Ukraine: Glücksspieler ideales Ziel zur Geheimdienst-Rekrutierung
Posted on: 08/08/2025, 04:55h.
Last updated on: 07/08/2025, 03:50h.
- Der ukrainische Geheimdienst versucht verstärkt, Glücksspieler zu rekrutieren.
- Finanzielle Probleme machen viele Spieler besonders anfällig.
- Spielsüchtige sehen oft keinen anderen Ausweg aus ihrer finanziellen Misere.
Der Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes, Kyrylo Budanow, gab in einem Interview tiefe Einblicke in den Rekrutierungsvorgang von Agenten. Er erklärte ausführlich, dass Glücksspieler eine für Geheimdiens-Anwerbeversuche besonders gefährdete Zielgruppe seien.

In der Ukraine sollen Nachrichtendienste gezielt auf bestimmte Personengruppen zur Rekrutierung schauen. Kyrylo Budanow, der Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes, gab hierzu tiefe Einblicke in einem Interview mit der Journalistin Ramina Eschakzai.
Budanow erklärte, dass Glücksspieler eine besonders anfällige Zielgruppe seien. Viele Spieler befinden sich aufgrund ihrer Verluste in akuter Geldnot und seien somit leicht zu manipulieren. Nachrichtendienste würden speziell nach Menschen mit Geldproblemen suchen und hätten dabei Glücksspieler verstärkt ins Visier genommen. Budanow erläuterte:
Wer in Geldnot ist, risikofreudig lebt und leicht zu manipulieren ist, gerät schnell ins Visier und wird zum perfekten Werkzeug für die Interessen anderer.
Budanow thematisierte zudem die Rekrutierungsmethoden der Agenten. Er erklärte, dass sich die Geheimdienste gezielt in bestimmten Kreisen zur Anwerbung bewegen würden. Das Glücksspielmilieu habe dabei großes Rekrutierungspotenzial mit steigender Tendenz.
Spielsüchtige gelten als ein Primärziel zur Rekrutierung
Budanow wies zudem darauf hin, dass die Schwächen und finanziellen Nöte von Menschen mit Spielsuchtproblemen häufig klar zu erkennen seien. Daher handele es sich um eine besonders gefährdete Personengruppe, da Spieler oft keinen anderen Ausweg sehen, um ihre Schulden zu begleichen.
Aber auch Personen, die dringend viel Geld benötigen, beispielsweise für eine Operation, seien sehr anfällig und könnten von Agenten leicht rekrutiert werden. Oft genüge bereits ein einziges Angebot. Trotz des verstärkten Kampfes der Ukraine gegen illegales Glücksspiel haben viele Menschen im Land mit Spielsuchtproblemen zu kämpfen und stellen daher das ideale Ziel dar.
Die Tragweite der Entscheidung ist nicht absehbar
Die Betroffenen könnten die Tragweite ihrer Entscheidungen jedoch nur selten absehen. Wer auf ein entsprechendes Angebot eingehe, könnte danach nicht einfach wieder zurücktreten und wieder aussteigen.
Die Kombination aus Spielsucht, Verlust der Kontrolle und Geldproblemen sei der ideale Nährboden für Rekrutierungsversuche, da kaum jemand objektiv handeln kann, wenn er erst einmal in diese Abwärtsspirale geraten ist.
Budanow erklärte weiter, dass rekrutierte Personen genau wissen, was sie tun. Für ihn sei es klar, dass niemand aus Unwissenheit einem Anwerbeversuch erliegt:
Das ist ein Märchen. Jemand, der solche Anweisungen wie „Hol ein Paket unter dem dritten Baum und lege es unter ein Auto“ ausführt, ist sich bewusst, dass es sich nicht um harmlose Botengänge handelt.
Geld bleibt weiterhin das Hauptmotiv
Für Budanow sei das Geld in den meisten Fällen entscheidend. Besonders junge Menschen mit geringem Bildungsstand würden häufig keine andere Möglichkeit sehen, um ihrer finanziellen Notlage zu entfliehen.
Die Dienste würden bewusst psychischen Druck ausüben und schnelle Lösungen bei finanziellen Problemen versprechen. Teenager seien zudem besonders anfällig, wenn neben finanziellen Problemen oder auch familiäre Schwierigkeiten vorhanden seien. Budanows Äußerungen verdeutlichen, wie sehr das Thema Glücksspiel inzwischen eine sicherheitspolitische Dimension angenommen hat.
No comments yet