So geht Fußball: England besiegt Spanien mit 3:2

Veröffentlicht am: 16. Oktober 2018, 12:24 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 16. Oktober 2018, 12:24 Uhr.

Die englische Fußballnationalmannschaft hat Spanien im gestrigen Nations League-Spiel in Sevilla mit 3:2 geschlagen. Es war der erste englische Sieg in Spanien seit 31 Jahren.

Estadio Benito Villamarín
Estadio Benito Villamarín. Hier fand der Klassiker zwischen Spanien und England statt. (Quelle: Flickr)

England musste gewinnen, um die Möglichkeit eines Weiterkommens in der Nations League zu bewahren. Die „Furia Roja“ waren nach dem siegreichen 2:1 Hinspiel gegen die Engländer bereits qualifiziert. Beide Teams boten dynamischen Fußball mit viel Kreativität.

Eine muntere Partie in der ersten Halbzeit

Fußballfans sahen von Beginn an eine Partie mit zahlreichen Chancen und hoher Geschwindigkeit. Bereits in der 4. Spielminute hatte Spanien durch Alonso eine hochkarätige Gelegenheit, in Führung zu gehen. Doch der Spanier schoss zwei Meter vor dem Tor lediglich auf den englischen Keeper Jordan Pickford.

Die spanische Mannschaft versuchte, auf England Druck auszuüben und früh zu attackieren. Diese Taktik machte das Team von Trainer Luis Enrique anfällig für Konter.

Harry Kane
Harry Kane machte ein grandioses Spiel (Quelle: WikiCommons)

In der 16. Minute nutzte Raheem Sterling die Chance und verwandelte einen schnellen Pass von Marcus Rashford zum 1:0.

Es blieb trotz der frühen Führung Englands eine Partie mit vielen Möglichkeiten – vor allem für Spanien. Die Elf übte Druck aus, konnte aber keine Torchance umsetzen. England wartete in gewohnter Manier auf eine Kontergelegenheit.

Diese Gelegenheit bot sich erneut in der 29. Minute. Nach einem langen Abschlag von Pickford angelte sich Englands Superstar Harry Kane das Leder und spielte zentimetergenau auf den heraneilenden Marcus Rashford, der den Ball im Sechzehner eiskalt verwandelte. Die Statistik für England zu diesem Zeitpunkt: zwei Torschüsse, zwei Tore.

Doch damit war die erste Halbzeit noch nicht gelaufen. England machte nach dem 2:0 geschickt die Räume zu und eroberte Bälle. Dies eröffnete Möglichkeiten zum Kombinieren. In der 38. Minute konnte Sterling einen Pass von Kane nutzen und zum 3:0 einschieben. Damit war Kane an 39 % aller Tore (44) unter Trainer Gareth Southgate beteiligt.

Wer ist Gareth Southgate?

Gareth Southgate wurde am 03. September 1970 geboren. In seiner Spielerkarriere war er bei den Vereinen Crystal Palace, Aston Villa und Middlesbrough unter Vertrag. Seit 2006 war Southgate für Middlesbrough als Trainer aktiv und wechselte 2013 zum englischen Verband als U-21 Trainer. Seit September 2016 ist Southgate Trainer der englischen A-Nationalmannschaft.

Eine zweite Halbzeit mit deutscher Beteiligung

Zu Beginn der zweiten Halbzeit verlangsamte sich das Spiel. Bis zur 56. Minute, in der BVB-Legionär Paco Alcácer auf den Platz trat. Der derzeitige Anführer der Bundesliga-Torschützenliste köpfte in der 58. Minute nach einem Eckball zum 3:1 ein.

Damit bestätigte der Stürmer seine unglaubliche Leistung aus der Bundesliga auch auf internationalem Parkett.

Für Aufregung sorgte kurz darauf ein verdaddelter Ball von Jordan Pickford, den der spanische Jungstar Rodrigo in Richtung Tor wegspitzelte. Rodrigo war schon fast an Pickford vorbei, als dieser ihn jedoch festhielt und im Sechzehner zu Fall brachte. Für Spieler und Zuschauer war die Entscheidung klar: Elfmeter für Spanien.

Schiedsrichter Szymon Marciniak sah die Sache allerdings etwas anders und zeigte nur auf die Eckfahne. Eine klare Fehlentscheidung zum Nachteil des spanischen Teams.

Doch Spanien gab sich nicht auf und versuchte weiter Druck zu machen. In der 97. Minute kam Ramos noch einmal frei zum Schuss und verkürzte auf 2:3, das Endergebnis der Partie.

Spanier mit deutscher Krankheit

Spanien kassierte in diesem Spiel die erste Niederlage seit 27 Pflichtspielen. Die hohe Zahl gewonnener Spiele sollte jedoch nicht über die bedrohliche Statistik dieses Spiels täuschen

Luis Enrique
Luis Enrique, der Coach der Spanier. (Quelle: WikimediaCommons)

Die Spanier hatte gegen England 73 % Ballbesitz und schossen 24 Mal auf das englische Tor. Dennoch war die Torausbeute mager. Beide Werte zeigen, dass Ballbesitzfußball im Jahre 2018 nicht länger den Erfolg einer Mannschaft garantiert. Diese Lehre musste auch die deutsche Elf unter Jogi Löw nach dem WM-Debakel in Russland 2018 machen.

Ein positives Fazit der Begegnung

Wer im Vorfeld die Nachrichten zum Klassiker Spanien gegen England verfolgte, dem bot sich kein gutes Bild. Bereits vor Beginn des Spieles sollen englische Randalierer durch Sevilla gezogen sein und Spiegel von Autos abgetreten haben. Größere Ausschreitungen zwischen englischen und spanischen Fans blieben zum Glück aus.

Das spielerische Fazit des Abends fiel da versöhnlicher aus. So lobte Harry Kane das Spiel der Spanier gegenüber Eurosport:

Spanien ist momentan eines der besten Teams der Welt. Wir sind froh, dass wir hier gewonnen haben. Im zweiten Durchgang war es sehr schwer für uns, aber wir haben das wirklich stark verteidigt. Wir haben die drei Punkte verdient.

Und auch der spanische Coach Luis Enrique gab zu, England habe den Sieg gegen seine Mannschaft verdient. England sei klar überlegen gewesen und habe gut verteidigt. Aus dem zweiten Durchgang nehme man aber trotzdem viel Positives mit.