Sohn von Schweizer Politi­kerin führte ma­fiösen Poker­betrug

Posted on: 06/08/2025, 12:06h. 

Last updated on: 06/08/2025, 12:07h.

  • Politikersohn aus Zürich in illegales Glücksspiel verwickelt.
  • Der Verurteilte war Kopf einer illegalen Bande und leitete einen Pokerbetrug.
  • Das Gericht verhängte eine Geldstrafe von 300.000 Franken und zwei Jahre auf Bewährung.

Der Sohn einer bekannten Politikerin aus Zürich war in einen mafiösen Glücksspielbetrug in der Schweiz verwickelt. Er gilt als Drahtzieher eines illegalen Netzwerks und wurde nun von einem Gericht verurteilt.

Pistole
Mafiöse Strukturen aufgedeckt (Bild: Unsplach/Rock Staar)

Der junge Mann hatte eine gute Ausbildung, ein weitreichendes Netzwerk und kam aus einer angesehenen Familie in Zürich. Im Verborgenen führte er das Pokergeschäft einer illegalen Glücksspielorganisation.

Der Sohn einer bekannten Politikerin hat mittlerweile eine rechtskräftige Verurteilung erhalten: eine Ersatzforderung von über 300.000 Franken und zwei Jahre Freiheitsstrafe auf Bewährung. Er agierte als Drahtzieher einer mafiösen Glücksspielorganisation und war Kopf eines groß angelegten Pokerbetrugs.

Der Name der betreffenden Zürcher Politikerin ist in den Medien bisher nicht veröffentlicht worden. Ob aufgrund der Wahrung von Persönlichkeitsrechten oder aufgrund weiterer Ermittlungen keine Angaben gemacht werden, wurde ebenfalls nicht bekannt gegeben.

Die Bande erzielte zwischen 2019 und 2023 einen Umsatz von über 300 Millionen Franken. Die immense Summe wurde durch verschiedene Aktivitäten erzielt. Hierzu gehörten neben illegalen Online-Spielangeboten auch verdeckte Zahlungen und Geldwäsche in großem Stil. Erste Hinweise auf mafiöse Strukturen gaben Ermittlungen jedoch bereits im Jahr 2022.

Pokertische, Strohmänner und Millionenumsätze

Der heute verurteilte Ökonom war in der Organisation für das gesamte Online-Pokergeschäft zuständig. Er übernahm fast ein Jahr lang die Koordination der Abläufe, das Management der Konten und die Führung eines kleinen Teams. Zudem gehörte die Rekrutierung neuer Spieler zu seinen weiteren Kernaufgaben.

Durch seine eigenen Aktivitäten erwirtschaftete er mehr als 1,2 Millionen Franken. Er selbst hatte Zugriff auf die Spielerkonten von über 60 Personen.

Im Zuge der Festnahme wurden mehrere Luxusuhren und ein privater Darlehensvertrag sichergestellt. Vieles deutet laut Ermittlungsergebnissen darauf hin, dass der Mann im Hintergrund die Fäden zog und die Abläufe für weitere acht Personen koordinierte, die ihm direkt unterstellt waren.

Die illegale Pokerplattform des Glücksspielnetzwerks operierte diskret und war über Strohmänner mit Zahlungen aus der Schweiz zugänglich.

Das illegale Glücksspielnetzwerk war hauptsächlich in türkischen Lokalen in der Schweiz aktiv. Dort wurde gespielt, geworben und Geld eingezahlt. Die Polizei vermutet, dass die Struktur gezielt in dieser Community agierte. Mit der Verurteilung des Politikersohnes zeigte sich, dass das Netzwerk breiter aufgestellt war, als die Ermittler zunächst vermuteten.

Beziehungen zum Fußball und ungeklärte Aspekte

Der mutmaßliche Kopf der Gesamtorganisation wurde bereits Ende 2024 verurteilt. Er pflegte ebenfalls Kontakte zu prominenten Kreisen. Er war eine Zeit lang mit der Bezahlkarte Antepay offizieller Sponsor des Schweizer Erstligisten FC Zürich.

Antepay war eine scheinbar legitime Bezahlkarte, die in der Schweiz ausgegeben wurde. Tatsächlich diente sie aber als Zahlungsmittel für illegale Online-Glücksspielseiten, die außerhalb der Schweizer Regulierung betrieben wurden. Über die Karte konnten Spieler anonym Geld einzahlen und setzen.

Viele sind überrascht über den Zusammenhang zwischen illegalem Glücksspiel und öffentlich sichtbarem Sponsoring. Es bleibt abzuwarten, ob der Einflussbereich des illegalen Glücksspielnetzwerks noch weitere Kreise zieht und ob möglicherweise weitere prominente Personen in den Skandal verstrickt sind.