Sony, Microsoft und Nintendo legen Quoten für Lootboxen offen

Veröffentlicht am: 8. August 2019, 03:48 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 8. August 2019, 03:48 Uhr.

Die Entertainment Software Association (ESA) gab gestern im Rahmen des Inside the Game-Workshops der Federal Trade Commission in Washington DC. bekannt, dass die großen Spielehersteller Nintendo, Sony und Microsoft an neuen Richtlinien zur Offenlegung der Quoten bei Lootboxen in ihren Systemen arbeiteten.

Nintendo Switch, Super Mario
Nintendo will Quoten für Lootboxen offenlegen. Bild: pixabay.com)

Demnach sollen Lootboxen künftig mit Ingame-Kaufetiketten versehen sein. Weiterhin seien Ausgabenkontrollen für Konsolen und PC-Spiele vorgesehen.

Michael Warnecke, Chefanwalt der ESA Geschäftspolitik, kommentierte:

“Ich freue mich, Ihnen heute Morgen mitteilen zu können, dass Microsoft, Nintendo und Sony sich der ESA gegenüber verpflichtet haben, neue Richtlinien in Bezug auf die Verwendung von kostenpflichtigen Lootboxen in Spielen auf ihren Plattformen zu entwickeln. Dies gilt insbesondere für neue Spiele und Updates, die Funktionen mit Lootboxen hinzufügen, und beinhaltet die Offenlegung der relativen Seltenheit oder Wahrscheinlichkeit für den Erhalt zufälliger virtueller Objekten in Spielen, die auf ihren Plattformen verfügbar sind.“

Warnecke fügte hinzu, dass viele der führenden Spielehersteller auch freiwillig Gewinnchancen für ihre Spiele offenlegen würden. Wie das genau aussehen könnte, ließ Warnecke allerdings offen.

Worum ging es beim Inside The Game Workshop?

Im Rahmen des Workshops in Washington DC. [Seite auf Englisch] sollen die Probleme der Verbraucher rund um Lootboxen gelöst werden.

Der Workshop brachte eine Vielzahl von Interessengruppen zusammen, darunter Branchenvertreter, Verbraucheranwälte, Handelsverbände, Wissenschaftler und Regierungsvertreter, um Bedenken hinsichtlich des Marketings und der Verwendung von Beuteboxen und anderen In-Game Käufen sowie der möglichen Auswirkungen dieser virtuellen Verhaltensweisen zu erörtern.

Die Themen, die in dem Workshop behandelt wurden, waren:

– Ein Blick auf die Strukturen der In-Game Transaktionen sowie die Ursprünge und Entwicklungen der Lootboxen und ihrer Rolle im Spiel selbst und auf dem digitalen Markt.

– Untersuchung des Verbraucherverhaltens, einschließlich des Verhaltens von Kindern und Jugendlichen im Zusammenhang mit Videospielen und digitalen Transaktionen.

– Eine Diskussion über das Bewusstsein und die Aufklärung der Verbraucher über digitale Transaktionen im Spiel, einschließlich der Mechanismen, des Marketings und der finanziellen Verpflichtungen, die mit Lootboxen verbunden sind.

Einige Hersteller reagierten bereits auf den Druck der Regierungen und der Glücksspielkommissionen. So gibt es bei den Spielen Overwatch und FIFA schon Quoten bei Lootboxen, die angeben, wie wahrscheinlich es ist, ein bestimmtes Objekt oder einen Spieler in der Box zu finden.

Computer, Fortnite, Tastatur
Bei Fortnite kann man den Inhalt der Lootboxen sehen. (Bild: pixabay.com)

Epic Games ging einen anderen Weg. Bei dem Blockbuster-Game Fortnite sind Lootboxen nun transparent, so dass der Spieler den Inhalt einsehen kann.

Umsetzung der neuen Richtlinien für 2020 vorgesehen

Heute ergänzte die ESA die gestrige Bekanntmachung hinsichtlich der Lootboxen mit weiteren Einzelheiten. Die Spieleentwickler strebten an, die neuen Richtlinien bereits im Jahre 2020 umzusetzen.

Es wurde eine Liste jener Unternehmen veröffentlicht, die sich beteiligen wollen. Dazu gehören unter anderem Microsoft, EA, Nintendo, Activision Blizzard, Sony, Ubisoft und Warner Bros.

Senatorin Maggie Hassan, die ebenfalls ihre Bedenken bezüglich der Lootboxen geäußert hatte, sagte nun:

„Ich stehe dem Schritt zur Verbesserung der Transparenz von Lootboxen, den die Videospielbranche getan hat, positiv gegenüber. Ich werde weiter daran arbeiten, dass Kinder vor den ausbeuterischen und süchtig machenden Auswirkungen der Lootboxen in Videospielen geschützt werden.“

Allerdings gibt es auch ESA Mitglieder, die ein entsprechendes Statement noch nicht abgegeben haben. Es ist demnach noch offen, welchen Weg Unternehmen wie 505 Games, Disney Interactive Studios, Epic Games, Riot Games, Tencent und Marvelous beschreiten werden. Es bleibt nun abzuwarten, ob diese Unternehmen sich der Initiative anschließen werden.