Caesars eröffnet 90 Millionen US-Dollar teures Casino in Süd-Indiana

Veröffentlicht am: 13. Dezember 2019, 11:18 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 13. Dezember 2019, 11:24 Uhr.

Der Glücksspiel-Konzern Caesars Entertainment hat am Donnerstag ein 90 Millionen US-Dollar (ca. 80 Millionen Euro) teures Casino im Süden des US-Bundesstaates Indiana eröffnet. Im Caesars Southern Indiana sollen Zocker auf knapp 10.000 Quadratmetern großzügige Spielflächen mit mehr als 1.200 Automaten und 70 Tischspielen sowie Restaurants, Bars und ein Wettbüro vorfinden.

Caesars-Funktionäre bei der Eröffnung des neuen Casinos
Caesars CEO Tony Rodio (vorn) und Generaldirektor Brad Siegel eröffnen das Caesars Southern Indiana. (Quelle: Casino.org)

Nach einer Bauzeit von knapp 18 Monaten ersetzt das Casino ab sofort das ehemalige Bootscasino Glory of Rome, welches mehr als 20 Jahre in Betrieb stand und sich nur wenige Kilometer vom jetzigen Standort in Elizabeth, Indiana, entfernt befindet.

Das Caesars Southern Indiana, so Caesars CEO Tony Rodio, soll ein Stück Las Vegas-Feeling in den Mittleren Westen der USA bringen:

“Es ist einfach eine viel bessere Kundenerfahrung (…). Es gibt so viele weitere Annehmlichkeiten, die nichts mit dem Spielen zu tun haben, wie Restaurants und Bars und die Food-Hall. Ich meine, das ist wie ein Mini-Vegas-Erlebnis im Vergleich zu dem, was das dreistöckige Flussboot bot.“

Um die Eröffnung des neuen Casinos gebührend zu feiern, engagierte Caesars Schauspieler in römischen Kostümen. Eine Idee, die zum Erlebniskonzept von Caesars in Süd-Indiana gehört. Wie Casino-Vizepräsident und General-Manager Brad Siegel am Donnerstag sagte, solle jeder Besuch im neuen Casino ein „erinnerungswürdiger“ Anlass sein.

Neue Gesetzgebung ermöglicht Sportwetten

Dass das Caesars Southern Indiana ein eigenes Wettbüro betreiben darf, ist Folge einer Änderung des Glücksspielgesetzes. Ausgenommen von Pferdewetten waren Sportwetten bis vor wenigen Monaten in Indiana verboten. Erst seit September 2019 dürfen Personen in dem US-Bundestaat auf Sportereignisse wetten. Buchmacherlizenzen werden ausschließlich an Casinos und Pferderennstrecken vergeben, die eine Wettsteuer in Höhe von 9,5 % an den Staat abführen müssen.

Auf welche Sportarten gewettet werden darf, bestimmt die Indiana Gambling Commission. Erlaubt sind derzeit unter anderem Wetten auf NFL, NBA, WNBA, NHL und diverse Rennsportwettbewerbe. Auch auf Tennis, Fußball und Kampfsportarten wie Boxen und MMA dürfen die Bürger Indianas setzen.

Der Weg ans Land

Ein Casino-Neubau im Wert von 90 Millionen US-Dollar ist im Vergleich zu anderen Caesars-Projekten ein kostengünstiges Vorhaben. Erst im November 2019 wurde bekannt, dass ein geplantes Casino-Resort in Korea (Link auf Englisch) den Glücksspielkonzern bis zu 735 Millionen US-Dollar (ca. 657 Millionen Euro) kosten könnte.

Casinoboote sind in Indiana ein Teil der Geschichte. (Quelle: Casino boats by Joegoauk Goa, licensed under CC BY-SA 2.0)

Trotz des verhältnismäßig niedrigen Investments ist das Caesars Southern Indiana eine besondere Adresse im Portfolio des Unternehmens. Das neue Glücksspieletablissment ist nämlich eines der wenigen Casinos, die bislang in Indiana überhaupt an Land gebaut werden durften.

Nach lokalem Recht war Glücksspiel bis auf wenige Ausnahmen nur auf Casinobooten erlaubt, die entweder auf dem Lake Michigan oder dem Ohio River operierten.

Im Jahre 2003 genehmigten Regulatoren dann erstmals, ein Bootscasino auf einem künstlich angelegten See zu eröffnen.

Nach längeren Diskussionen kam es zu einer weiteren Ergänzung des Glücksspielrechts.

So durften die Betreiber von Casinobooten ab 2015 landbasierte Casinos errichten und ihre Operationen in diese verlegen. Der Schritt sollte den Casinos eine höhere Konkurrenzfähigkeit ermöglichen.

Kann sich Caesars in Indiana durchsetzen?

Um wirtschaftliches Durchsetzungsvermögen geht es Caesars Entertainment womöglich auch bei der Eröffnung seines neuen Casinos.

Zwar nahm das Unternehmen mit seinem Bootscasino regelmäßig mehr als die Konkurrenz in Süd-Indiana ein, einige Glücksspielfirmen im Norden des US-Bundesstaates (zum Beispiel Ameristar Casino) wirtschafteten aber noch profitabler und boten ihren Gästen ein abwechslungsreicheres Unterhaltungsangebot.

Ob Caesars sich an Land gegen den Wettbewerb aus dem Norden behaupten wird, könnte womöglich schon der Geschäftsbericht für das 1. Quartal 2020 zeigen.