Skandal um Casino Resorts in Japan: Erneuter Haftbefehl erlassen

Veröffentlicht am: 14. Januar 2020, 11:12 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 14. Januar 2020, 01:45 Uhr.

Gegen den japanischen Abgeordnete Tsukasa Akimoto (48) wurde heute erneut Haftbefehl erlassen. Akimoto, der an der Legalisierung der Casino Resorts in Japan beteiligt war, wurde im Dezember festgenommen, weil er Bestechungsgelder von einem ausländischen Glücksspiel-Anbieter angenommen haben soll.

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Gegen den japanischen Abgeordneten Tsukasa Akimoto wurde heute erneut Haftbefehl wegen Verdachts auf Bestechung erlassen. (Bild: Pixabay/Jasmin777)

Mehr Geld als anfangs vermutet erhalten

Bisher ging die Staatsanwaltschaft davon aus, dass der Abgeordnete der regierenden Liberaldemokratischen Partei (LDP) in seinem Büro in Tokio rund 3 Mio. Yen (ca. 24.500 Euro) in bar von dem chinesischen Glücksspiel-Anbieter 500.com erhalten habe.

Das von der in Shenzhen ansässigen Glücksspiel-Firma 500.com eingeführt Geld geriet ins Visier der Strafverfolgungsbehörden, weil es nicht beim Zoll gemeldet worden war. Die Obergrenze für zollfrei eingeführtes Bargeld liegt in Japan jedoch bei 1 Mio. Yen (rund 8.197 Euro). Akimoto wurde anfangs vorgeworfen, in Verbindung mit dem Geldschmuggel zu stehen, schnell wurde jedoch klar, dass es sich bei dem betreffenden Unternehmen um einen Glücksspiel-Anbieter handele, der Interesse für ein Casino Resort in Hokkaido bekundet haben soll und den Kontakt zu Akimoto für seine Geschäftszwecke nutzen wollte.

Die Staatsanwaltschaft wirft Akimoto nun vor, wesentlich mehr Geld als anfangs vermutet, erhalten zu haben. Sie geht von Gesamtsummen in Höhe von rund 7 Mio. Yen (ca. 57.000 Euro) aus. Neben Akimoto selbst wurde Anklage gegen dessen ehemaligen Sekretär Akihiro Toyoshima (41) und gegen drei weitere mutmaßlich in den Fall verwickelte Personen erhoben.

Regierung hält an Plänen zur Errichtung integrierter Casino Resorts fest

Während der Bestechungsskandal in Japan nach aktuellen Umfragen [Seite auf Englisch] dazu führt, dass die Bevölkerung sich für eine Revision der Pläne zur Errichtung der Casino Resorts ausspricht, hält die Regierung unbeirrt hieran fest.

So erklärte der Vorsitzende der neu eingerichteten Casino-Regulierungskommission nach deren ersten Treffen am vergangenen Freitag:

„Die Mitglieder der Kommission und die Mitarbeiter ihres Sekretariats werden sich zusammenschließen und mit Nachdruck daran arbeiten, das Vertrauen der Öffentlichkeit in das Casino-Geschäft stärken.“

Angesichts der heutigen Meldungen zum Bestechungsskandal und der anhaltenden Kritik an den Plänen der Regierung, an den Casino Resorts festzuhalten, dürfte es jedoch nicht leicht werden, das Vertrauen der Bevölkerung in die Glücksspielpolitik zu stärken.