Härtere Regelungen für Rumäniens Glücksspielmarkt
Posted on: 05/08/2025, 02:43h.
Last updated on: 06/08/2025, 08:43h.
- Seit 1. August 2025 gelten in Rumänien höhere Steuern auf Online- und landbasiertes Glücksspiel.
- Glücksspielwerbung mit Prominenten wird vollständig verboten.
- Rechtsausschuss des rumänischen Parlaments verabschiedet neue Vorschrift zur freiwilligen Selbstsperre.
Am 1. August 2025 trat in Rumänien eine weitreichende Reform des Glücksspielmarktes in Kraft. Die neuen Regelungen gelten für Online-Casinos und landbasierte Anbieter gleichermaßen. Sie beinhalten deutlich höhere Steuerlasten und ein weitreichendes Verbot von Glücksspielwerbung. Die Maßnahmen sollen das Haushaltsdefizit reduzieren und den Schwarzmarkt eindämmen. Kritiker warnen jedoch vor einer Verlagerung des Spielverhaltens in illegale Bereiche.

Die neue Gesetzgebung erhöht die Steuer auf das Bruttospielergebnis (GGR) für Online-Plattformen von 21,5 % auf 30 %. Landbasierte Anbieter müssen künftig 25 % zahlen. Aber auch Spieler sind betroffen.
Auf Gewinne bis zu 10.000 RON (ca. 2.000 Euro) wird eine Steuer von 10 % erhoben. Bei höheren Beträgen greift ein gestaffeltes Modell mit festen Pauschalen und zusätzlichen Prozentabgaben. Die neue Belastung ersetzt das bisherige Modell mit einem Maximalsatz von 3 % für kleinere Gewinne.
Finanzminister Alexandru Nazare unterstreicht, dass die Reform dem Schwarzmarkt entgegenwirken und klare Regeln für mehr Transparenz und Fairness im Glücksspielsektor schaffen soll. Er erklärte:
Wir erhöhen die Genehmigungsgebühren und alle anderen glücksspielbezogenen Abgaben deutlich. Nach der Genehmigung steigen sie um fast 30 %. Wir wollen ein klares Signal zur Glücksspielbesteuerung senden, da wir wissen, wie schädlich diese Aktivität sein kann.
Um eine doppelte Besteuerung bei hohen Gewinnen zu vermeiden, führt der Staat zudem Sonderfreibeträge für Poker, Lotterien, Spielautomaten und Casinospiele ein.
Glücksspielwerbung ist verboten
Neben der Steuerreform wird ein umfassendes Werbeverbot für Glücksspielanbieter eingeführt.
Werbung mit Prominenten, Sportlern oder Influencern über Fernsehen und soziale Medien wird untersagt.
Dies betrifft zahlreiche lizenzierte Anbieter, die in der Vergangenheit mit bekannten Markenbotschaftern arbeiteten. Künftig müssen sie alternative Marketingstrategien entwickeln.
Zudem hat der Rechtsausschuss des rumänischen Parlaments eine neue Regelung zur Selbstsperre beschlossen. Diese beinhaltet kürzere Reaktionszeiten für Anbieter, verbesserte Online-Verfügbarkeit und strenge Sanktionen bei Nichteinhaltung, darunter eine Lizenzsperre von bis zu sechs Monaten.
Trotz der erwarteten Mehreinnahmen durch die neuen Regelungen bleibt die konkrete Wirkung abzuwarten. Branchenkenner fürchten, dass Spieler vermehrt auf nicht lizenzierte Anbieter ausweichen werden. Bereits jetzt halten diese rund 17 % Marktanteil, der durch die Reform auf bis zu 20 % steigen könnte.
Ein Beispiel dafür war 2023, als das Verbot von Spielautomaten in Orten mit weniger als 15.000 Einwohnern zu einem sprunghaften Anstieg illegalen Glücksspiels führte. Besonders kleinere Anbieter könnten durch die höheren Abgaben wirtschaftlich unter Druck geraten. Dies würde den Schwarzmarkt weiter begünstigen.
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