Gouverneur von West Virginia erteilt Politik-Wetten deutliche Absage

Veröffentlicht am: 9. April 2020, 12:44 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 9. April 2020, 12:44 Uhr.

West Virginia hat den Plänen des Online-Buchmachers FanDuel, Wetten auf politische Ereignisse anzubieten, eine klare Absage erteilt. In seinem gestrigen Statement erklärte Gouverneur James „Jim“ Justice, allein die Vorstellung sei „lächerlich“. Vorausgegangen war ein schmales Zeitfenster, in dem die zuständige Lotterieaufsicht scheinbar eine entsprechende Genehmigung erteilt hatte.

Donald Trump Porträt dümmliches Lächeln
Politik-Wette: Buchmacher FanDuel sah Amtsinhaber Trump im Rennen ums Weiße Haus vorn (Quell:flickr.com/Gage Skidmore, licensed under CC BY-SA 2.0)

„Eine schreckliche Idee“

Geht es nach Jim Justice, bleibt das Wetten auf politische Ereignisse in West Virginia ebenso verboten wie im Rest der Vereinigten Staaten. Der Gouverneur reagierte am Mittwoch auf die Meldung (Seite auf Englisch), sein Staat sei der erste der USA, der entsprechendes Online-Glücksspiel legalisiere.

Auch Staatssekretär Mac Warner machte in einem Statement klar, dass West Virginia keinesfalls Vorreiter in Sachen politische Wetten werde:

Wetten auf Wahlen sind in West Virginia seit 1868 illegal. Das Wetten auf Wahlergebnisse hat in unserer amerikanischen Demokratie keinen Platz. Nicht heute. Nicht morgen. Niemals. Das ist eine schreckliche Idee.

Einen Tag zuvor hatten US-Amerikaner in West Virginia erstmals legal im Internet Wetten auf den Ausgang der kommenden Präsidentschaftswahl platzieren können. Kurzzeitig nahm die Online-Plattform FanDuel entsprechende Tipps entgegen.

Damit schien ein Meilenstein gesetzt, denn bislang erlaubte keiner der eigenständig für die Regulierung des Glücksspiels zuständigen US-Bundesstaaten Wetten auf politische Ereignisse. Nach nur 40 Minuten fand die Premiere jedoch ein jähes Ende. Der Online-Buchmacher schloss die Wette und erstattete gemachte Einsätze.

Alles nur ein Missverständnis?

Anscheinend hatte ein Kommunikationsproblem zu FanDuels Vorstoß geführt: Am Dienstagmorgen hatte die für die Lizenzvergabe zuständige West Virginia Lottery bekanntgegeben, FanDuel und weiteren Buchmachern das Angebt politischer Wetten künftig zu erlauben. Sie benötige jedoch noch Zeit, um die Angelegenheit zu prüfen.

Diesen Zusatz schienen die Verantwortlichen des Online-Buchmachers überhört zu haben und erweiterten ihr Angebot umgehend um die Wette „Trump vs. Biden“.

FanDuel sah Amtsinhaber Trump im Rennen um den Sieg bei den Präsidentschaftswahlen knapp vor seinem möglichen Herausforderer, dem Demokraten Joe Biden. Mit einer Quote von -110 hätte ein richtiger Tipp auf Trump bei einem Einsatz von 110 US-Dollar einen Gewinn von 100 USD generiert. Ein neuer Präsident Biden hätte mit einer Quote von +125 auf 100 USD einen Gewinn von 125 USD erbracht.

In seinem gestrigen Statement erklärte Gouverneur Justice, im Vorfeld nichts von der Entscheidung der Lotterieaufsicht gewusst zu haben. Als er die Information erhalten habe, habe er sich gefragt, ob man ihn verschaukeln wolle. Die Vorstellung habe ihn zwar amüsiert, sei an sich aber vollkommen lächerlich. Deswegen habe er die umgehende Einstellung der Wette veranlasst.