Australien: Altersbeschränkung für Glücksspiel-Seiten technisch schwierig

Veröffentlicht am: 10. März 2020, 12:01 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 10. März 2020, 01:04 Uhr.

In Australien hat ein parteienübergreifender parlamentarischer Ausschuss die Einführung eines verschärften Systems zur Altersüberprüfung für alle Glücksspiel-Webseiten gefordert. Lokale Medien weisen nun vermehrt darauf hin, dass dies technisch nur schwer umzusetzen sei.

Schloss, Tastatur, Computer
Ein parlamentarischer Ausschuss will verschärfte Altersverifikationen für Glücksspiel-Webseiten in Australien einführen. (Bild: Flickr/Oliver Henze)

Altersbeschränkungen fürs Internet gefordert

Im Februar veröffentlichte ein parteiübergreifender Ausschuss des australischen Parlaments einen Bericht [Seite auf Englisch], in dem er sich mit der Einführung eines neuen Systems zur Altersverifikation befasst. Verschärfte Methoden sollten nach Ansicht des Komitees verhindern, dass Kinder und Jugendliche im Internet Zugang zu Seiten mit Glücksspiel- und Pornografie-Inhalten erhielten.

Gesetze, die Minderjährigen den Zugang zu Alkohol, Pornografie und Glücksspiel beschränken, seien in Australien zwar vorhanden, jedoch sei es nach Ansicht der Parlamentarier in den Zeiten des Internets schwer, diese Beschränkungen tatsächlich durchzusetzen. Im Bericht heißt es:

„Jugendliche sind heutzutage zunehmend dem Glücksspiel-Marketing durch soziale Medien, Online-Werbung und der Sportberichterstattung ausgesetzt, daneben bestehen durch die Verbreitung des Internet- und Smartphone-Zugangs eine verbesserte Erreichbarkeit und mehr Möglichkeiten des Glücksspiels.“

Fraglich sei daher, wie sich eine Altersbeschränkung in einer Zeit realisieren lasse, in der Inhalte im Internet für jeden, der über einen Webbrowser verfüge, zugänglich seien. Die Parlamentarier führen das Beispiel Großbritanniens an, wo mit dem Digital Economy Act 2017 ein Gesetz zur Altersüberprüfung für Online-Pornografie erprobt wurde.

Beim United Kingdom’s Digital Economy Act 2017 handelte es sich um den ersten Versuch, ein Altersüberprüfungssystem für bestimmte Seiten im Internet gesetzlich zu verankern. Da die Umsetzung einerseits technische Probleme mit sich brachte, andererseits aber auch in Frage gestellt wurde, ob eine damit verbundene Datensammlung DSGVO-konform sei, wurden die Pläne im vergangenen Jahr jedoch verworfen.

Altersbeschränkungen für Glücksspiel-Seiten bereits vorhanden

Eine Altersbeschränkung sehe die parlamentarische Gruppe zwar als technisch schwierig an, gleichwohl habe man den australischen eSafety Commissioner und die Digital Transformation Agency darum gebeten, auf die Implementierung eines solchen Systems hinzuarbeiten.

Für Glücksspiel-Webseiten ist die Altersverifikation in Australien bereits Pflicht und wird in der Praxis mit einer 14-tätigen Überprüfungszeit durchgeführt. Diese, so die Parlamentarier, sei jedoch nicht ausreichend. Stattdessen sollte die Altersüberprüfung innerhalb von 76 Stunden erfolgen.

Was die Einführung eines verschärften Systems zur Altersverifikation generell angeht, weisen diverse australische Medien darauf hin, dass es derzeit schwierig sei, diese technisch zuverlässig umzusetzen. Viele Webseiten würden im Ausland gehostet, Zugriffe könnten dank VPNs anonym erfolgen und auch die Erstellung einer „schwarzen Liste“ von Webseiten, die den Verifikationsprozessen unterworfen sein würden, sei als utopisch anzusehen.