Großer Andrang bei Vergabe neuer Online-Glücksspiel-Lizenzen in Griechenland

Veröffentlicht am: 3. April 2020, 11:56 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 3. April 2020, 12:17 Uhr.

In Griechenland rückt die Umsetzung einer neue Online-Glücksspiel-Regulierung immer näher. Nach Angaben der griechischen Glücksspielkommission Hellenic Gaming Commission (HGC) [Seite auf Englisch] haben sich alle bisherigen Inhaber einer temporären Glücksspiellizenz bis Ende März um die Erteilung einer dauerhaften Genehmigung beworben.

Athen Akropolis
Griechenland kommt bei der Online-Glücksspiel-Regulierung voran (Bild: Pixabay/ Dias12)

Zuvor hatte die HGC die Glücksspielunternehmen aufgefordert, ihre vollständigen Unterlagen bis zum 31. März bei ihr einzureichen. Dieser Forderung kamen nach Auskunft der Behörde sämtliche Anbieter nach, denn eine verspätete Abgabe hätte den Ausschluss aus dem Lizenzierungsverfahren nach sich ziehen können.

Drohende Illegalität abgewendet

Derzeit halten 24 Unternehmen eine vorläufige Lizenz, die sie zum Angebot von Online-Glücksspiel in Griechenland berechtigt. Diese waren allerdings bis zum 31. März 2020 befristet, sodass die Firmen seit Anfang April ohne gültige Genehmigung gearbeitet hätten.

Mit dem neuen Glücksspielgesetz will die griechische Regierung dem in weiten Teilen nicht regulierten Online-Glücksspiel einen legalen Rahmen verleihen. Für den Erwerb einer Lizenz müssen die Unternehmen jedoch einen millionenschweren Betrag zahlen. So kostet eine Sportwetten-Lizenz 3 Mio. Euro, während für den genehmigten Betrieb von Online-Casinos und Online-Poker 2 Mio. Euro fällig werden. Unabhängig von der Art des Glücksspiels sollen die Anbieter darüber hinaus Steuern in Höhe von 35 % auf ihre Gewinne bezahlen. Nach Willen der Regierung soll die Gültigkeit der Genehmigungen zudem auf sieben Jahre beschränkt werden.

Grund für die zeitliche Beschränkung ist, dass die EU den zuständigen griechischen Behörden Anfang des Jahres eine dreimonatige Frist zur Umsetzung einer neuen Online-Glücksspiel-Regulierung gesetzt hatte. Diese konnte jedoch nicht rechtzeitig ratifiziert werden, sodass die Unternehmen rein rechtlich gesehen seit dem 1. April illegal gehandelt hätten.

Keine Konsequenzen für Anbieter

Die HGC hatte den Anbietern jedoch schon im Februar versichert, dass sie im Fall einer verspäteten Verabschiedung der neuen Regularien nicht zwingend mit negativen Konsequenzen zu rechnen hätten. Voraussetzung für die Weiterführung ihrer Geschäfte sei zunächst die fristgerechte Einreichung der geforderten Unterlagen.

Auf diese Weise ist bis auf Weiteres gesichert, dass Online-Glücksspiel in Griechenland angeboten werden kann, auch wenn die endgültigen rechtlichen Grundlagen dafür noch nicht geschaffen sind.