New York: Illegales Glücksspiel während Corona-Ausgangs­sperre endet tödlich

Veröffentlicht am: 8. April 2020, 03:58 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 8. April 2020, 03:58 Uhr.

Der Betrieb einer illegalen Glücksspielstätte im New Yorker Stadtteil Brooklyn endete für einen 48-jährigen US-Amerikaner in dieser Woche tödlich. Zwei Maskierte hatten versucht, die anwesenden Spieler mit Waffengewalt zu berauben und Kenny M. dabei erschossen.

Absperrband Crime Scene
Das illegale Glücsspiel in einem Privathaus endete für einen New Yorker tödlich (Quelle:pixabay.com/geralt)

Illegales Glücksspiel gedeiht im Geheimen

Trotz oder möglicherweise gerade wegen der aufgrund der Covid-19-Pandemie verhängten Ausgangssperren scheint das illegale Glücksspiel derzeit zu florieren. Im deutschsprachigen Raum mussten sich Veranstalter solch unerlaubter Zusammenkünfte bislang nur mit Anzeigen wegen illegalen Glücksspiels und Verstoßes gegen die Schutzverordnungen verantworten.

Im Viertel Bedford-Stuyvesant im New Yorker Stadtteil Brooklyn hingegen endete der Betrieb einer illegalen Spielstätte nun jedoch fatal, wie die örtliche Polizei gestern bekanntgab.

Während der Covid-19-Pandemie sieht sich New York derzeit mit der möglicherweise größten Herausforderung seiner Geschichte konfrontiert. Knapp 77.000 Einwohner der Millionenstadt am Hudson River sollen aktuell mit dem Coronavirus infiziert sein, im gesamten Bundesstaat seien es über 140.000. Die Behörden sprechen von mehreren Hundert Toten am Tag.

Am frühen Montagmorgen war es in einem Privathaus zu Schüssen gekommen, der getroffene Gastgeber verstarb kurze Zeit später im Krankenhaus. Zum Tatzeitpunkt sollen sich rund 15 Personen in einem Raum befunden haben. Die Gruppe sei um einen umfunktionierten Billardtisch versammelt gewesen und habe nach Casino-Art auf ein Würfelspiel gewettet.

Opfer gehörte Risikogruppe an

Für die Cousine des Opfers hätte es gerade in Zeiten von Corona gar nicht erst so weit kommen dürfen. Ihr Verwandter sei als Dialysepatient besonders Corona-gefährdet gewesen, so Darlene B. der New York Post (Seite auf Englisch) gegenüber:

Sie hätten während der Pandemie nicht würfeln sollen, natürlich sollten sie das nicht. Ich wünschte nur, er hätte sich an Ort und Stelle geschützt und niemanden ins Haus gelassen. Er hätte sich schützen sollen.

Gegen 2 Uhr morgens hätten sich zwei bewaffnete Männer Zugang zu dem Raum verschafft und versucht, das Bargeld der Anwesenden unter Androhung von Waffengewalt zu erbeuten. Gastgeber Kenny M. sei auf einen der Männer losgegangen und dabei in den Oberkörper geschossen worden, so Zeugenberichte. Trotz umgehenden Transports ins Krankenhaus habe er den Angriff nicht überlebt.

Im Verdacht stehe nun ein junger Mann, der zuvor Teil der Spielrunde gewesen sei. Nachdem er eine große Summe verloren habe, sei er mit einer Waffe zurückgekehrt, sei sich Darlene B. sicher.

Beiden Räubern gelang die Flucht, nach ihnen wird gefahndet.