Polnische Buchmacher bitten um temporäre Steuererleichterungen

Veröffentlicht am: 31. März 2020, 01:36 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 31. März 2020, 01:36 Uhr.

Der polnische Verband der Arbeitgeber und Angestellten der Buchmacher (Bukmacherzyrazem) hat die Regierung des Landes um Hilfe gebeten, um den Verlust von Arbeitsplätzen und die Schließungen von Wettunternehmen infolge der Coronavirus-Pandemie zu verhindern.

polnische Flagge
Polnische Buchmacher fordern Steuererleichterungen. (Bild: pixabay.com)

Der Verband gab bekannt, dass die Anzahl der platzierten Wetten aufgrund der Absage oder Verschiebung der Sportveranstaltungen um rund 60 % gesunken sei. Es sei davon auszugehen, dass die Zahlen noch weiter zurückgehen würden, nachdem rund 1.500 Wettbüros in Polen am 14. März hätten schließen müssen.

Dies führe laut Bukmacherzyrazem [Seite auf Polnisch] zu Bemühungen der Betreiber, ihre Fixkosten zu senken. Der Verband schließe auch Massenentlassungen und endgültige Schließungen von Wettbüros nicht aus.

Steuersenkungen zur Rettung der Branche und zum Erhalt der Arbeitsplätze

Der Verband fügte hinzu, dass es auch Auswirkungen auf die Staatskasse geben könnte. Die regulierte polnische Glücksspielbranche hat einen geschätzten Jahresumsatz von 7 Mrd. PLN (1,53 Mrd. Euro), von denen mindestens 820 Mio. PLN (ca. 180 Mio. Euro) durch Glücksspiel- und Lotteriesteuern an den Staat gehen.

Um Arbeitsplatzverluste zu vermeiden und die Steuereinnahmen des Staates zu schützen, forderte der Verband die polnische Regierung auf, die Steuersätze für Glücksspiele mindestens bis August dieses Jahres von 12 % auf 10 % des Umsatzes zu senken.

Schwierige Bedingungen für Buchmacher in Polen

Der Sektor habe laut Bukmacherzyrazem bereits mit einem erheblichen Offshore-Wettbewerb zu kämpfen, der laut einem im September letzten Jahres veröffentlichten Bericht des Supreme Audit Office (NIK) jährlich rund 51 % der gesamten Glücksspielausgaben ausmache.

In einer Erklärung sagte der Handelsverband:

„Es sollte betont werden, dass die Branche seit vielen Jahren unter schwierigen Bedingungen operiert, da sie gezwungen war, mit illegalen ausländischen Betreibern zu konkurrieren, die in Polen tätig sind, ohne Steuern zu zahlen. Trotz zahlreicher Aufforderungen seitens lizenzierter Betreiber wurden keine wirksamen Lösungen eingeführt.“

Mit der Gesetzesänderung im Jahre 2017 habe sich die Situation zwar verbessert, aber insbesondere jetzt sollten die Behörden den lizenzierten Unternehmen helfen, indem der graue Markt noch strenger überwacht werde.

In der Erklärung des Verbandes heißt es weiter, dass die Branche die staatlichen Behörden bisher noch nie um Unterstützung gebeten habe. Temporäre Steuersenkungen und eine strengere Überwachung des Marktes könnten jetzt helfen, die schweren Zeiten zu überstehen.