John Hesp aus Bridlington in England gewann bei der World Series of Poker 2017 in Las Vegas 2,6 Millionen Dollar. Trotz seines Millionengewinns ist er auf dem Boden geblieben, leitet weiter seine Firma und macht Urlaub im eigenen Land.

Pokerspieler John Hesp freut sich

Pokerspieler John Hesp hat bei der WSOP 2017 über 2 Millionen gewonnen. (Bild: theboltonnews.co.uk)

Aus dem Nichts ins Finale der WSOP

Der 64-jährige Engländer sorgte 2017 für eine der Sensationen in der Pokerwelt, als er es bei der 48. World Series of Poker in Las Vegas an den Finaltisch des Main Events schaffte und sich gegen 7.220 Teilnehmer behauptete. Schließlich verließ er den Tisch als Vierter und mit stolzen 2,6 Millionen US-Dollar Preisgeld. Pokerweltmeister der WSOP wurde damals der Amerikaner Scott Blumstein. John Hesp ging als Laie an den Start und stellte sich im Interview mit den folgenden Worten vor:

„Bei Poker ist es bei mir wie mit Donald Trump und Politik – ich bin ein Amateur.

Poker spielt der Senior bereits seit über 20 Jahren, allerdings lediglich zum Spaß und mit nicht mehr Einsatz als 10 Pfund. Höchstens einmal im Monat besuche er sein Stammcasino in Hull, erklärte er. John Hesp ist verheiratet, hat vier Kinder und sieben Enkel. Der Hobbyspieler ist im normalen Leben Eigentümer eines Wohnwagenverleihs.

Auch mit 2,6 Millionen urlaubt John Hesp zu Hause

Nach seinem Überraschungsauftritt bei der WSOP hat sich für John Hesp nicht viel geändert. Zwar avancierte er im Turnier zum Publikums- und Medienliebling und konnte viele seiner Konkurrenten für sich gewinnen, doch sein Leben abseits der Pokertische führt er weiter wie bisher. Dazu gehören Urlaube zu Hause in England, ein bescheidenes Leben zusammen mit seiner Frau und eine Vier-Tage-Woche in der eigenen Firma. Seinen Gewinn von damals hat er als Teilhaber in ein zweites Unternehmen investiert und auch seiner Familie einen Teil abgegeben.

Poker spielt er nach wie vor in seinem Stammcasino und setzt dabei nicht mehr als 10 Pfund. Gewonnen hat er seit seinem Auftritt in Vegas 200 Pfund.

Poker soll Spaß machen

Für John Hesp steht beim Pokern vor allem der Spaß im Vordergrund. Getreu seinem Motto ging der Poker-Amateur ohne Erwartungen an den Tisch und stellte sich entspannt und voller Vorfreude dem Spiel. Diese Taktik zahlte sich offenbar aus, denn mit seiner lockeren Art hatte wohl keiner seiner Gegner gerechnet. Anstatt Sonnenbrille, Pokerface oder dunklem Hoodie sorgte der 64-Jährige mit einem farbenfrohen Outfit für Aufsehen am Tisch. Er trug ein bunt gemustertes Hemd als Glücksbringer, das ihm ein Freund für das Event geliehen hatte. Sein lockeres Auftreten inklusive Panamahut zusammen mit seinem freundlichen Verhalten gegenüber Dealern und Mitspielern machten den Briten schnell zum Star der Veranstaltung. Er sagte:

„Selbst in meinen wildesten Träumen habe ich nicht damit gerechnet. Dieses Turnier ist etwas, das ich schon immer einmal erleben wollte. Mein Ziel war es, unter die besten 100 zu kommen und Spaß dabei zu haben.“

Weiter erzählte er:

„Ich bin alles andere als ein Profi und spiele nicht vier- oder fünfmal in der Woche, sondern höchstens einmal im Monat in meinem Stammcasino in Hull mit einem Einsatz von 10 Pfund. Es von dort über Nacht zu 2 Millionen und internationalem Pokerruhm zu bringen zeigt, dass Märchen wahrwerden können.“

Besser hätte es der Hobbyspieler wohl nicht sagen können. Bei Poker handelt es sich zwar im Gegensatz zu Spielautomaten nicht um ein reines Glücksspiel, aber trotzdem zeigt die Geschichte des unbeschwerten Seniors, dass beim Pokern einfach alles möglich ist.