Studie in Irland: Männer fünfmal häufiger von Spielsucht bedroht als Frauen

Veröffentlicht am: 13. February 2022, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 11. February 2022, 02:44 Uhr.

Das Health Research Board (HRB) der Republik Irland hat diese Woche seine aktuelle National Drug and Alcohol Survey 2019-20 (NDAS) [Seite auf Englisch] veröffentlicht. Die Studie beinhaltet auch Daten zur Prävalenz von Glücksspiel und problematischem Spielverhalten in der irischen Bevölkerung. Diese besagen, dass Männer fünfmal häufiger von Spielsucht bedroht seien als Frauen.

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Besonders junge Männer sind der irischen Studie zufolge anfällig für problematisches Spielverhalten. (Bild: unsplash.com, Ben Frost)

Im Rahmen der Studie seien Informationen von 5.762 Personen ab 15 Jahren in ganz Irland gesammelt und ausgewertet worden. Dabei habe sich herausgestellt, dass fast die Hälfte (49 %) der Befragten in den letzten zwölf Monaten am Glücksspiel teilgenommen habe.

Die häufigste Art der Glücksspiel-Teilnahme sei mit einer Beteiligung von 40 % der Kauf eines Lottoscheins oder eines Rubbelloses gewesen. Jeder zehnte Befragte habe angegeben, Wetten in einem Wettbüro platziert zu haben.

Es habe sich zudem herausgestellt, dass Männer fünfmal häufiger gefährdet seien, pathologisches Spielverhalten zu entwickeln, als Frauen, erklärte Dr. Deirdre Mongan vom HRB. Am meisten betroffen seien Männer im Alter zwischen 25 und 34 Jahren:

Es zeigt auch, dass Glücksspielprobleme das Leben von 135.000 Menschen in Irland beeinträchtigen, insbesondere betroffen sind junge Männer und Menschen mit sozioökonomischen Benachteiligungen.

Zusammenhang zwischen Glücksspielproblemen und Substanzkonsum

Die Forscherinnen und Forscher des HRB stellten zudem eine deutliche Korrelation zwischen problematischem Glücksspiel und dem Substanzkonsum fest. Dies betreffe sowohl den Alkohol- und Drogenkonsum als auch den Genuss von Tabakprodukten.

13 % der Menschen mit einem Drogen- oder Alkoholproblem seien als Risiko- oder Problemspieler einzustufen. Befragte ohne Alkoholprobleme seien nur zu 2 % von problematischem Spielverhalten betroffen.

Die Korrelation zwischen problematischem Glücksspiel und schädlichem Alkohol- oder Drogenkonsum sei besorgniserregend, erklärte Dr. Mongan. Das Vorhandensein von Störungen durch Substanzgebrauch könne zu Schwierigkeiten bei der Behandlung führen.

Auch sei ein Zusammenhang zwischen problematischem Glücksspiel und Arbeitslosigkeit sowie dem Leben in einer benachteiligten Gegend zu erkennen. Daher kam Dr. Mongan zum Schluss:

Der Bericht unterstreicht die Notwendigkeit, sowohl die sozialen als auch die psychologischen Risikofaktoren zu verstehen, die zu problematischem Glücksspiel führen, um regulatorische und öffentliche Gesundheitsmaßnahmen zu gestalten.

Die Maßnahmen könnten die Regulierung des Zugangs zum Glücksspiel, das Screening von Risikopersonen sowie die Bereitstellung und den besseren Zugang zu speziellen Behandlungsangeboten umfassen, so die Expertin.

Allerdings zeige die Studie auch eine positive Entwicklung. Seit der letzten Umfrage im Jahr 2014/15 sei ein Rückgang der Partizipation am Glückspiel von 65 % auf 49 % zu beobachten gewesen.