Elina Svitolina macht Hasskommentare öffentlich
Posted on: 08/08/2025, 05:28h.
Last updated on: 08/08/2025, 09:30h.
- Tennisspielerin Elina Svitolina veröffentlicht gegen sie gerichtete Hasskommentare.
- Bedrohungen und Beleidigungen nach ihrer Niederlage gegen Naomi Osaka.
- Urheber der wüsten Drohungen oft enttäuschte Wettende.
Heutzutage sind die Athleten vieler Sportarten Beleidigungen und Drohungen von Fans ausgesetzt. Besonders betroffen sind dabei Golf- und Tennisprofis. Wie weit die verbalen Entgleisungen gehen, machte in dieser Woche eine weitere Tennisspielerin öffentlich. So berichtete Elina Svitolina von einer Reihe wüster, gegen sie gerichteter Hasskommentare.

Auslöser des Hasses dürfte ihre Niederlage beim Tennisturnier im kanadischen Montreal gewesen sein. Dort hatte die Ukrainerin glatt in zwei Sätzen mit 2:6 und 2:6 gegen Naomi Osaka verloren.
Das deutliche Ergebnis löste anscheinend eine unkontrollierte Wut bei einigen “Fans” aus. Dabei fielen auch Beleidigungen wie “Ich hoffe, du stirbst” oder “Russland sollte alle Ukrainer [wie dich] töten”. Svitolina veröffentlichte daraufhin einige davon auf ihren Social-Media-Kanälen.
Dabei benannte die 13. der Tennisweltrangliste die Urheber der Hassnachrichten:
An alle Wettenden: Ich bin zuerst Mutter und dann Sportlerin. Die Art und Weise, wie ihr mit Frauen – mit Müttern – redet, ist eine SCHANDE. Wenn eure Mütter eure Nachrichten sehen würden, wären sie entsetzt.
Zugleich betonte Svitolina, dass sie mit der gegen sich gerichteten Wut kein Einzelfall sei. Sie habe vergleichbare Erfahrungen in ihrem engsten persönlichen Umfeld gemacht.
Damit spielt die Spielerin auf ihren Ehemann, den Tennisprofi Gaël Monfils, an. Dieser war in der Vergangenheit aufgrund seiner schwarzen Hautfarbe mehrfach rassistisch beleidigt worden.
Beleidigungen und Drohungen an der Tagesordnung
Elina Svitolina steht mit der Vielzahl der gegen sie gerichteten Hasskommentare nicht allein. Vor einigen Wochen hat unter anderem die deutsche Spielerin Eva Lys von ähnlichen Beleidigungen berichtet. Auch dem Tennisverband WTA sind die Vorfälle bekannt.
Mitte Juli veröffentlichte die Women’s Tennis Association eine Studie zum Ausmaß der Bedrohungen. Dieser zufolge erhielten die Profis der Damen- und Herren-Tour allein im vergangenen Jahr rund 8.000 dieser diskreditierenden Nachrichten. Ein Großteil stammt dabei anscheinend von Wettenden. Diese sollen aufgrund verlorener Einsätze für rund 40 % der Hassnachrichten verantwortlich sein. Die Verbände wurden in 15 Fällen juristisch aktiv und leiteten diese an Strafverfolgungsbehörden wie das FBI weiter. Zudem sind die Turnierveranstalter dazu übergegangen, verbal übergriffige Personen zum Teil auf Lebenszeit von ihren Anlagen zu verbannen.
Betroffene Profis wie Svitolina können sich an die Verbände wenden, um Hilfe vor dem Online-Hass zu suchen. Allerdings dürfte es aufgrund der meist anonym geäußerten Wut oftmals schwierig werden, die Urheber zu identifizieren und zu bestrafen.
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