Computerspiele erfahren Imagewandel dank Coronakrise

Veröffentlicht am: 6. April 2020, 12:15 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 6. April 2020, 02:47 Uhr.

Mitte 2018 stufte die WHO Computer-Spielsucht offiziell als Krankheit ein. Angesichts der in vielen Ländern eingeführten restriktiven Maßnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie scheinen Computerspiele nun jedoch einen Imagewandel zu erfahren.

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Computerspiele werden derzeit sogar von der WHO empfohlen. (Bild: Pixabay/Tomasz Mikołajczyk )

In Deutschland weisen nach Angaben der Berliner Charité rund 3 bis 10 Prozent der Spieler ein problematisches Computerspiel-Verhalten auf. Wer seine Freizeit hierbei verbringt, galt lange als „Nerd“ und vor allem Online-Rollenspiele stehen unter dem Verdacht, mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung problematischen Spielverhaltens verbunden zu sein.

Im Jahr 2018 wurde die „Internet Gaming Disorder“ (IGD) als eigenständige Diagnose in Sektion III des Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM-5) aufgenommen. Zu den Kriterien, die für eine Diagnose erfüllt sein müssen, gehört unter anderem die übermäßige Beschäftigung mit den Online- oder Offline-Computerspielen, eine vorliegende Entzugssymptomatik, das zunehmende Bedürfnis nach längeren Spielzeiten und der Verlust des Interesses an früheren Hobbies.

Doch gerade der soziale Aspekt der Online-Spiele ist es nun, der während der Coronakrise zu einem Imagewandel führen könnte. Am 28. März erregte WHO-Botschafter Ray Chambers die Aufmerksamkeit, als er auf Twitter zur Teilnahme am #PlayApartTogether aufrief. In seiner Nachricht hieß es:

„Wir befinden uns in einem entscheidenden Moment, der den Ausgang dieser Pandemie bestimmt. Unternehmen der Spieleindustrie haben ein globales Publikum – wir empfehlen allen das #PlayApartTogether. Mehr physische Distanzierung + andere Maßnahmen werden helfen, die Kurve abzuflachen + Leben zu retten.“

#PlayApartTogether – eine Kampagne der Spieleindustrie

Die Kampagne unter dem Hashtag #PlayApartTogether wurde von der Spieleindustrie ins Leben gerufen. An ihr nehmen Gaming-Unternehmen wie Activision Blizzard, Riot Games und YouTube Gaming teil.

Insgesamt sind es mehr als 40 Spiele-Unternehmen, die sich der Kampagne angeschlossen haben und die Spieler unter anderem mit Special Events und exklusiven Angeboten dazu ermutigen wollen, zu Hause zu bleiben. Ziel der Kampagne ist es, das Physical Distancing während der Coronakrise zu erleichtern und die Menschen auf die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus aufmerksam zu machen.

Nicht nur Videogames erfahren angesichts der Coronakrise gerade einen Imagewandel, sondern auch der E-Sport gerät derzeit immer mehr in den Mittelpunkt. So wurden viele abgesagte Sport-Events auf der virtuellen Bühne ausgetragen.