KSA sieht Fehler bei Glücksspiel-Steuererhöhung in Niederlanden
Posted on: 06/08/2025, 08:21h.
Last updated on: 06/08/2025, 08:43h.
- Die in den Niederlanden erfolgte Steuererhöhung auf Glücksspiel zeigt laut KSA nicht die gewünschte Wirkung.
- Anstatt eines Zuwachses gingen die Erlöse aus der Glücksspielsteuer 2025 zurück.
- Glücksspielbehörde bestätigt damit die Einschätzung des Glücksspielverbands.
In den Niederlanden wird in diesen Tagen kontrovers um die Steuerbelastung der Glücksspielbranche diskutiert. Neuen Zündstoff könnte eine Einschätzung der Glücksspielbehörde KSA bieten, derzufolge die Glücksspiel-Steuererhöhung das erhoffte Ergebnis verfehlt.

Am Dienstag bestätigte die Kansspelautoriteit in einem Statement die zuvor vom Glücksspielverband VNLOK geäußerte negative Prognose. Dieser zufolge nahmen die Steuereinnahmen des Staates im ersten Halbjahr 2025 aus dem Sektor nicht wie vorausgesagt zu.
Stattdessen trat der gegenteilige Effekt ein, so die KSA. Basis ihrer Beurteilung ist die zum 1. Januar 2025 erfolgen Erhöhung der Glücksspielsteuer von 30,5 % auf 34,2 %. Diese sollte dem Staat zu Mehreinnahmen in dreistelliger Millionenhöhe verhelfen – ein Wunsch, der laut Behörde nicht in Erfüllung ging. Die KSA erklärt:
Diese Erhöhung hatte zum Ziel, die Staatseinnahmen zu steigern. Die Wirkungsanalyse der KSA zeigt, dass dieses Ziel nicht erreicht wurde.
Aufgrund verschiedener Entwicklungen seien die Bruttospielerträge sowohl im Online- als auch im landbasierten Markt gesunken. Dies habe trotz der Erhöhung der Glücksspielsteuer zu einem Minus bei den Steuereinnahmen geführt.
KSA sieht lizenzierte Betreiber vor Problemen
Laut KSA hat die Steuererhöhung beim Glücksspiel die Anbieter zu Maßnahmen veranlasst, um ihre Rentabilität zu erhalten. Allerdings seien gerade beim landgestützten Glücksspiel Kostensenkungen oder Einnahmesteigerungen kaum noch möglich. Die Steuererhöhung bringe diesen Teil des Marktes deshalb weiter in Schwierigkeiten.
Zum Beleg führt die Behörde den beschleunigten Rückgang der Anzahl der Spielstätten an. Diese sank im ersten Quartal 2025 im Vergleich zum letzten Quartal 2024 um 9 %. Zwischen 2020 und war die Anzahl der Spielstätten nur um durchschnittlich 6 % pro Gesamtjahr gesunken.
Der Online-Markt zeigt sich nach KSA-Angaben widerstandsfähiger. Jedoch auch dort hätten die finanziellen Herausforderungen zugenommen.
Der KSA-Direktor Michel Groothuizen warnte:
Die Maßnahmen, die wir ergriffen haben, um den Spielern mehr Schutz zu bieten, haben die finanzielle Lage der Anbieter erschwert. (…) Die KSA hat bereits vor der Einführung der Erhöhung der Glücksspielsteuer darauf hingewiesen, dass dies die Folge sein würde.
Eine finanziell motivierte Maßnahme wie die Erhöhung der Glücksspielsteuer stehe im Widerspruch zum politischen Ziel des Spielerschutzes. Wenn den Spielern eine geschützte Spielumgebung geboten werden solle, setze dies seriöse und verantwortungsbewusste Anbieter voraus.
Dafür sei ein finanziell gesunder, legaler Markt jedoch unerlässlich, so Groothuizen. Aktuell scheinen sich die Gegebenheiten in den Niederlanden jedoch in die andere Richtung zu entwickeln.
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