Belgien führt Einsatzlimit von 500 Euro für Online-Glücksspiele ein

Veröffentlicht am: 8. April 2020, 03:59 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 8. April 2020, 03:59 Uhr.

Die belgische Glücksspielaufsicht, Commission des Jeux de Hasard, hat Anfang dieser Woche ein neues gesetzlich festgelegtes Einsatzlimit für Online-Glücksspiele geltend gemacht. Jeder Spieler darf pro Woche ab sofort nur noch 500 Euro auf Glücksspiel-Webseiten, dir durch die Behörde lizenziert werden, einzahlen. Zuvor hatte es keine anbieterübergreifende Obergrenze gegeben.

Euro Geldscheine in Geldbörse auf Computer Tastatur
Einsatzlimit für Online-Glücksspieler in Belgien auf 500 Euro begrenzt (Bild: PxHere/CC0 Public Domain)

Die Kommission weist darauf hin, dass Kunden dieses Limit nicht durch Kontaktaufnahme mit den entsprechenden Glücksspielanbietern umgehen könnten. Eine Reduzierung des Einsatzlimits oder ein Ausschluss vom Glücksspiel hingegen sei weiterhin jeder Zeit möglich.

Gelder könnten daher auch rückwirkend zurückgefordert werden, wenn ein Glücksspiel-Anbieter eine Einzahlung von mehr als 500 Euro bereits akzeptiert habe.

Spieler seien des Weiteren dazu angehalten, Verstöße gegen die neue Regelung zu melden, sollten sie dies bemerken. Die Kommission spreche in diesem Fall Sanktionen aus.

Das Online-Glücksspiel ist in Belgien nur jenen Glücksspielunternehmen erlaubt, die bereits über eine belgische Lizenz für das landbasierte Glücksspiel verfügen. Die Betreiber von Casinos, Spielhallen und Wettbüros müssen sich jedoch um eine gesonderte Lizenz für das Online-Glücksspiel bewerben. Ausländische Glücksspiel-Webseiten gelten in Belgien als illegal.

Spielerschutz wichtiger denn je

Die Einführung eines anbieterübergreifenden Einsatzlimits sei eine wichtige Maßnahme, um Spieler zu Zeiten der Corona-Krise und der damit einhergehenden Isolation vor dem exzessiven Online-Glücksspiel zu schützen.

Bereits am 2. April hatte die Behörde einen Leitfaden veröffentlicht [Seite auf Französisch], wie sich vulnerable Spieler oder deren Angehörige in dieser besonderen Zeit auch selbst helfen können.

Die Glücksspielkommission ist sich bewusst, dass in diesen Zeiten zahlreiche Personen plötzlich zu Hause bleiben müssen und mit zusätzlicher Freizeit konfrontiert werden […] Auch verlieren viele Menschen die Fähigkeit der sozialen Kontrolle, weil sie allein zu Hause sind. Daher besteht das Risiko, dass neue Spieler eine Abhängigkeit entwickeln und Problemspieler ihre Abhängigkeit noch verstärken.

Unter dem Motto „Aus den Augen, aber nicht aus dem Sinn“ werden Spieler mit problematischem Spielverhalten ermutigt, auch weiterhin die Telefonseelsorge zu kontaktieren.

Angehörige hingegen sollen den Kontakt über Social-Media oder Video-Chat intensivieren, damit sich Betroffene nicht allein fühlen und als Reaktion darauf noch mehr spielen.

Das landbasierte Glücksspiel in Belgien soll indes noch bis zum 19. April geschlossen bleiben. Ob Casinos und Buchmacher danach wieder öffnen dürfen, hängt jedoch von der Entwicklung der Corona-Pandemie und den darauffolgenden Reaktionen der Regierung ab.