Premier League Spieler Yerry Mina wegen Glücksspielwerbung zu Geldstrafe verurteilt

Veröffentlicht am: 11. September 2019, 10:45 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 11. September 2019, 10:45 Uhr.

Yerry Mina (24), Verteidiger beim Premier League Club Everton, muss 10.000 Pfund Sterling (GBP) Strafe zahlen. Dies entschied der englische Fußballdachverband Football Association (FA). Hintergrund ist ein Verstoß gegen die von der FA verhängten Glücksspiel- und Werberichtlinien. Mina hatte in seinem Heimatland Kolumbien in einem TV-Spot für den Glücksspielanbieter Betjuego geworben.

Flagge Everton FC Logo
Yerry Mina vom Everton FC muss eine Geldstrafe zahlen (Quelle:pixabay.com/1966666)

Yerry Mina: Sperre entgangen

Gestern veröffentlichte der FC Everton auf seiner Homepage ein Statement (Seite auf Englisch) der Football Association zum Fall Yerry Mina. Der Verband erklärte, der 24-Jährige habe mit seinem Auftritt im Werbespot des kolumbianischen Wettanbieters Betjuego gegen die Regeln zum Umgang mit Sportwetten der FA verstoßen. Der Clip war im Frühjahr ausgestrahlt worden.

Der Fußballer Yerry Fernando Mina González wurde 1994 in Guachené im Südwesten Kolumbiens geboren und steht als Verteidiger in der Startelf der kolumbianischen Nationalmannschaft. Nach Beginn seiner Profikarriere beim kolumbianischen Top-Verein Deportivo Pasto im Jahr 2013 wechselte er zum Hauptstadtclub Indepiendente Santa Fe aus Bogotá.

Ab 2016 stand Mina für den brasilianischen Traditionsverein Palmeiras São Paulo auf dem Platz, mit dem er im selben Jahr brasilianischer Meister wurde. Es folgte 2018 für 11,8 Millionen EUR ein Wechsel zum FC Barcelona, mit dem er Pokal und Meisterschaft gewann.

Seit der Saison 2018/19 steht Mina beim FC Everton in der englischen Premier League unter Vertrag. Die Ablösesumme betrug 30,25 Millionen EUR, Barcelona sicherte sich zudem eine Rückkaufoption an dem Kolumbianer.

Konkret gehe es um die FA Regel E8 (3), die allen am englischen Profifußball Beteiligten verbiete, für Wettgeschäfte zu werben. Mina sei für die Zukunft verwarnt und zur Zahlung einer Geldstrafe in Höhe von 10.000 GBP verpflichtet worden. Im schlimmsten Fall hätte dem Verteidiger eine lebenslange Sperre gedroht.

Strafmildernde Umstände für Yerry Mina

Dass die FA Yerry Mina mit nur einer verhältnismäßig geringen Strafe belegt, ist dem Verband zufolge auf mehrere Faktoren zurückzuführen. So habe man anerkannt, dass die entsprechende Werbung ausschließlich auf dem kolumbianischen Markt und in spanischer Sprache verbreitetet worden sei.

Zudem habe sich der Spieler auf Nachfrage umgehend zu den Vorwürfen bekannt und um Entschuldigung für die Verfehlung gebeten.

Nachdem ihm klargeworden sei, dass er mit seiner Mitwirkung am Werbespot gegen die Regeln der FA verstoßen habe, habe er das verantwortliche Unternehmen weiterhin darum gebeten, den Clip aus der Öffentlichkeit zu entfernen. Die entsprechende Werbung ist heute nicht mehr abrufbar.

Betjuego gehört zur im kolumbianischen Bogotá ansässigen Games and Betting S.A.S. Das Unternehmen bietet Kolumbianern unter der Domain betuego.co seit diesem Jahr diverse Online Glücksspiel- und Wettprodukte an.

Mutterkonzern Games and Betting S.A.S. erhielt seine zunächst für drei Jahre erteilte Betriebslizenz für den kolumbianischen Online Glücksspielmarkt im Februar 2019.

Es war damit das 17. Unternehmen, das seine Produkte legal in dem südamerikanischen Land online anbieten darf.

Auch die geschäftlichen Beziehungen zwischen dem Fußballer und dem Wettanbieter endeten im Mai mit dem Beginn der Ermittlungen der FA.

Glücksspielwerbung für wohltätige Zwecke?

Vier Kinder vor einer Hütte in Südamerika
Yerry Mina unterstützt hilfsbedürftige Kinder in Kolumbien (Symbolbild, Quelle:pixabay.com/codigodinamico87)

Bei der Strafzumessung dürfte zudem besonders ins Gewicht gefallen sein, dass Yerry Mina die Gewinne aus seiner Zusammenarbeit mit Wettanbieter Betjuego vollständig an seine Stiftung Yerry Mina Foundation spendete.

Der Fußballer hatte das wohltätige Projekt im Jahr 2016 ins Leben gerufen. Seither unterstützt die Stiftung benachteiligte Kinder und Jugendliche in Kolumbien. Unter anderem ist sie für den Aufbau einer Fußballschule verantwortlich.

In Anbetracht der Umstände verwundert es nicht, dass sich die FA für eine verhältnismäßig geringe Strafe entschieden hat. Inwieweit Yerry Mina tatsächlich nicht wusste, dass die Regeln seines Dachverbands auch für Tätigkeiten außerhalb Großbritanniens gelten, ist letztendlich nicht zu klären.

Ein schaler Beigeschmack

Viele Beobachter sehen den Umgang der FA mit dem Fall Mina dennoch kritisch. Sie werfen den Regelhütern vor, mit zweierlei Maß zu messen:

Dafür, dass Mina seine Prominenz in Kolumbien in den Dienst eines Wettanbieters gestellt habe, werde er bestraft. Auf dem heimischen Markt hingegen fungiere er ganz offiziell und mit Zustimmung der FA als Werbeträger für einen Buchmacher.

Schließlich stehe der Verteidiger, ebenso wie seine Teamkollegen beim FC Everton, Woche für Woche mit dem Logo von Trikotsponsor und Wettanbieter SportPesa auf dem Platz.