durch die Verminderung von Spielsucht-bedingten Schäden könnten die Glücksspielanbieter, inklusive der Lotterien, somit ihr Ziel des nachhaltigen Wachstums verfolgen, so Dragicevic.