Zwei Jahre „Bet Regret“: Anti-Spielsucht-Kampagne zeigt Erfolge

Veröffentlicht am: 5. Januar 2021, 04:07 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 5. Januar 2021, 04:07 Uhr.

Die mehrjährige „Bet Regret“-Kampagne der britischen Spielsuchthilfe BeGambleAware nähert sich ihrem planmäßigen Ende. In einem am Montag veröffentlichten Zwischenbericht [Seite auf Englisch] hat die Organisation die bisherigen Etappen der Kampagne und die darin erzielten Erfolge zusammengefasst.

Think Twice or you'll bet regret it BeGambleAware Screenshot
“Bet Regret”-Kampagne laut BeGambleAware ein großer Erfolg (Bild: YouTube/Betfred/BeGambleAware)

Nach einer dreijährigen Planungs- und Vorbereitungsphase wurde die „Bet Regret“-Kampagne erstmals am 21. Februar 2019 gestartet. Hauptzielgruppe waren junge Männer zwischen 16 und 34 Jahren, die mehrmals pro Woche Sportwetten platzierten.

Die Kampagne sollte in erster Linie durch verschiedenen TV-Werbespots, die insbesondere unmittelbar vor und nach Fußballspielen ausgestrahlt werden, sichtbar werden. Auch arbeitete BeGambleAware mit dem Entertainment-Social-Publisher LADBible zusammen, da dessen Website sich nach eigener Angabe vorwiegend an Männer richte. Insgesamt wurden die Kampagnen-Inhalte in vier jeweils mehrwöchigen Wellen ausgesendet.

Um die Reichweite und Effektivität der Kampagne zu messen, hat BeGambleAware regelmäßige Erhebungen innerhalb der Zielgruppen durchgeführt. Konkret wurden vier verschiedene Gruppierungen untersucht:

  • Wetter, die eine Verhaltensänderung in Bezug auf ihr Spielverhalten anstreben
  • Wetter, bei denen das Risiko, eine Spielsucht zu entwickeln, besonders hoch ist.
  • Alle weiteren und gelegentlichen Glücksspieler
  • Nicht-Glücksspieler

In allen Gruppierungen sei das Bewusstsein über die Kampagne zwischen der ersten und vierten Sendungswelle angestiegen. Von den Glücksspielern, die eine Verhaltensänderung anstrebten, seien bis Ende 2020 70 % auf Bet Regret aufmerksam geworden.

Unter den Spielern mit besonders hohem Spielsucht-Risiko habe der Anteil 77 % erreicht. Von Personen, die sich nicht für Wetten interessierten, seien am Ende 24 % auf die Spots und Anzeigen aufmerksam geworden.

Die Befragten hätten zudem im Durchschnitt 3,5 Schlüsselbotschaften aus der Kampagne rezitieren können. Je 42 % hätten die Botschaft wahrgenommen, dass Spieler ihr Glücksspiel nicht außer Kontrolle geraten lassen und nicht alkoholisiert spielen sollten. Je 37 % hätten wahrgenommen, dass impulsive Wetten ein Risiko darstellten und dass es gefährlich sei, seinen Verlusten „nachzurennen“.

Tricks aus der Verhaltensforschung

Im Rahmen der Kampagne habe BeGambleAware seine Zielgruppen auch auf verschiedene Tricks aus der Verhaltensforschung aufmerksam gemacht. Besonders großen Erfolg habe der Ansatz der Experten auf dem Gebiet Richard Chataway und Marcantonio Spada gezeigt.

Vor dem Platzieren einer Wette sollten Spieler:

  • Ihre Sportwetten-App für wenige Minuten schließen, um zu überlegen, ob sie wirklich wetten wollen,
  • In den Spiegel schauen und dabei überlegen, ob sie tatsächlich wetten wollen,
  • Laut aussprechen, welche Wette mit welchem Einsatz sie platzieren wollen.

Insgesamt hätten 73 der von BeGambleAware befragten Spieler diese Technik angewandt. Als besonders effizient hätten sie das Schließen der Sportwetten-App beschrieben. Viele hätten dadurch eine impulsive Handlung gestoppt und anschließend sogar das Interesse verloren oder vergessen, die App erneut zu öffnen.