Sportwetten­anbieter Betway sponsert Hertha BSC Berlin

Veröffentlicht am: 9. September 2020, 12:15 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 9. September 2020, 12:16 Uhr.

Der Bundesliga-Klub Hertha BSC Berlin und der Sportwettenanbieter Betway haben eine dreijährige Werbekooperation vereinbart. Wie der Fußballverein am Dienstag auf seiner Internetseite bekanntgegeben hat, wird Betway im Rahmen der Zusammenarbeit mit seinen Logos sowohl auf den Werbetafeln im Stadion als auch auf der Hertha-Homepage und der Hertha BSC-App vertreten sein.

Das Berliner Olympiastadion
Im Berliner Olympiastadion wird bald die Werbung von Betway zu sehen sein. (Quelle: Pixabay)

Es ist nicht die erste Sponsoring-Kooperation, die Betway in der deutschen Hauptstadt eingegangen ist. Der Glücksspielkonzern sponsert auch das Berliner E-Sport-Team Berlin International Gaming (BIG).

Eine Chance für alle Beteiligten

Für den Sportwetten-Partner sei der Deal eine große Gelegenheit, um mit einem etablierten Club zusammenzuarbeiten, sagte Betway-CEO Anthony Werkman:

Unsere Marke erfreut sich hoher Bekanntheit bei den deutschen Fans, durch unsere Kooperationen in den beiden höchsten deutschen Spielklassen während der letzten Saisons. Mit Hertha BSC haben wir eine einzigartige Chance genutzt, mit einem der traditionsreichsten Vereine im deutschen Fußball eine Partnerschaft einzugehen

Auch bei der Hertha zeige man sich über die Partnerschaft in der derzeitigen Situation erfreut, kommentierte Finanzgeschäftsführer Ingo Schiller die Vereinbarung. Aufgrund der „Corona bedingten – schwierigen Lage“ sei der Verein froh einen neuen Sportwetten-Partner gefunden zu haben.

Kritik an Glücksspiel-Sponsoring im Fußball hält an

Während Sportwettenanbieter und Vereine von den Sponsoring-Geschäften profitieren, warnen deutsche Suchtexperten immer wieder vor den möglichen Folgen der Glücksspielwerbung in Stadien, auf Trikots und im Internet. Das Sponsoring bekannter Fußballvereine sei problematisch, da das Glücksspiel verharmlost werde, so die Kritiker.

Konrad Landgraf, Geschäftsführer der Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern, hatte im Zuge der Debatte auch den deutschen Fußballmeister FC Bayern München kritisiert. Laut dem Spielerschützer sei die Werbung problematisch, da dem „illegalen Glücksspiel das Deckmäntelchen der Legalität gegeben“ werde.

Landgraf spielt damit darauf an, dass viele Glücksspielanbieter in Deutschland werben, jedoch nicht immer deutsche Lizenzen für all ihre Glücksspielangebote besitzen. So werden Online-Casino-Spiele in Deutschland meist mit einer Lizenz aus dem europäischen Ausland betrieben.

Ändern könnte dies der Glücksspielneuregulierungsstaatsvertrag, der im nächsten Sommer in Kraft treten und erstmals staatliche Regelungen für Glücksspiele im Internet enthalten soll. Derzeit ist allerdings noch nicht abschließend geklärt, welche Regelungen in den Staatsvertrag einbezogen werden, um ein Gleichgewicht zwischen Glücksspielwerbung und Spielerschutz herzustellen.