Heute beginnen die US-Basketball-Collegemeisterschaften. Die zumeist March Madness genannte und bis in den April reichende Turnierreihe zieht alljährlich viele Millionen Fans in die Stadien und vor die Fernseher. Auch die Wettbüros schauen dem Event voller Freude entgegen, winken ihnen doch Umsätze in Milliardenhöhe.

Basketballstadion

Bei der March Madness geht es um Ehre und viel Geld (Bild: Wikipedia)

Bei der heute startenden March Madness kämpfen die 68 erfolgreichsten Teams aller zur National Collegiate Athletic Association (NCAA) gehörenden Universitäten und Colleges um den Titel im College-Basketball der USA.

USA knapp drei Wochen im Basketball-Fieber

Logo Finalrunde March Madness

Die Finalrunde findet in Minneapolis statt (Bild: ncaa.com)

Die Partien der ersten beiden Runden werden in den Stadien der College-Teams gespielt, bevor ab Ende März vier regionale Sieger ermittelt werden, die sich für die Final Four-Endrunde qualifizieren. Die große Bedeutung der Turnierserie zeigt sich auch darin, dass sämtliche Matches zur Prime Time von den großen US-Sendern live übertragen werden.

Das Turnier wird die Basketball-Fans insgesamt gut zwei Wochen lang in den Bann ziehen, ehe ab dem 05. April in Minneapolis die Finalrunde ausgetragen wird. Dort findet am 08. April auch das Finale statt, das im 2016 fertiggestellten U.S. Bank Stadium vor über 60.000 Zuschauern stattfindet. Spätestens dann wird sich für viele Wettfreunde zeigen, ob sie mit ihren Tipps richtig gelegen haben.

Buchmacher erwarten hohe Wettumsätze

Das Turnier dürfte zu einem wahren Geldsegen für die Buchmacher werden. Einer Studie vom Glücksspielverband American Gaming Association (AGA) zufolge werden im Zusammenhang mit der March Madness Umsätze in Höhe von 8,5 Milliarden US-Dollar erwartet.

Für die AGA-Untersuchung wurden 11.000 erwachsene US-Bürger befragt. Demnach plant jeder Fünfte von ihnen, auf mindestens eines der Spiele zu setzen. Die Wettbüros gehen deshalb von über 47 Millionen Amerikanern aus, die auf den Ausgang der Matches setzen.

Entsprechend zuversichtlich zeigt sich AGA-Präsident Bill Miller:

“Die March Madness schafft es wie kein anderes Sportevent in diesem Land, dass Millionen von Menschen unter Freunden Wetten abschließen oder zu legalen Sportwetten-Anbietern gehen, was inzwischen besser funktioniert, als je zuvor.”

Allerdings zeigen die Ergebnisse der Studie auch, dass etwa 2,4 Millionen Amerikaner planen, bei einem illegalen Buchmacher Wetten zu platzieren, während weitere 5,2 Millionen Spieler online bei einem in den USA illegalen Anbieter ihre Tipps abgeben wollen. Deshalb warnte Bill Miller zugleich:

“Diese Ergebnisse zeigen, dass weiterhin viel Arbeit vor uns liegt, um den noch immer großen illegalen Sportwetten-Markt in diesem Land zu beseitigen. Wir sind verpflichtet, zum Schutz der Spieler für die Durchsetzung fester Regeln zu sorgen.”

Duke University Favorit bei der diesjährigen March Madness

Die NCAA-Turnierserie wurde bereits 1939 gegründet und findet in diesem Jahr zum 81. Mal statt. Seit den Anfängen konnten sich viele bedeutende Universitäten in die Siegerliste eintragen. Mit elf Titeln ist die University of California in Los Angeles (UCLA) alleiniger Rekordhalter. Der letzte Titelgewinn für die Kalifornier liegt allerdings schon 24 Jahre zurück.

Die Buchmacher sehen das Team der Duke University mit einer Quote von 1:2,25 in diesem Jahr als klaren Favoriten auf den Gesamtsieg bei der March Madness. Mit einigem Abstand folgen die Universitäten von Virginia (1:5,50), Gonzaga aus dem US-Staat Washington (1:6,00) und North Carolina (1:8,00).

Vorjahressieger Villanova werden bei einer Quote von 1:500 nur geringe Chancen auf eine Titelverteidigung eingeräumt.

In der bisherigen Geschichte der NCAA-Meisterschaften kommen die Favoriten von der Duke University aus North Carolina bislang auf fünf Triumphe, während es die Titelverteidiger von der Villanova University aus Pennsylvania auf drei Siege bei der March Madness bringen.

Im Vorlauf Turnierserie bekräftigten die Spieler von Duke ihren Anspruch auf einen sechsten Triumph in der Collegemeisterschaft, denn sie setzten sich in den letzten Partien klar gegen ihre Gegner durch. Die NCAA-Verantwortlichen platzierten das Team nicht zuletzt deshalb in ihrer Setzliste auf der Spitzenposition.

Einen Schockmoment erlebte die Mannschaft vor wenigen Wochen, als sich ihr Starspieler Zion Williamson verletzte, weil sein Nike-Schuh plötzlich zerplatzte. Der Vorfall hatte für viel Aufmerksamkeit und gleichzeitig zu einem PR-Desaster für den Sportswear-Konzern gesorgt. Zumindest für Williamson verlief der Unfall allerdings glimpflich, denn er hat rechtzeitig zum “verrückten März” wieder zu alter Topform zurückgefunden.