Britische Glücksspiel-Behörde verhängt Rekordstrafe von 11,6 Mio. GBP gegen Betway

Veröffentlicht am: 12. März 2020, 01:41 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 12. März 2020, 01:42 Uhr.

Die britische Glücksspielkommission (UKGC) hat heute in einer Pressemitteilung mitgeteilt, dass das Glücksspiel- und Sportwetten-Unternehmen Betway mit einer Geldstrafe in Höhe von 11,6 Mio. GBP (ca. 13,2 Mio. Euro) belegt werde. Das Unternehmen soll die Vorgaben zur Bekämpfung der Geldwäsche und des problematischen Glücksspiels nicht erfüllt haben.

Geldscheine, britische Pfund
UKGC verhängt Rekordstrafe von 11,6 Mio. GBP gegen Betway. (Bild: pixabay.com)

Schwere Vorwürfe gegen Betway

Untersuchungen hätten ergeben, dass Betway Transaktionen in Höhe von 5,8 Mio. GBP zugelassen habe. Ein Teil des Geldes soll allerdings aus kriminellen Handlungen stammen.

In einem anderen Fall habe der Betreiber lauf der UKGC [Seite auf Englisch] bei einem VIP-Kunden, der über einen Zeitraum von vier Jahren mehr als 8 Mio. GBP eingezahlt und mehr als 4 Mio. GBP verloren haben soll, keine Überprüfung der Geldquelle durchgeführt, obwohl das Konto des betreffenden Kunden 20 Mal als potenzielles Risiko gekennzeichnet worden sei. Allein das Wort des Spielers sei für die Mitarbeiter des Supports ausreichend gewesen.

Weiterhin habe Betway keinen Kontakt zu einem Kunden aufgenommen, der innerhalb von zwei Tagen 187.000 GBP eingezahlt und verloren habe, was gegen die Vorgaben hinsichtlich der sozialen Verantwortung dem Spieler gegenüber verstoße.

Richard Watson, Executive Director bei der Gambling Commission, sagte:

“Die Aktionen von Betway lassen vermuten, dass das Wohlergehen seiner VIP-Kunden oder die Auswirkungen auf die Menschen in ihrer Umgebung kaum berücksichtigt wurden.”

Aufforderung zu verantwortungsbewusstem Handeln

Watson sagte, der Fall habe gezeigt, warum sich das Management von scheinbar zahlungskräftigen Kunden durch die Betreiber ändern müsse und warum die Branche alles tun müsse, um verantwortungsbewusst mit Kunden umzugehen.

Im Rahmen der Bemühungen zur Verbesserung der Sicherheit werde die Branche dazu gedrängt, in jenen Bereichen, die die größten Auswirkungen auf den Verbraucherschutz haben, möglichst zeitnah Fortschritte zu erzielen, heißt es weiter in der Mitteilung der Kommission.

Anthony Werkman, CEO von Betway, sagte, das Unternehmen habe kein Interesse daran, von gestohlenen Geldern zu profitieren. Die Systeme seien verbessert und das VIP-Programm sei eingestellt worden.

Er erklärte weiterhin:

„Betway übernimmt die volle Verantwortung für die geringe Anzahl historischer Fälle, die zu dieser Entscheidung geführt haben. Wir haben umfassend an der Untersuchung mitgearbeitet und werden weitere proaktive Schritte unternehmen, um sicherzustellen, dass alle Empfehlungen und Vorgaben umgesetzt werden.“

Die Gesamtstrafe in Höhe von 11,6 Mio. GBP ist die höchste Geldstrafe, die jemals von der UKGC ausgesprochen wurde. Dies könnte ein Zeichen dafür sein, dass sich die Glücksspielanbieter auf schärfere Sanktionen einstellen sollten.